Monschau: Musikvereinigung Montjoie: Ein Konzert, das unter die Haut geht

Monschau: Musikvereinigung Montjoie: Ein Konzert, das unter die Haut geht

Mit einigen Neuerungen fand das zum elften Mal veranstaltete Konzert der Musikvereinigung Montjoie in der Monschauer Aukirche statt. Gewohnt war man das vielfältige Repertoire. Dieses Jahr überzeugte der Verein zudem durch die Zusammenarbeit mit dem Chor „Maranatha“ unter Leitung von Ralf Dederichs.

Gleichzeitig wurde die Musikvereinigung von Gabriela Heinen dirigiert, die erst im Oktober ihren Posten angetreten und nun ihr öffentliches Debüt mit den Musikern hatte.

Die aus Schleiden kommende Dirigentin hatte sich gegen drei Konkurrenten durchgesetzt. Studiert hat sie über die Bundeswehr an der Robert-Schuhmann-Hochschule in Düsseldorf. Es zeigte sich sehr schnell, dass die Musikvereinigung mit ihr eine würdige Nachfolgerin von Jeff Krings gefunden hat.

Es gab einen traurigen Grund, weshalb das Konzert, das sonst im Januar stattfindet, in diesem Jahr erst im März veranstaltet wurde. Friedel Krings, seit fünf Jahren Schlagzeuger der Musikvereinigung, verstarb Anfang des Jahres bei der Generalprobe. Trotz der Betroffenheit aller Musiker habe sich die Musikvereinigung entschlossen, das Konzert nach der Absage im Januar nun doch stattfinden zu lassen, berichtete der Erste Vorsitzende, Hilmar Weber. Dieses Konzert war Friedel Krings als Zeichen der Dankbarkeit für sein Engagement gewidmet.

Höhepunkt „Baba Yetu“

Das Programm des Konzertes war äußerst breit aufgestellt mit 17 verschiedenen Kompositionen, die entweder von der Musikvereinigung oder dem Chor „Maranatha“ alleine oder, in zwei Fällen, gemeinsam vorgetragen wurden. Diese zwei Stücke seien etwas Neues für die Musikvereinigung, berichtete Hilmar Weber. „Das ist für uns eine große Herausforderung, aber auch ein Highlight für das Konzert.“ Neben einer schönen Darstellung des Liedes „Über sieben Brücken“ überzeugte der Musikverein gemeinsam mit „Maranatha“ vor allem mit dem Lied „Baba Yetu“, dem eindeutigen Höhepunkt des Abends. „Baba Yetu“ wurde 2005 von Christopher Tin komponiert.

Es ist das „Vater Unser“ in der Sprache Swahili, einer in Ostafrika verbreiteten Bantu-Sprache, wie Moderator Heinz Mertens erläuterte. Gleich die ersten Töne der Instrumente und die ersten Klänge der Stimmen des Chors ergriffen viele der Zuhörer in der guten Akustik der Aukirche. Beeindruckend schafften es die Musiker, sanfte und kräftige Klänge durch die Kirche zu tragen, die unter die Haut gingen. Auch Gabriela Heinen verriet vor dem Konzert, dass dieses Lied eines ihrer Favoriten des Konzerts sei.

Neben „Baba Yetu“ hatte die Dirigentin noch ein zweites Lieblingsstück ausgewählt. Das „Concerto d’amore“, komponiert von Jacob de Haan, gefalle ihr ebenfalls besonders gut. Das Stück wurde von der Musikvereinigung vorgetragen und zeichnet sich vor allem durch die Vereinigung von drei unterschiedlichen Stilen aus: Barock, Pop und Jazz.

Daneben trug die Musikvereinigung noch Pachelbels „Kanon in D-Dur“,„Young Life“ von Manfred Schneider, ein Medley von „König der Löwen“, „Carlingsford Lough“ von Peter Züll, „Guidita“, „Hinterm Horizont“ aus dem Musical über Udo Jürgens und „Ein ehrenwertes Haus“ von Udo Jürgens vor. Bei „Giudita“ ist das Solo der Klarinette — im Original Oboe — hervorzuheben. Und bei „Ein ehrenwertes Haus“ konnte die Zuschauer nichts mehr halten, und sie klatschten freudig im Takt des Stückes mit.

Stimmlich sehr überzeugend

Der Chor „Maranatha“ überzeugte mit „Washing of the Water“ von Peter Gabriel, „If Ye Love Me“ von Thomas Tallis, „An den Ufern der Nacht“ von den Puhdys, dem Song der britischen Rockband Queen „‘39“, „Hail Mary“ von David Burke, „Behold How Good“ von Michael John Trotta und „Kyrie“ der US-amerikanischen Band „Mr. Mister“. Die Sängerinnen und Sänger konnten stimmlich sehr überzeugen. Ihre Freude während des Singens war ihnen deutlich anzusehen, so wippten sie bei dem einen oder anderen Lied fröhlich mit.

Der Musikvereinigung Montjoie ist es wieder einmal gelungen, ein anspruchsvolles Konzert auf die Beine zu stellen, welches viele Besucher anlockte und begeisterte. Auf das nächste Wiedersehen mit den Monschauer Musikern auf ihrer alljährlichen Musikwoche vom 19. bis 21. Juli darf man sich freuen. Es bleibt zu hoffen, dass es solch ein harmonierendes Zusammenspiel aus Musikvereinigung und „Maranatha“ noch öfter zu hören gibt.

(jb)