Monschau: Musikwoche: Ein Erfolg trotz Widrigkeiten

Monschau: Musikwoche: Ein Erfolg trotz Widrigkeiten

Trotz aller Widrigkeiten: Die Musikwoche Monschau hat sowohl für Einheimische als auch für Touristen eine große Bedeutung. „Der neue Platz hat sich bewährt“, resümierte Hilmar Weber, 1. Vorsitzender der Musikvereinigung Montjoie am letzten Tag der Musikwoche.

Mit dem Aufbau der Bühne vor der evangelischen Kirche habe man die Idee umsetzen können, „die historischen und landschaftlichen Reize einzubinden in ein abwechslungsreiches musikalisches Programm“.

Dass es nun ausgerechnet im Wonnemonat Mai tagelang regnet, war langfristig nicht vorauszusehen. Wetter hin, Wetter her, am Freitagabend kamen rund 100 Besucher zu der Band „Melano“ und am Samstag über 200 Partyfreudige zu der Gruppe „Vennomenal“ auf die Rurbrücke, die das Tanzbein zu dem gemischten Repertoire von Schlager, Pop und Rock schwangen.

Mit eigenem Stil

Am Sonntag bildete die belgische Gruppe „Poissansnez“ und „Old Abbey Jazzmen einen gelungenen Abschluss. Die Gruppe „Poissansnez“, die vielen Monschauern schon längst ein Begriff ist, überzeugte abermals mit ihrem ganz eigenen Stil aus belgischer Folklore, französisch, afrikanisch, jazzig angehaucht. Wilfried Scheen (Akkordeon/Klarinette), Alain Flas (Gitarre), Gerd Zilles (Djembé) und Jean-Marc Gering (Gesang) auch „Fisch“ genannt, sorgten damit für ein ganz eigenes Ambiente auf der Rurbrücke.

„Der Musikstil ist toll“, bestätigten Mary de la Cousine und Tochter Daisy aus Amsterdam, an diesem Tag zu Gast in Monschau. Eben diesen „eigenen Stil“ zu entwickeln ist das Hauptanliegen der Gruppe mit dem für Deutsche unaussprechlichen oder gar schreibbaren Namen „Poissansnez“.

„Wir wollen keine Perfektionisten sein“, so Alain Flas, sondern gute Laune verbreiten. Tatsache ist, dass die Gruppe, die einst vorgehabt hatte, Straßenmusik zu machen schon längst in der Region etabliert ist

„Die Gruppe ist super, sowohl die Stücke als auch die Texte“, meinte Pascal Beteille, selbst Musiker in der Musikvereinigung Montjoie.

Ganz anders, aber ebenso eindringlich, präsentierte sich die nachfolgende Band „Old Abbey Jazzmen“ mit original New Orleans Jazz, aber auch traditionellen Jazzstilen und deren, die sich daraus entwickelt haben. Mit diesen Stücken aus der ersten Hälfte des 20\. Jahrhunderts überzeugten Hans Günter Zschirnt (Banjo), Michael Lemperle (Trompete), Wolfgang Zeumer (Klarinette), Klaus Schiffers (Posaune) und Tom Bierman (Sousafon). Das imposante Instrument von Bierman, im Grunde ein abgewandeltes Helikon, bzw. Tubainstrument, welches man einst für Marschmusik tragbar gemacht hat, indem man die Windungen des Blechs um den Körper gelegt hat, sorgte an sich schon für Aufsehen.

Das gute Zusammenspiel auch dieser Gruppe gründet ebenfalls auf einer langen Freundschaft und vielen Jahren des Zusammenspiels, bis zurück in die 60er Jahre. „Es hat uns Spaß gemacht“, bestätigte Zschirnt, „trotz des rauen Wetters.“

(mon)
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