Simmerath: Neues Eifelkreuz mahnt zum Frieden

Simmerath: Neues Eifelkreuz mahnt zum Frieden

Fast 15 Meter hoch ragt das neue Eifelkreuz in den Himmel über der Paustenbacher Höhe, die auch „Kopp” genannt wird. Das Kreuz mahnt zum Frieden und zur Versöhnung und ist ein Zeichen gegen jedes Unrecht, aber auch ein Zeichen der Hoffnung auf Frieden.

Der 8. Juni 2012 ist ein besonderer Tag in der Geschichte des Eifelkreuzes: Am Nachmittag dieses Tages wurde zum fünften Mal das Eifelkreuz aufgerichtet. Mehr als 30 Simmerather waren gekommen, um dieses kleine Ereignis zu begleiten und mitzuerleben. Das rege Interesse an dieser Aktion macht deutlich: Das Eifelkreuz ist mit seiner Geschichte und seiner Bedeutung tief in der Simmerather Bevölkerung verwurzelt.

Das erste Kreuz wurde am 3. Oktober 1947 aufgerichtet, beteiligt daran waren damals 47 Männer aus Simmerath. Und viele Simmerather sehen sich dem Erbe dieser Männer verpflichtet, denn die Witterung beschert dem Kreuz stets eine nur begrenzte Lebensdauer. Das fünfte Eifelkreuz aufzurichten, war ein ordentliches Stück Arbeit: Alfons Niehsen, Hermann Josef Nießen, Siegfried Nießen (Eifelverein) und Hermann Haas (Kameradschaftlicher Verein) hatten es dabei ungleich leichter als die Männer von 1947.

Ein mächtiger Kran der Firma Rudi Henn aus Kesternich, fachmännisch gesteuert von Hubert Toussaint aus Huppenbroich, hievte das lange und schwere Holzkreuz mit Leichtigkeit hoch und beförderte an die Halterung aus Eisen, die fest in der Erde verankert ist und die bisherigen Kreuze stets sicher gehalten hat. Mit der Axt und der Motorsäge mussten die Männer den dicken Stamm unten so lange bearbeiten, bis er in die Halterung passte, so dass die starken Eisenbänder verschraubt werden konnten. Diese Arbeit wurden von den Interessenten ringsum aufmerksam und interessiert verfolgt und vielfach im Bild festgehalten.

Am Ende stand das fünfte Eifelkreuz wieder gerade auf der Kopp. Erwin Finken, Vorsitzender des Simmerather Ortskartells, dankte in einer kurzen Ansprache den Männern für die Arbeit und den Sponsoren für die finanzielle und materielle Unterstützung, durch es erst möglich wurde, das neue Kreuz zu errichten.

Unterstützt wurde das Projekt, das vom Ortskartell initiiert worden war, von Ortsvorsteher Stefan Haas, der bei der Aktion auch anwesend war, von den Firmen Dieter Wilden, Stephan Henn und Rudi Henn. Zu den Sponsoren gehören aber auch Vinzenz Braun und Erich Haas, die bereits 1947 dabei waren, als das erste Kreuz aufgerichtet wurde. Für den Transport des Kreuzes (das Holz kommt aus dem Sägewerk Steffens in Mützenich) hatte Martin Haas gesorgt.

Das fünfte Kreuz wurde notwendig, weil der Orkan „Andrea”, der am 5. Januar dieses Jahres mit fast 100 Stundenkilometern über die Paustenbacher Höhe gefegt war und das nicht mehr ganz standfeste Kreuz wie ein Streichholz umgeknickt und völlig zerstört hatte. Das Kreuz war direkt über der Halterung abgebrochen.

Das neue Kreuz wurde aus Lärchenholz gezimmert, es ist genau 14,90 Meter hoch, der Querbalken misst fünf Meter, das Kreuz wiegt etwa 700 Kilogramm. Der Querbalken wurde mit Zinkblechen abgedeckt, um so Schutz vor Wind und Wetter zu bieten. Unten im Fußbereich wurde eine Metallhülse eingelegt, darin eingelassen wurde eine Urkunde über die jüngste Errichtung, aber auch Kopien der bisherigen Urkunden. Die Original-Urkunden von 1947 bis 1996 waren feucht geworden, sie wurden unlängst vom Landschaftsverband Rheinland in Brauweiler für eine Restaurierung begutachtet. Authentische Kopien diesen Urkunden wurden für die Nachfahren im Archiv des Pfarramtes Simmerath hinterlegt.

Harte Arbeit war es auch, die schwere Steinplatte wieder aufzurichten und vor den Fuß des Kreuzes zu stellen. In die Platte aus dem Jahr 1947 eingemeißelt ist die Botschaft des Kreuzes: „Heiliges Zeichen des Glaubens, Einziger Bringer des Friedens”.

Nach getaner Arbeit reichten Frauen des Eifelvereins den Helfern und allen Gästen einen vorbereiteten Imbiss, der dann auch Zeit und Gelegenheit bot zu eifrigen Gesprächen über die Kopp, das Eifelkreuz und andere Themen. Pfarrer Michael Stoffels wird das neue Eifelkreuz wird am Sonntag, 21. Oktober, einsegnen aus Anlass der 65. Wiederkehr der Erstaufstellung im Oktober 1947.

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