Nordeifel: Natur im Rurtal: Mehr Insekten, aber immer weniger Vögel

Nordeifel : Natur im Rurtal: Mehr Insekten, aber immer weniger Vögel

Wer von Sourbrodt in den belgischen Ostkantonen an der Rur entlang wandert, wird bemerken, dass im gesamten Rurtal von der Quelle bis nach Schwammenauel nirgendwo intensive Landwirtschaft betrieben wird, im Gegensatz zu den Hochflächen des Monschauer Landes. Nirgendwo in diesem Tal wird gedüngt, nirgendwo Gülle ausgefahren, nirgendwo Gift gespritzt.

Der Landwirt, der die Wiesen bei Hammer und Dedenborn gepachtet hat, ist Bio-Landwirt. Trotzdem gibt es auch im Rurtal zwischen Dedenborn und Hammer keine singenden Lerchen mehr, keine Goldammern, keine Rebhühner und Feldsperlinge. Es fehlen, wie überall in der Region, die kleinflächigen Getreide- und Kartoffelfelder.

Neuntöter (M.) zwischen Einruhr und Dedenborn.

Dazu werden die Wiesen sehr intensiv von größeren Rinderherden beweidet, so dass Bodenbrüter wie Lerchen keine Chance haben, ihre Jungen aufzuziehen. Andererseits gibt es rund um die Taldörfer Hammer, Dedenborn, Einruhr, Rurberg und Woffelsbach noch viele Wiesen, wo erst in der zweiten Junihälfte mit der Heuernte begonnen wird. Das bewirkt, dass es im Rurtal im Verhältnis zur Hochfläche noch zahlreiche Insekten gibt, was auch den Vögeln zugute kommt.

So haben in diesem Frühjahr im näheren Umkreis unseres Hauses Amseln, Singdrosseln, Mönchsgrasmücken, Heckenbraunellen, Kohl- und Blaumeisen, Kleiber, Gimpel, Buchfinken, Elstern und Spatzen gebrütet. Allerdings ist der Fitis völlig aus dem Rurtal verschwunden, der Zilpzalp wird immer seltener.

Ursache für den Rückgang einiger Vogelarten im Rurtal könnte sein, dass die niedrige Heckenvegetation und die jungen Fichtenkulturen mittlerweile ziemlich groß geworden sind und als Lebensraum für diese Vögel nicht mehr geeignet sind.