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Natur aus der Heimat: Waldmeister regt an und weitet die Gefäße

Aus der Natur unserer Heimat : Waldmeister regt an und weitet die Gefäße

Im späten Frühling blüht in den Laubwäldern unserer Heimat an einigen Stellen der Waldmeister. Diese Pflanze gehört zu den Rötegewächse und ist mit dem Labkraut nahe verwandt. Die kleinen Blüten sind weiß, die Pflanze kann bis zu 50 Zentimeter hoch werden.

Wie der Name besagt, ist der Waldmeister eine Waldpflanze und liebt humusreiche Böden und halbschattige Standorte in Buchenwälder. So kommt er auch bei uns vor in den Buchenwäldern des Nationalparks, aber auch in den großen Waldbereichen im Buhlert und Roetgen.

Man kann ihn auch im eigenen Garten ziehen, wobei man darauf achten sollte, dass der Standort schattig gewählt wird. Der Boden sollte locker, durchlässig und nährstoffreich sein. Waldmeister ist voll winterhart. Einmal gepflanzt, breitet sich die Staude mit ihren dünnen Wurzeln von selbst aus. Wer sich einen Naturgarten zulegen will, sollte dieses Kraut anpflanzen, denn Waldmeister ist eine wichtige Futterpflanze für die Raupen verschiedener Nachtfalter.

Waldmeister ist auch eine Würzpflanze. Bekannt war sie zumindest in unserer Kindheit im Brausepulver oder im Wackelpudding, auch zur Herstellung von Waldmeisterbowle, Eiscreme oder süßem Sirup wird er verwendet. Mit einer Mischung aus Salbei oder Lavendel kann er als Duftkissen auch Motten davon abhalten, sich in Wollkleidung anzusiedeln.

Auch als Heilpflanze in der Homöopathie in der Volksmedizin wurde Waldmeister angewendet. Er wirkt anregend, gefäßerweiternd, mäßig harntreibend, soll bei Kopfschmerzen, besonders bei Migräne helfen. In der Naturheilkunde wird die gesamte Pflanze benutzt ohne Wurzeln. Die Pflanzen werden in der Blütezeit gesammelt, zu Büscheln zusammengebunden und zum Trocknen aufgehängt, wobei die Farbe Grün zu Schwarz wird. Inwieweit die Eifelbevölkerung einst Waldmeister als Heilpflanze nutzte, ist nicht bekannt.