Neujahrskonzert 2019 von „Montjoie Musicale“

Neujahrskonzert von „Montjoie Musicale“ : Hochklassiges Potpourri mit drei Sopranistinnen

Es war schon ein recht buntes Programm, mit dem die Konzertreihe „Montjoie Musicale“ in das neue Jahr ging. Bereits im Vorfeld war gar nicht recht klar, was der Besucher wohl zu erwarten hatte. Und in der Tat gab es dann sogar auch noch einen Überraschungsgast, so dass letzten Endes nicht weniger als drei hochkarätige Sopranistinnen neben den beiden pianistischen Gastgebern Xin Wang und Florian Koltun die große Zuhörerschar, die die räumlichen Möglichkeiten des Bürgersaales im Aukloster nahezu sprengten, mit einem Potpourri bekannter und beliebter Melodien aus der klassischen Musik ins neue Jahr geleiteten.

Dabei erwies sich einer der Sängerinnen, Alexandra Bentz, als ein besonderes kommunikatives Talent, denn es gelang ihr mühelos, mit einer lockeren Moderation das Publikum in das Geschehen einzubeziehen und sogar zum Mitmachen zu veranlassen. Aber auch ihre musikalischen Beiträge waren von besonderer Leichtigkeit und Feinfühligkeit geprägt, bewegten sich dann auch tatsächlich eher im Bereich der Filmmusik („Moon River“) oder der Operette (F. Grothe, F. Lehár).

Dagegen steuerte etwa Vera Maria Kremers neben einem Song von Leonard Bernstein aus der „West Side Story“ oder von Kurt Weill aus „Lady in the dark“ eine veritable Puccini-Arie aus „Tosca“ bei, die zwar thematisch aus dem sonstigen bunt-leichten Rahmen herausfiel, dabei aber durch Innigkeit und Ausstrahlung sehr bewegte.

Die dritte Dame als Überraschungsgast, die Koloratursopranistin Nelly Dombrowski, übernahm dann einige der technisch diffizileren Nummern, wie etwa die Arie der Adele in der Johann Strauß’schen „Fledermaus“. Höhepunkte des Ganzen waren dann aber vor allem die Ensembleszenen, bei denen alle Sängerinnen gemeinsam agierten.

Allerdings musste der „Überraschungsgast“ bereits in der Pause wieder abreisen. Nachdem zum Abschluss des ersten Teils alle drei noch „Verbrüderung“ gefeiert hatten (mit der Nummer „Brüderlein und Schwesterlein“ wiederum aus der „Fledermaus“), wurde der Schluß-Kehraus aus der gleichen Operette („Im Feuerstrom der Reben“) lediglich von den verbliebenen zwei Sängerinnen bestritten.

Die Begleitung der drei Sopranistinnen auf dem Klavier gestaltete in bewährter Weise der künstlerische Leiter der „Montjoie Musicale“, Florian Koltun. Zusammen mit seiner Frau Xin Wang vervollständigte er darüber hinaus den bunten Reigen mit einigen Beiträgen für vierhändiges Klavier, darunter besonders kostbar – wenn auch wiederum etwas aus dem Rahmen fallend – die „Petite Suite“ von Claude Debussy. Neben einer vierhändigen Fassung von Rossinis Ouvertüre zum „Barbier von Sevilla“ brachten die Beiden vor allem noch drei Beispiele aus den „Ungarischen Tänzen“ von Johannes Brahms besonders temperamentvoll und musikantisch überzeugend zu Gehör.

So war dieses erste Konzert der Kammermusikreihe im neuen Jahr wiederum in jeder Weise ein voller Erfolg und lässt für die nächste Zukunft Erfreuliches erwarten – vielleicht sogar ein paar Überraschungen.