Höfen: Naturgartenvirus-Infizierte gestalten alles als Lebensraum

Höfen : Naturgartenvirus-Infizierte gestalten alles als Lebensraum

Großes Interesse fand jetzt der Vortrag zur Gestaltung naturnaher Gärten im Haus Seebend in Monschau-Höfen. Auf Einladung des „Leader“-Projekts „DorfBioTop“ der Biologischen Stationen Aachen, Euskirchen und Düren warb die Naturgartenplanerin und Biologin Ulrike Aufderheide für mehr Arten im Garten.

Mit eindrucksvollen Bildern ließ sie ihr Publikum durch die Gartenparadiese der Vergangenheit und Gegenwart wandeln. Sie hob hervor, dass halboffenen Landschaften mit ihren vielfältigen Strukturen, als Vorbild unserer Gärten, sowohl Geborgenheit als auch Weite bieten. Mehrfach zeigte sie an konkreten Beispielen die enge Vernetzung und Verzahnung zwischen Tier- und Pflanzenwelt. Präzise stellte sie dar, wie einheimische Pflanzen und gestaltende Gartenelemente, die auch der Tierwelt neue Wohnräume ermöglichen, in unsere heutigen Gärten eingebunden werden können.

„Fangen sie mit kleinen Ecken an“, war ihr Rat, und sie prophezeite: „Wer einmal von dem Naturgartenvirus angesteckt ist und der Faszination der neuen Entdeckungen erliegt, der wird alles, sogar Mauer, Hauswand und Steinweg, als Lebensraum gestalten.“

Umrahmt wurde der Vortrag durch Schautafeln des „Life+“-Projekts „Patches and Corridors“, das auf die Gefahr einzelner, sich stark ausbreitender „Gartenflüchtlinge“ in der Landschaft hinwies. „Das Problem fängt im Garten an“, so die Biologin Maike Guschal. Der beste Schutz sei, auf diese Pflanzenarten bei der Gartengestaltung zu verzichten.