Wetterlage: Nasser, launischer und zum Teil sehr stürmischer März

Wetterlage : Nasser, launischer und zum Teil sehr stürmischer März

Wie so oft zeigten sich beim Wetter auch im März 2019 zwei sehr unterschiedliche Monatshälften. Auf eine sehr stürmische und nasse erste Hälfte folgte ruhiges Hochdruckwetter mit wenigen schwachen Frostnächten.

Dieser erste Frühlingsmonat gehörte zu den fünf wärmsten März-Monaten der letzten 30 Jahre. Die Monatsmitteltemperatur von 8,0° in Alsdorf-Warden lag +1,5° über den Langzeitwerten (1981-2010).

In den höheren Lagen erreichte Kalterherberg ein Mittel von 4,4° und Roetgen von 5,8°, beide lagen 1,8° über dem Schnitt. Die Sturmtiefs der ersten Monatshälfte brachten im Wechsel milde oder polare Luftmassen. Am 11.3. schneite es noch einmal bis ins Flachland (Aachen-Orsbach 2 cm). Zwischen Roetgen und Höfen waren es noch einmal 3-11 cm.

Die Tiefstwerte im Kreis Aachen wurden aus Höfen (-5,5°) und aus Kalterherberg (-5,3°) gemeldet (am Erdboden im Rurtal bis -8°). Am 22.3. lieferte Hoch Hannelore dann die Höchstwerte des Monats mit 20,8° rund um Aachen und Stolberg, 19,4° in Roetgen, 17,4° in Kalterherberg und nur 15,9° am Windpark Wahlerscheid.

In den Niederungen gab es nur ein bis zwei Frostnächte (11./19.), dagegen in höheren Tallagen mit 15 Frostnächten deutlich mehr, z.B. in Kalterherberg. Seit 1875 gab es nur wenige so frostarme März-Monate rund um Aachen. Frostfrei blieben in Aachen die März-Monate 2012, 1992, 1967, 1912, 1897 und 1882.

Neben reichlich Sturm brachte der März 2019 zwar keinen richtigen Wintereinbruch mehr zurück, sorgte aber mit heftigen Graupelschauern für manch weiße Überraschung. Das bekamen besonders die Amateurfußballer zu spüren. Foto: Heiner Schepp

Neben diesen typischen Temperaturwechseln hinterließen vor allem die starken Sturmtiefs vom 3. bis 17. März bleibenden Eindruck, besonders bei den Karnevalisten. Am Rosenmontag zog der Orkan „Bennet“ auf und versetzte die Organisatoren der Umzüge in große Besorgnis. Zum Glück jagte die Kaltfront morgens zwischen 7 und 8 Uhr über das westliche Rheinland, sodass die meisten Züge etwas später als in den Vorjahren starten konnten.

Hier die heftigsten Böen der beiden Sturmtiefs (Bennet am 4. und Eberhard mit Gewittern am 10.): Aachen-Orsbach 106 km/h (10.), Alsdorf-Warden 102 km (4.) und 107 km (10.), Windpark Schöneseiffen 98 km (am 10.), Mützenich 92 km (10.) und in Kalterherberg 87 km (am 4.).

Wie turbulent es in der Atmosphäre zuging, bewies ein Tornado im Umfeld einer Gewitterlinie am 13. März im Raum Roetgen mit großen Schäden (40 Häuser z.T. schwer beschädigt). Die Zugbahn ließ sich bis nach Woffelsbach am Rursee verfolgen.

Aufgrund der zahlreichen Regentage bis zum 17. März blieb dieser Frühlingsmonat eher grau. In der Summe war die Zahl der Sonnenstunden meist unterdurchschnittlich, hier einige Beispiele: Alsdorf 128 Stunden, Kalterherberg 104 Stunden, Windpark Wahlerscheid 101, Windpark Schmidt und Aachen-Orsbach 99 sowie Mützenich 96 Stunden.

Der März lieferte zudem deutlich mehr Regen als der trockene Februar. Regional gab es in nur 18 Regentagen mehr als die doppelte Niederschlagssumme im Vergleich zum Langzeitwert. Wie üblich an dieser Stelle einige Vergleichswerte aus dem Kreis Aachen z.T. mit einem Vergleich zu den Mittelwerten 1981-2010 in Prozent: Kalterherberg 192 l/qm (163 Prozent), Höfen 190 l (211 Prozent), Perlenbachtalperre 178 l, Roetgen 170 l (177 Prozent), Mützenich 167 l (145 Prozent), Kalltalsperre 161 l (158 Prozent), Wahlerscheid 147 l (158 Prozent), Windpark Schmidt 134 l (181 Prozent), Aachen-Orsbach 119 l (183 Prozent) sowie Aachen-Brand und Alsdorf-Warden 115 l/qm.

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