Monschau: Neuer Kalender mit historischem „Gruß aus Montjoie“

Monschau: Neuer Kalender mit historischem „Gruß aus Montjoie“

Bewährt, beliebt und begehrt ist der seit dem Jahr 2009 erscheinende Kalender „Gruß aus Montjoie“, der wieder zwölf alte Monschauer Ansichten zeigt, wie sie einst auf Postkarten zu finden waren. Herausgegeben wird der Jahreskalender im handlichen Format (21 x 21 cm) von der Musikvereinigung Montjoie.

Auch bei der achten Auflage greift Vorstandsmitglied Manfred Brandenburg (77) wieder auf seinen reichhaltigen Bestand alter Monschauer Postkarten aus allen Epochen der historischen Altstadt zurück. So ist der Kalender für den historisch interessierten Monschauer auch eine wahre Fundgrube, denn viele Details auf den Postkarten erinnern an längst vergangene Zeiten.

Das alte Monschau im Blick: Hilmar Weber (li.) von Manfred Brandenburg vom Vorstand der Musikvereinigung Montjoie präsentieren den Kalender 2106 mit Postkartenmotiven.

„Manchmal muss man ganz genau hinschauen, dann erkennt man, dass sich Monschau im Laufe der Jahrzehnte sehr viel verändert hat“, sagt Manfred Brandenburg, der sich als „Jäger und Sammler“ bezeichnet, und bedauert, dass sich die Motive oft nicht auf einen exakten Entstehungszeitraum festlegen lassen, denn, so erläuterte der passionierte Sammler, Ansichtskarten seien in erster Linie oft für den Zweck gesammelt worden, um an die Briefmarken zu gelangen. Die Marken seien dann abgelöst worden und damit sei auch der Poststempel abhanden gekommen.

Die älteste Monschau-Postkarte von Manfred Brandenburg ist aus dem Jahr 1896, und die Motive des Kalender 2016 dürften zwischen 50 und 90 Jahre alt sein.

„Der Bestand an Postkarten mit der Monschauer Altstadt als Motiv ist enorm umfangreich“, erläutert Manfred Brandenburg, „weil Monschau bereits eine lange Tradition als Touristenstadt besitzt.“

Das Titelbild des Kalenders besteht aus einer Collage von zwei Motiven: Rotes Haus und evangelische Kirche auf der einen Seite und der Tuchmacherbrunnen auf dem Marktplatz auf der anderen Seite sollen Monschaus Bedeutung als Tuchmacherstadt symbolisieren.

Das Januar-Motiv zeigt die Eschbachstraße und im Vordergrund ein Schild, das hier eine Geschäftsstelle des DBG ausweist. Im Hintergrund sieht man die fast noch unbebaute Haag. Recht arm an Bebauung zeigt sich Monschau auch auf der März-Postkarte, während das wesentlich jüngere Motiv vom April die belebte Rurstraße aus den 1960er-Jahren zeigt, einer Zeit als die gesamte Altstadt nur aus Einbahnstraßen bestand.

Kräftig koloriert wurde die August-Postkarte, die einen Blick vom Burghof zur Zeit der Festspiele aus den 1950er-Jahren zeigt.

Eine ungewöhnliche und längst vergessene Ansicht ruft auch das September-Motiv in Erinnerung. Hier sieht man vor dem heutigen Kunst- und Kulturzentrum in der Austraße einen mächtigen vierstöckigen Backsteinbau am Rurufer. Dabei handelte es sich um eine Kaserne, das ehemalige Bezirkskommando in Monschau. Das Gebäude wurde später als Gymnasium genutzt, dann zog die Stadtverwaltung hier ein. Später wurde das Gebäude abgerissen und an dieser Stelle entstand das Parkdeck Schleidener Straße.

Mia Gröner wird gewürdigt

Hübsch ist auch das November-Motiv mit einer Abbildung des Cafés Bergklause in Menzerath. Das Gartenlokal brannte im Zweiten Weltkrieg ab.

Interessant ist das Dezember Motiv, das die Stadtstraße aus Richtung Richters Eck zeigt, an deren Beginn einst das längst abgerissene und legendäre Hotel de la Tour stand.

Das letzte Blatt des Kalenders widmet sich wieder einer interessanten Monschauer Persönlichkeit. Diesmal wird die Heimatdichterin Mia Gröner gewürdigt (1906 - 1968), die im kommenden Jahr 110 Jahre alt geworden wäre.

Sie war ihrer Heimat eng verbunden, und liebte das bunte und geschäftige Treiben in den engen Gassen der Stadt. Vermutlich war sie auch die erste Stadtführerin, die sich mit ihrer eigenen Art schon damals in den Dienst des Tourismus stellte.

Der Vorsitzende der Musikvereinigung Montjoie, Hilmar Weber, freute sich, dass der Kalender inzwischen einen treuen Kreis von Abnehmern gefunden hat, und das Produkt auch stets eine wichtige finanzielle Stütze für die Musikvereinigung sei, die im kommenden Jahr ihr 90-jähriges Bestehen feiert.

(P. St.)
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