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Die „wilde Vielfalt“ der Pflanzen: Neues ökologisches Projekt im Freilichtmuseum Kommern

Die „wilde Vielfalt“ der Pflanzen : Neues ökologisches Projekt im Freilichtmuseum Kommern

Eine wahre Schatzkammer der Wildpflanzenvielfalt ist jetzt im Freilichtmuseum Kommern zu sehen.

Was auf den ersten Blick wie ein verwilderter Garten wirken mag, ist für Kundige eine wahre Schatzkammer der Wildpflanzenvielfalt: Gelber Günsel und Ackerkohl, Guter Heinrich und Erdkastanie – diese und viele weitere botanische Raritäten finden in den Erhaltungsbeeten des Freilichtmuseums Kommern ein dauerhaftes Zuhause. Möglich wird dies dank des neuen Projektes „Wilde Vielfalt im Museum“, das die Stiftung Rheinische Kulturlandschaft als Projektträger in Kooperation mit dem Museum durchführt. Gefördert wird das Projekt von der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen, dem Förderverein Rheinisches Freilichtmuseum Kommern e.V. und der Deutschen Postcode Lotterie.

Bei einer Auftaktveranstaltung informierten Wolfgang Schumacher, Vorstandsmitglied der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft, Milena Karabaic, LVR-Dezernentin für Kultur und Landschaftliche Kulturpflege, Mark vom Hofe, stellvertretender Vorsitzender der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen, Jürgen Wegner, Vorsitzender des Fördervereins Rheinisches Freilichtmuseum Kommern, Thomas Muchow, Geschäftsführer der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft sowie Museumsleiter Josef Mangold über das im Mai gestartete Projekt.

Schumacher, der die Erhaltung seltener Wildkräuter im Freilichtmuseum Kommern bereits seit den 80er Jahren wissenschaftlich begleitet, stellte den neuen Ansatz des Projektes vor: „Wilde Vielfalt im Museum vereint zwei Strategien, nämlich die praktische Erhaltung der Arten und ein umfassendes Bildungskonzept für verschiedenste Zielgruppen. Diese Kombination ist vielversprechend, um seltene Arten unserer offenen Kulturlandschaften auch für zukünftige Generationen zu erhalten. Denn nur durch das Wissen um den Wert dieser gefährdeten Arten, ihre Ansprüche und die entsprechend notwendige Bewirtschaftung und Pflege unserer Landschaften können wir eine vielfältige Kulturlandschaft mit „wilden“ Anteilen dauerhaft erhalten.“

„Ziel des Projektes ist der dauerhafte Erhalt früher typischer, jedoch heute selten gewordener Wildpflanzen der Dörfer und Äcker. Schon zu Projektbeginn konnten die wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen unserer Stiftung im Freilichtmuseum allein im Bereich der Erhaltungsbeete 60 dieser Arten erfassen. 51 hiervon stehen in Nordrhein-Westfalen auf der Roten Liste der gefährdeten Pflanzenarten, einige gelten sogar als ausgestorben. Außerhalb der Beetkulturen konnten im Museumsgelände bisher 138 Wildkräuter der Dörfer und Äcker nachgewiesen werden, 21 davon gefährdet. Diese Vielfalt wollen wir im Projekt gezielt weiter fördern“, erläuterte Thomas Muchow.

Neben den eigens eingerichteten Schutzflächen und den Erhaltungsbeeten werden künftig auch regelmäßig ehrenamtliche Wildkräuterpaten im Freilichtmuseum ausgebildet, die bei Pflege und Schutz der seltenen Pflanzen auf dem Museumsgelände helfen. Den ersten zehn Kursteilnehmenden konnten Schumacher und Mangold an diesem Tag bereits ihr Teilnahmezertifikat überreichen.

Ein neuer Lehrpfad durch das Museum ergänzt die Vermittlung des Projektes. Weitere Angebote, etwa eine „Entdeckungsreise“ für Kinder, Jugendliche und Familien rund um das Thema Wildpflanzen im Museum sind geplant.