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Kommentiert: Neues Miteinander ist gefragt

Kommentiert : Neues Miteinander ist gefragt

Ein „weiter so wie bisher“ ist das Letzte, was Roetgen überhaupt noch nach vorne bringen kann. Die Gemeinde steht mit dem Rücken zur Wand. Der Rat hat sich selbst zur Hinrichtung geführt. 551 Wähler mehr als 2014 eilten an die Urnen; mit 69,33 Prozent erlebt Roetgen die höchste Beteiligung in der Nordeifel.

Aber die Bürger verurteilen ihren Rat zur Vierteilung – ein im Mittelalter beliebtes Strafmaß vor allem bei versuchtem oder vollendetem Königsmord.

Die alte Mehrheit ist dahin, eine neue noch nicht wirklich in Sicht. Weil Gräben zu tief und Wälle zu hoch wurden. Debatten haben den Pfad der Sachlichkeit verlassen, sich in Animositäten gesteigert und nur noch überflüssig Kraft gekostet. Endlos lange Diskussionen über winzige Details rauben den Blick für Visionen, die Roetgen braucht, um das Dörfliche bewahren und gepaart mit Neuem in die Zukunft führen zu können.

Das geht nicht, wenn vier Enden in vier oder auch nur zwei Richtungen ziehen. Das geht nicht, wenn Persönliches zwischen Sachfragen steht und auch nicht, wenn man nicht respektvoll miteinander umgeht. Geschichte wird gemacht, wenn man gemeinsam und vertrauensvoll voran geht. Ein Dorf liebt und lebt, wenn seine Bewohner sich zu einer Gemeinschaft zusammen finden.

In Roetgen sind ein neues Miteinander und neue Mehrheiten gefragt. Am besten breite und vertrauensvolle. Getreu dem alten Kennedy-Spruch: Frag, was du für Roetgen tun kannst!