Monschau: Nächster Monschau-Film hat einen längeren Vorlauf

Monschau: Nächster Monschau-Film hat einen längeren Vorlauf

„Es war ein Versuch, der geglückt ist“, resümiert Dirk Neuß, Initiator des Films „Ein Tag in Monschau“. Der knapp 60-minütige Film besteht aus kleinen Schnipseln, die Bürger aus Monschau mit ihren Handys und Digitalkameras gedreht haben. Die einzige Voraussetzung dafür war: Die Szenen sollten am 29. August aufgenommen werden.

Motive und Themen konnten frei ausgewählt werden. So wurde beispielsweise ein Taxifahrer auf seiner Fahrt durch Monschau filmisch begleitet und die Zubereitung von Pflaumenmus in einem Clip dargestellt. Überraschend und schön zugleich sei eine Aufnahme gewesen, in der Senfmüller Guido Breuer noch einmal eigenhändig Senf hergestellt hat. Auch die Entstehung einer Tageszeitung in der Lokalredaktion Nordeifel in Imgenbroich begleitet der Film hautnah.

Insgesamt 16 Stunden Material seien so zusammen gekommen. „Die unterschiedlichen Formate waren dabei für uns kein Problem“, erklärt Neuß, Mitinhaber der „Playfour Media Group in Konzen, die den Film erstellte. An modernen Schnittplätzen könne man mittlerweile mit fast alle Dateitypen arbeiten.

Nur wenige sehenswerte Aufnahmen machten in der Nachbearbeitung Schwierigkeiten: „Einige Aufnahmen wurden leider hochkant mit einem Handy gemacht. Das ist bei 16 zu 9 Bildern problematisch.“ Doch dieses Problem hätten sie am Ende auch lösen können, so dass kein schönes Bild verloren ging. Franziska Steudner (Kameratechnik und Schnitt) sowie Janina Rüttgers (Produktionsassistenz) sorgten dafür, dass der Film pünktlich fertig wurde.

Ob das Projekt überhaupt funktionieren würde, war zu Beginn noch unklar: „Der Film ist auf Experimentierbasis entstanden.“ Er habe sich nur gewünscht, dass alle sieben Stadtteile mit einem Beitrag in dem Film auftauchen, was glücklicherweise auch geklappt habe, berichtet Neuß weiter. Das fertige Werk konnte schließlich beim Monschauer Wirtschaftstag erstmalig der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Bis es soweit war, musste jedoch zunächst das Material im Schnelldurchlauf gesichtet und geordnet werden. „Wir haben die Beiträge nach Uhrzeiten vorsortiert.“ Das habe ungefähr einen Tag gedauert. In den folgenden vier Tagen wurden dann die besten Szenen ausgewählt, mit Musik unterlegt und zusammengeschnitten. Das Konzept des Films sei durch den Tagesablauf schon vorgeben gewesen, was die Arbeit enorm erleichtert habe.

Die Idee dazu entstand ungefähr sechs Wochen vorher. Neuß übt im Nachhinein allerdings Selbstkritik an diesem knappen Zeitfenster und wagt eine Vermutung: „Sicherlich hätten noch mehr Vereine daran teilgenommen, wenn mehr Zeit gewesen wäre.“

Und genau das will er im nächsten Jahr besser machen. Dann wird es eine Fortsetzung des ersten Teils geben. „Natürlich sollen die Aufnahmen wieder von der Spontanität der Menschen leben, aber es wird beim nächsten Mal wahrscheinlich ein Motto geben, das breit gefächert ist“, schildert Neuß seine Pläne. Die ganze Aktion habe ihm viel Spaß gemacht und er freue sich über das Ergebnis seines Versuchs.

„Ein Tag in Monschau“ ist als DVD ab Ende Oktober erhältlich und kostete 10 Euro. Einige Ausschnitte werden in nächster Zeit auf der Internetseite des Projektes unter www.ein-tag-in-monschau.de zu sehen sein. Hier kann der Film ab sofort auch vorbestellt werden.

(jkü)
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