Monschau: Netzbetreiber geht auf Nummer sicher: Nachfrage nach Glasfaseranschlüssen muss stimmen

Monschau: Netzbetreiber geht auf Nummer sicher: Nachfrage nach Glasfaseranschlüssen muss stimmen

Nun also auch Monschau: Nachdem die Deutsche Glasfaser (DG) in den Gemeinden Roetgen und Simmerath erfolgreich für ihr schnelles Internet geworben hat, möchte sie kurzfristig ihr Netz auch auf die Stadt Monschau ausdehnen.

Allerdings wird das Unternehmen dabei zunächst das Interesse in den Ortschaften Konzen und Imgenbroich abfragen und dann erst bei entsprechender Resonanz in diesen beiden Orten auf das restliche Stadtgebiet ausweiten.

Diese Vorgehensweise ist auch im Kooperationsvertrag zwischen der Stadt Monschau und der Deutschen Glasfaser GmbH mit den Bereichen Netz-Entwicklung und Netz-Operating verankert, mit dessen Abschluss der Stadtrat nun die Verwaltung beauftragte.

40 Prozent der Haushalte, die in einem Ausbaugebiet liegen, müssen sich für einen Vertrag mit der DG entscheiden (s. Box), damit das Unternehmen mit Sitz in Borken tätig wird. Die ominösen 40 Prozent wurden bei der Nachfragebündelung in den Gemeinden Roetgen und Simmerath in sieben von neun Ausbaugebieten erreicht: Für die Bereiche Steckenborn, Lammersdorf/Waldsiedlung/Kämpchen/Paustenbach, Rollesbroich/Strauch, Simmerath/Witzerath/Kesternich, Eicherscheid/Huppenbroich/Hammer sowie Roetgen und Rott/Mulartshütte wird deshalb derzeit die Bauphase geplant, „um einen optimalen Ablauf der Bauarbeiten zu ermöglichen“, wie es auf www.deutsche-glasfaser.de heißt. „Nur für einige Dörfer am Rursee hat es leider nicht gereicht“, meinte DG-Gebietsleiter Stephan Giese mit Blick auf die Ausbaugebiete Einruhr/Seifenauel/Dedenborn/Erkensruhr und Rurberg/Woffelsbach, wo die Nachfrage unter 30 Prozent hängen blieb.

Möglicherweise dadurch gewarnt, hat die Deutsche Glasfaser entschieden, zunächst 963 Haushalte (784 Adressen) in Konzen sowie 735 Haushalte (594 Adressen) in Imgenbroich zu befragen, ob sie denn einen Vertrag mit der DG abschließen möchten. Erst wenn sich dort 40 Prozent der Haushalte zu einem Vertrag mit der Deutschen Glasfaser entschließen, wird weiter ausgebaut — dem Vernehmen nach zunächst in Richtung Mützenich.

Bereits am 15. März soll die Werbekampagne für Imgenbroich und Konzen starten — mit großen Plakaten, Flyern, Zeitungsanzeigen sowie Internet- und Telefonakquise. „Wir werden die Bereiche Konzen und Imgenbroich cyanisieren“, meinte Giese in Anspielung auf die vorherrschende Farbe der DG-Werbung. Er kündigte auch einen Aktionstag und die Einrichtung eines Beratungsbüros für den Glasfaseranschluss an und möchte auch in Monschau die Vereine für die Werbekampagne der DG gewinnen. Das Unternehmen teilt die Eroberung neuer Gebiete in drei Phasen auf: drei Wochen Pre-Phase, fünf Wochen Erklärungsphase und vier Wochen Verkaufsphase.

„Uns liegt natürlich die ganze Stadt am Herzen“, meinte Gregor Mathar, SPD-Ratsvertreter aus Kalterherberg, mit Blick auf die Testphase in den beiden einwohnerstarken Orten. „Wenn wir in Konzen und Imgenbroich nach zwei Wochen schon 20 Prozent haben, könnte es sein, dass wir die Kampagne für die weiteren Orte vorzeitig starten“, frohlockte Stephan Giese, „da sind wir flexibel“.

Ärger soll ausgeräumt sein

Höfens Ortsvorsteher Heinz Mertens, der im Heinsberger Raum arbeitet, hatte dort von Ärger um schlechten Ausbau und um Dumpinglöhne der DG gehört. „Dieser Vorwurf holt uns immer wieder ein, obwohl die Dinge mittlerweile vier Jahre zurückliegen“, meinte Stephan Giese. Beides betreffe die damals verpflichteten Subunternehmer, von denen man sich inzwischen getrennt habe.

Heute würden nur noch Subunternehmen mit den Tiefbauarbeiten beauftragt, die gesetzliche Mindestlöhne garantieren würden. „Übrigens bevorzugt Unternehmen aus der Region“, ergänzte Giese. Und die Abnahme nach den Bauarbeiten erfolge durch die jeweilige Kommune; „und wenn ein Gehweg oder eine Straße absackt, dann werden wir eben nachbessern“, versprach der Gebietsleiter und kündigte an: Es wird aber auch hier in Monschau Beschwerden geben. Aber wir werden uns darum kümmern.“

Matthias Steffens, Ortsvorsteher von Konzen, merkte an, „dass 784 Adressen und 963 Haushalte nicht die gesamte Ortslage von Konzen sein können“. Ob denn auch die Randbezirke mit Glasfaseranschlüssen rechnen dürften, wollte er wissen. Stephan Giese verwies auf die Ausbaukarte, in der weitgehend erkennbar sei, wo das Netz verlaufen werde. Auch hier sei die DG aber flexibel, wenn ein abseits liegendes Haus nicht allzu weit von einer Trasse entfernt liege und der Besitzer einen Vertrag abschließe. „Dann wüssten wir gerne bis zum 15. März verbindlich, welche Haushalte angeschlossen werden können und welche nicht“, bat Matthias Steffens.

Das zwischen den beiden Orten liegende Gewerbegebiet wird übrigens vorerst nicht abgefragt und erschlossen, da hier bereits 35 Firmen über die Breitbandförderung eines anderen Anbieters einen FTTH-Anschluss beantragt haben. Dagegen werden in der Altstadt Monschau im Zuge der derzeit laufenden Kanalbauarbeiten bereits Leerrohre verlegt, in die später gegebenenfalls Glasfaserleitungen eingezogen werden können.

(hes)
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