Nordeifel: Neue Folgen für „Die Eifelpraxis“ gedreht

Nordeifel : Neue Folgen für „Die Eifelpraxis“ gedreht

Weil sie einen beruflichen Neuanfang starten möchte, zieht die alleinerziehende Krankenschwester Vera Mundt mit ihren beiden Kindern in die Nordeifel. In der am Rursee befindlichen Praxis von Landarzt Dr. Chris Wegner stellt sie allerdings bald fest, dass das Leben auf dem Land weder beschaulich noch romantisch ist.

Ihr Chef sitzt im Rollstuhl, das Wartezimmer ist voll mit Patienten, und die Hausbesuche müssen auch noch abgewickelt werden. Diese Situation verlangt gute Nerven, Einfühlungsvermögen und Flexibilität, und sie bildet das Gerüst für die erfolgreiche TV-Serie „Die Eifelpraxis“.

Die Location ist ideal, findet Brit-J. Grundel, die Produzentin der Serie „Die Eifelpraxis“, die sich am Drehort wohlfühlt. Foto: P. Stollenwerk

Am 15. Dezember 2017 wurde im ARD-Abendprogramm Folge Nummer fünf ausgestrahlt, die mit 4,7 Millionen Zuschauern eine starke Quote verzeichnete. Das Format kommt also offenbar bei den Zuschauern an, und so wird die Geschichte der Eifelpraxis mit den ungleichen Hauptdarstellern Rebecca Immanuel als Vera Mundt und Simon Schwarz als Dr. Chris Wegner weitergeschrieben. In diesem Herbst werden die beiden nächsten Folgen, die wieder hauptsächlich in Woffelsbach und Monschau abgedreht wurden, gezeigt. Weitere Drehorte waren Gemünd und der Wilde Kermeter im Nationalpark Eifel.

Auch die beiden nächsten Episoden, die Folgen acht und neun, lassen nicht lange auf sich warten; sie werden gerade vor Ort von der Degeto Film GmbH für das Erste produziert. Zwei Wochen ist das insgesamt 50-köpfige Team aus Berlin in Sachen Eifelpraxis unterwegs. Während in der vorigen Woche der Rurseeort Woffelsbach die Kulisse bildete, ist das Team zur weiteren Produktion der neuen Folgen (die Arbeitstitel lauten „Herzenssachen“ sowie „Körper und Geist“) inzwischen in die Grünentalstraße nach Imgenbroich umgezogen.

Im dortigen von Buchenschutzhecken umgebenen strohgedeckten Fachwerkhaus findet das Filmteam Eifelromantik pur vor. Der neue Schauplatz bietet die Kulisse für das Privathaus von Dr. Wegner. Vera Mundt hat hier eine delikate Aufgabe zu erledigen, denn ihr Chef braucht nach einem kleinen Unfall fachliche Hilfe. Auch die Hauptdarsteller fühlen sich wohl an diesem wunderschönen Fleckchen Erde.

„Die Haushecken sind so faszinierend und imposant“, bewundert Rebecca Immanuel im Gespräch während einer kleinen Drehpause die hohe Kunst der Eifeler Heckenpflege. „Ich würde mir wünschen, dass in der Eifel eine Führung zu den schönsten Hecken angeboten würde“, sagt sie lachend. Zum Start der Eifelpraxis-Dreharbeiten im Jahr 2015 hätte die Hauptdarstellerin nicht zu hoffen gewagt, dass die Reihe auch drei Jahre später noch Bestand hat und beim TV-Publikum so gefragt ist.

„Die Geschichten sind gut, das ist richtiges Seelenfutter“, sagt Rebecca Immanuel. „Es geht um Werte wie Solidarität, Nächstenliebe und Integrität. Damit setzt die Serie wohl auch ein Gegengewicht zu vielen Ereignissen, die den Menschen ständig im Alltag dargeboten werden.“ „Nachdenklich“, ergänzt die viel beschäftigte Schauspielerin, haben sie die Dreharbeiten am Rursee gemacht. „Beim Anblick des Niedrigwassers habe ich gleich an die Klimakatastrophe gedacht.“

In seinem für die neuen Folgen angemieteten Privathaus in Imgenbroich fühlt sich auch Simon Schwarz auf Anhieb wohl, aber auch die Monschauer Altstadt hat ihn nachhaltig fasziniert: „Der Zusammenfluss von Rur und Laufenbach am Roten Haus, die terrassierten Berghänge und die darüber thronende Burg sind großartig“, sagt der aus Österreich stammende Schauspieler. Auch er ist erstaunt, dass die Serie inzwischen schon drei Jahre läuft. „Das hätte ich niemals gedacht“, sagt Schwarz, der für die Beliebtheit der Reihe aber keine schlüssige Erklärung findet: „Wenn man das wüsste, würden ja nur noch erfolgreiche Serien produziert.“ Der Zeitgeist spiele sicherlich eine Rolle, „aber Erfolg lässt sich nicht ausrechnen“.

Shuttle zum Flughafen

Sehr gern mit ihrem Team in der Eifel zu Gast ist auch Producerin Brit-J. Grundel, erwähnt aber auch, dass hinter der Produktion ein beachtlicher logistischer Aufwand steht. So sei zwischen dem Flughafen Köln/Bonn und den Drehorten in der Eifel ein dauerhafter Shuttleverkehr eingerichtet. Um das Wohnhaus von Dr. Wegner im Film zu finden, habe man eine intensive Suche gestartet, ehe man in der Grünen-talstraße fündig geworden sei. Brit-J. Grundel: „Hier haben wir wirklich die allerbesten Voraussetzungen vorgefunden.“

(P. St.)
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