Monschau: Neuer Verein will den Kunstmarkt bereichern

Monschau : Neuer Verein will den Kunstmarkt bereichern

Die Gründungsversammlung ist erfolgt, der Vorstand ist gewählt, die Eintragung in das Vereinsregister beim Amtsgericht vollzogen, und auch die ersten Aktivitäten lassen nicht mehr lange auf sich warten: Ein neuer Verein mit Sitz in Monschau will den Kunstmarkt bereichern und neue Akzente setzen. „Internationale Kunstarbeit — Art Work International“ nennt sich der Verein, der Ende 2017 gegründet wurde.

Schon die Namensgebung, die nicht gerade von mangelndem Selbstbewusstsein zeugt, deutet an, dass der neugegründete Verein seinen Blick über die Region hinaus werfen möchte. Die Initiatoren des Vereins „Internationale Kunstarbeit“ haben ihre Absichten und Ziele in der Vereinssatzung klar formuliert: Es sollen Kunstseminare verschiedener Stilrichtungen angeboten werden, Ausstellungen organisiert und kulturelle Veranstaltungen auf die Beine gestellt werden. Kunstwerke im öffentlichen Raum sollen ebenso eine Rolle spielen wie auch die Teilhabe im Rahmen von Inklusion und Integration. Letzteres ist für die 13 Vereinsgründer ein besonders bedeutsamer Aspekt. Der Verein möchte sich gezielt Menschen zuwenden, die in der Gesellschaft aus unterschiedlichen Gründen vom aktiven Kunstschaffen ausgeschlossen sind. Man denkt da an Senioren, Menschen mit Behinderung, Arbeitssuchende und Flüchtlinge, denen der Zugang zur Kunst durch den Besuch von Atelierräumen und die Bereitstellung von Arbeitsmaterial ermöglicht werden soll.

Sämtliche Aktivitäten sollen auf internationaler Ebene stattfinden, und auch der europäische Gedanke soll Eingang in das künstlerische Konzept finden.

„Die Kunst soll Menschen zusammenbringen“, sagt Carin Conscience aus Kall, die Erste Vorsitzende des Vereins „Internationale Kunstarbeit“. Dies bestätigt auch Monika Ertl-Berns aus Swistal, die Zweite Vorsitzende: „Wir wollen die örtlichen Kunst- und Kulturvereine einbinden und sind grundsätzlich offen für jede Form der kreativen Betätigung.“ Beide Künstlerinnen verfügen bereits über umfangreiche Erfahrungen bei der Organisation von Kunstveranstaltungen und Schulungsangeboten.

Besser in Gemeinschaft

„Als Künstler ist man immer Einzelkämpfer“, bedauert Carin Conscience das Fehlen von entsprechenden Netzwerken. In einer Gemeinschaft könne man mehr Projekte auf die Beine stellen, auch was deren finanzielle Förderung betreffe.

Von dem Gedanken eines internationalen Netzwerkes der Kunstschaffenden ist auch Karl-Heinz Buchenthal-Heggen aus Monschau begeistert. Er ist Beisitzer im Vorstand und will sich vorrangig organisatorischen Aufgaben widmen. Er sieht das Vereinsziel als erreicht an, wenn es gelinge, dass die Vereinsmitglieder ihre kreativen Ideen hinaustragen würden und mit neuen Ideen zurückkehren würden.

Dem Vorstand gehört auch Petra Heggen an. Die Malerin ist Schatzmeisterin und arbeitet in Monschau an Richters Eck in ihrem Atelier. Hier bietet sie Kurse an, um Teilnehmer in die „intuitive Prozessmalerei“ einzuführen. Dieses Angebot findet vornehmlich in der ruhigen Winterzeit in Monschau statt. An diesem Punkt sieht ihr Ehemann Karl-Heinz Buchenthal-Heggen dann auch einen Beitrag zur Bereicherung des Angebotes im touristisch geprägten Altstadtkern.

Die weiteren Vorstandsmitglieder sind Monika Hahlbrock aus Düren, Anne Bergmann aus Euskirchen und Hans B. Hein aus Bocholt.

In Bocholt wird der Verein „Internationale Kunstarbeit“ sich im Rahmen der Veranstaltung „KulturGut Europa 2018 — Interpretationen“ am 5./6. Mai auch erstmals präsentieren. Bei diesem europäischen Kunstprojekt mit Teilnehmern aus Deutschland, Belgien und den Niederlanden geht es darum, dass die Künstler jeweils das Besondere einer Region in eine künstlerische Bildsprache umsetzen — im Falle Monschaus könnte dies beispielsweise der denkmalgeschützte historische Stadtkern sein.

Entscheidend bei diesem Konzept ist aber, dass die Künstler nicht ihre eigene Herkunftsregion in den Blickpunkt rücken sondern sich der Thematik von anderen Künstlergruppen stellen und diese aus einem neuen Betrachtungswinkel heraus interpretieren. In mehreren Vorbereitungstreffen soll diese Idee konkretisiert werden. „Auf diese Weise soll es zu einer Begegnung europäischer Kultur kommen“, sagt Projekt-Organisator Hans B. Hein.

Der Verein „Internationale Kunstarbeit“ plant parallel für seine Mitglieder eine Eröffnungsausstellung aus Anlass der Vereinsgründung. Diese findet im Sommer im „kleinen Kunstraum“ in der Euskirchener City statt.

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