Lammersdorf: Neue Gestaltungsideen für den Dorfplatz in Lammersdorf

Lammersdorf : Neue Gestaltungsideen für den Dorfplatz in Lammersdorf

Die emotionalen Wogen um die Nutzung des Dorfplatzes in Lammersdorf haben sich langsam beruhigt, aber die Frage, wie die im Ortskern gelegenen Fläche angemessen genutzt werden kann, beschäftigt auch jetzt noch viele Bürger. Ein jetzt von sechs Lammersdorfer Bürgern unterzeichneter Bürgerantrag mit Ideen zur Aufwertung des Platzes bringt dieses Engagement zum Ausdruck.

Der Kern der Antragsteller besteht aus einer Lammersdorfer Interessengemeinschaft, die vor einigen Monaten Ansiedlungspläne eines Discounters auf dem Dorfplatz kritisch begleitete.

Bekanntlich hatte in diesem Sommer der Lebensmittel-Discounter Norma Interesse an einer Ansiedlung bekundet und dafür die jetzige Aufstellfläche des Festzeltes der Karnevalsfreunde auf dem Dorfplatz als alternativloses Wunschgrundstück ins Visier genommen. Da aber durch eine Befragung der Interessengemeinschaft aus der Bürgerschaft heraus massiver Widerstand am gewünschten Standort laut wurde und auch die Informationspolitik der Verwaltung bemängelt wurde, zog Norma schließlich sein Interesse an einer Ansiedlung zurück.

Sechs Unterzeichner

Nun tritt eine Gruppe von Bürgern auf den Plan, die Ideen und Anregungen zur Verschönerung des Dorfplatzes Lammersdorf zur Diskussion stellen. In Form eines Bürgerantrages wurden diese Anregungen jetzt den Mitgliedern des Simmerather Gemeinderates zur Kenntnis gebracht. Unterzeichnet wurde der Antrag von Francesca Weber, Gudrun Peters, Joanna Scholl, Thomas Gülpen, Thomas Genter und Mario Genter.

Das Schreiben, einschließlich eines möglichen Gestaltungsvorschlages, lag am Dienstagabend auch dem Gemeinderat in seiner Sitzung vor. Da das Schreiben erst wenige Tage vor der Sitzung bei der Verwaltung eingegangen war, wurde in der Sitzung von der Verwaltung lediglich dessen Eingang bestätigt. Eine inhaltliche Erörterung wird erst im zuständigen Fachausschuss im kommenden Jahr geführt.

„In den vergangenen Monaten haben viele Lammersdorfer den Wunsch nach einer Aufwertung des Dorfplatzes geäußert“, heißt es in dem Bürgerantrag. Insbesondere die nicht gepflasterte Zeltplatzfläche und die kleine Hanglage zum Otto-Junker-Platz „sind aus unserer Sicht verbesserungswürdig“, heißt es weiter.

Mit Ausnahme eines kleinen Bereiches ist die Zeltplatzfläche auf dem Dorfplatz derzeit mit Split befestigt. Alternativ schlagen die Bürger vor, die gesamte Fläche mit Rasengittersteinen zu versehen. Weiterhin wird angeregt, die Hanglage links und kopfseitig des Zeltplatzes mit U-Steinen in eine Art Tribüne umzuwandeln. „Es entstünden so zum einen Sitzgelegenheiten, zum anderen entfiele im Gegensatz zur jetzigen Rasenfläche die laufende Pflege.“

Wenn die genannten Vorschläge umgesetzt würden, seien die Voraussetzungen für eine vielseitige und verbesserte Nutzung des Dorfplatzes gegeben: Als Beispiele werden die Maifeier, das Gemeindeschützenfest, Karnevalsveranstaltungen, Weihnachtsbaumschmücken, Zirkus für Schulkinder, Open-Air-Aufführungen (Konzerte, Theater, Kino), Themen- und Wochenmärkte, ein Treffpunkt mit Sitzgelegenheit und ein Rastplatz für Ausflügler (Wanderer, Vennbahn-Radweg) genannt.

Schließlich verweisen die Bürger auch noch auf die jüngst vorgestellte Marketing-Kampagne für Simmerath: „Wir gehen davon aus, dass die darin erwähnte Kampagne nicht nur den Zentralort, sondern das gesamte Gemeindegebiet vermarkten soll“, heißt es im Antragsschreiben. Durch die Aufwertung des Dorfplatzes entstehe „ein positives Gesamtbild des Lammersdorfer Zentrums“. Dieses Bild führe zu einer „positiven Außenwirkung“, einerseits bei potenziellen Neubürgern, andererseits bei Besuchern des Gemeindegebiet Simmerath.

„Sofern sich keine anderweitigen Finanzierungswege ergeben, regen wir deshalb die Überlegung an, ob aus dem mittleren fünfstelligen Betrag für die Marketing-Kampagne ein Teilbetrag für die reale, greifbare und langfristige Außendarstellung von Lammersdorf zu verwenden ist. So stehe in der erwähnten Kampagne kein geschöntes Konzept der ernüchternden Realität entgegen“, heißt es abschließend im Bürgerantrag.

Aus dem Ergebnis der Umfrage zur Ansiedlung eines Norma-Marktes und den über die Fragebögen eingereichten Anregungen lasse sich erkennen, „dass der Erhalt und die Aufwertung des Dorfplatzes erwünscht sind und sogar mit Eigenleistung der Bürger zu rechnen ist“, sehen die Antragsteller im Dorf eine gute Basis für ihren Vorstoß. Aus diesem Grund bitten sie „um eine wohlwollende Prüfung“. Man sei offen für weitere Ideen, die dazu beitragen, „aus dem Lammersdorfer Zentrum einen lebendigen Dorfplatz zu machen“.

Begrüßt wird der Antrag auch von Lammersdorfs Ortsvorsteher Franz-Josef Hammelstein. Er sehe es gerne, dass die Interessengemeinschaft jetzt bemüht sei, etwas Positives für das Dorf einzubringen. Zunächst aber seien in den Fachausschüssen die Möglichkeiten der Umsetzung, insbesondere unter Einbindung der Karnevalsfreunde, zu prüfen. Es müsse anschließend ein demokratischer Prozess in Gang gesetzt werden, um herauszufinden, „welche Gestaltung das Dorf möchte“.

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