Nordeifel: Muffelwild darf weiterhin Gast im Nationalpark bleiben

Nordeifel: Muffelwild darf weiterhin Gast im Nationalpark bleiben

„Für mich gibt es keine nachvollziehbare Begründung, warum das Muffelwild außerhalb der Schonzeit bejagt werden darf und den Tieren keinen Tag Ruhe gegönnt wird!”, schimpft Karl-Heinz Kuckelkorn, stellvertretender Leiter des Hegerings Simmerath.

Beim Muffelwild handelt es sich um freie Schafsgruppen, die im Nationalpark Eifel eine Heimat gefunden haben.

Sie wurden hier Ende der 50er Jahre ausgesetzt, um den Kermeter um eine zusätzliche Wildart zu bereichern. Ursprünglich kommen die Schafe aus Sardinien und Korsika, ansonsten lebten sie nur in Felslandschaften auf der Nordhalbkugel, erklärte Gerd Ahnert, Leiter des Fachgebiets Biotop- und Wildtiermanagement beim Nationalparkforstamt Eifel. „Derzeit verweilen knapp 200 Tiere im Nationalpark Eifel, die in der Schonzeit nicht bejagt werden dürfen.”, erläutert Ahnert.

Die Bejagung des Muffelwildes außerhalb der Schonzeit habe einen anderen Hintergrund. Hierbei handele es sich um Mufflons, die vor mehreren Jahren durch nicht genehmigte Aussetzungen angesiedelt worden seien. Diese verweilten nördlich, sowie südlich des Nationalparks in sogenannten „Muffelwildbewirtsschaftungsbezirken”. Gerade bei den Tieren im Süden sei die Vermutung der nicht genehmigten Ansiedlung damit zu begründen, dass dort vor einiger Zeit ein Mufflon mit rot und weiß gestrichelten Hörnern gesichtet worden sei. „Solange die Tiere in ihren Bezirken blieben, werden sie in der Schonzeit auch nicht bejagt”, betont Ahnert. Sobald sie sich aber in den Nationalpark „verirren” würden, werde diese Regelung mit sofortiger Wirkung aufgehoben.

„Die Begründung, dass das meiner Meinung nach schönste und interessanteste Wild schonungslos bejagt werden darf, nur weil es den Nationalpark betritt, reicht mir einfach nicht aus, und ist so für den Hegering auch nicht nachvollziehbar.”, schimpfte Kuckelkorn weiter. Doch Gerd Ahnert erwidert, dass das „genehmigte” Muffelwild innerhalb des Nationalparks ohnehin genug Verbiss-Schäden anrichte, da sei es nicht zu verantworten, die Zahl der Tiere noch zu vergrößern. So verhindere diese Tierart das Wachstum des Laubwaldes. Geplant sei deswegen, die 200 Tiere innerhalb des Nationalparkes im Laufe mehrerer Jahre auf 100 Tiere unter Beachtung der Schonzeit (1. Februar bis 31. Juli) zu reduzieren. Muffelwild, das außerhalb der Schonzeit bejagt werde, würde durch die räumliche Trennung des Nationalparkes erkannt.

Karl-Heinz Kuckelkorn findet dennoch kein Verständnis für diese Maßnahme: „Der Nationalpark Eifel soll schließlich ein Erlebnispark sein, und da das Muffelwild eine tagaktive Art ist, das man mit viel Glück bei Spaziergängen zu Gesicht bekommt, verstehe ich einfach nicht warum es so starkt bejagt wird.” Er betrachte das Muffelwild als eine Bereicherung von Flora und Fauna. Neulich habe er einer Familie eine Stelle gezeigt, an der sie die Tiere beobachten konnten, was großes Staunen ausgelöst habe.

Karl-Heinz Kuckelkorn: „Es wäre schade, wenn so etwas in einigen Jahren nicht mehr möglich wäre! Und trotzdem kann der Hegering gegen diesen Beschluss nichts unternehmen!”, ist Kuckelkorn enttäuscht.

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