Nordeifel: Neue Aktionen im Kampf gegen Motorradunfälle

Nordeifel : Neue Aktionen im Kampf gegen Motorradunfälle

Bei einer Unfallstatistik von „heiler Welt“ zu sprechen, ist sicherlich das falsche Bild. Tatsache aber ist, dass die Nordeifelkommunen Monschau, Roetgen und Simmerath vergleichsweise niedrige Zahlen in die Unfallstatistik der Polizei in der Städteregion Aachen beisteuern.

Drei tödliche Motorradunfälle ragen aus dem Zahlenmaterial heraus, das Polizeipräsident Dirk Weinspach und Svende Friedrichs (Leiterin der Direktion Verkehr) am Freitag in Aachen vorstellten.

Die Unfallstatistik in der Eifel im Jahr 2017. Grafik: ZVA/Thomas, Quelle: Polizei NRW, Foto: Ralf Roeger.

Für Monschau weist die Statistik insgesamt rückläufige Unfallzahlen aus, vor allem bei Unfällen mit Leichtverletzten und mit Beteiligung von Kindern, Radfahrern, Fußgängern und jungen Erwachsenen (18 bis 24 Jahre). Erfreulich auch: Wie schon 2016 musste die Polizei keinen einzigen Schulwegunfall aufnehmen.

Eine Zunahme gab es dagegen bei Unfällen mit Schwerverletzten, mit Kradfahrern und mit den zwei tödlichen Motorradunfällen in Höfen und bei Dreistegen (2016 war es nur einer im Stadtgebiet). „Die in Monschau tödlich verunglückten Fahrer waren jeweils auswärtige Tagestouristen, die aus unterschiedlichen Gründen die Ursache für den Unfall selbst setzten“, hielt die Polizei fest.

Und beide tödlich Verunglückten passten in das von der Polizei ausgemachte Profil der am häufigsten beteiligten Kradfahrer: 43 bis 53 Jahre alt und Wiedereinsteiger auf dem Zweirad. Der tödliche Motorradunfall in Simmerath, geschehen am 17. Mai 2017 auf der B 266 in Höhe „Schöne Aussicht“, war etwas anders gelagert.

Hier stieß ein rücksichtsloser Fahrer (28) aus den Niederlanden nach mehreren verbotswidrigen Überholgängen und bei hohem Tempo mit einem entgegenkommenden Motorradfahrer aus Monschau (53) zusammen, der drei Wochen später den Verletzungen erlag.

Auch bei den Unfällen in der Gemeinde Simmerath sind die meisten Unterkategorien rückläufig, so bei Unfällen mit Leichtverletzten, mit Radfahrern und Fußgängern. Zwar gab es nur noch einen tödlichen Motorradunfall (2016: 2), doch blieb die Zahl der verunglückten Kradfahrer mit 34 auf hohem Niveau.

Deshalb setzt die Polizei bei ihrer Präventionsarbeit auch in der bevorstehenden Motorradsaison auf ihre Aktionstage. Zehn gab es davon 2017, zehn sollen es auch 2018 werden. Zusätzlich soll bei den „Politouren“ Aufklärungsarbeit geleistet werden.

Dabei möchten erfahrene Zweirad-Beamte gemeinsam mit Motorradfahrern durch die Eifel touren und „auf Augenhöhe“ mit den Bikern ins Gespräch kommen. „Die Fahrer sollen lernen, ihr Bike zu beherrschen, ihre Geschwindigkeit zu drosseln und auf Anwohner Rücksicht zu nehmen“, formulierte der Polizeipräsident das Ziel. Dirk Weinspach kam auch im vergangenen Jahr bei verschiedenen Aktionstagen persönlich mit den Bikern ins Gespräch.

Bemerkenswert auch: An den zehn Aktionstagen wurden insgesamt 4586 Maßnahmen — Ordnungswidrigkeitsanzeigen, Verwarngelder und Anzeigen bis zum Fahrverbot — aufgrund von Geschwindigkeits- und Überholverstößen, technischer Mängel und anderer Vergehen getroffen. Die Polizei erinnerte auch noch einmal an den traurigen Spitzenreiter 2017, der mit 146 km/h durch eine 50er-Zone bretterte und seither Fußgänger ist.

Simmerath: ein Schulwegunfall

Zwei weitere Zahlen aus der Statistik für Simmerath verdienen Beachtung: In der Gemeinde gab es 2017 den einzigen Schulwegunfall im Eifelbereich, außerdem stieg die Zahl der Verkehrsunfälle mit schwerverletzten Personen um 60 Prozent (32 nach 20 im Jahr 2016).

Fast durchweg auf dem erfreulich niedrigen Vorjahresniveau bewegten sich 2017 die Zahlen in der Gemeinde Roetgen. Kein tödlicher Unfall und keinen Schulwegunfall verzeichnet die Statistik, allerdings einen Unfall mit Beteiligung eines Kindes. Dafür gingen die Unfälle mit Schwer- und mit Leichtverletzten weiter zurück, ebenfalls Unfälle, an denen Radfahrer, Fußgänger und 18- bis 24-Jährige beteiligt waren.

(hes)
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