Mützenich: Mützenich: Martinsfeuer explodiert

Mützenich: Mützenich: Martinsfeuer explodiert

Später Sonntagnachmittag in Mützenich, es ist schon fast dunkel. Die Kinder haben sich auf dem Schulhof des Venndorfes zum Martinszug versammelt. Mit ihren bunten Laternen wollen sie sich auf den Weg zum Sportplatz machen, wo das Martinsfeuer auf sie wartet.

Plötzlich zerreißt ein lauter Knall die heimelige Atmosphäre. Irgendwo musste etwas explodiert sein, berichteten Ohrenzeugen. Explodiert war das eben erst entzündete Martinsfeuer direkt am Sportplatz, so Ortsvorsteherin Jacqueline Huppertz gegenüber unserer Zeitung: „Da hat jemand unbedacht zu viel Brandbeschleuniger auf den Holzstapel gekippt.”

Dieser Holzstapel zerlegte sich augenblicklich selber, denn die Paletten flogen kreuz und quer über den noch fast menschenleeren Sportplatz und wurden, so Jacqueline Huppertz weiter, schnell wieder eingesammelt, damit es „überhaupt es abzubrennen gab”. Zum Glück hätten die Kinder noch auf dem Schulhof gewartet, mochte die Ortsvorsteherin „am liebsten nicht darüber nachdenken, was alles hätte passieren können”.

Auch die Monschauer Feuerwehr freut sich, dass „glücklicherweise bei diesem Malheur” niemand zu Schaden gekommen ist. Deren Pressesprecher Heiner Sauren spricht von einer „unüberhörbaren Verpuffung”. Wegen einer „anderen Aufschichtung” des Brandgutes sei es vermutlich zu einer „Anhäufung brennbarer Gase” gekommen, die nach dem Entzünden „schlagartig verbrannten”. Der dabei erzeugte Druck sei so groß gewesen, dass man von einer „explosionsartigen Zerlegung des Martinsfeuers” sprechen könne.

Einsatzkräfte aus Mützenich seien ihren Kameraden auf dem Sportplatz zur Hilfe geeilt. Noch bevor der Martinszug eintraf, konnte der „Urzustand” wieder hergestellt werden. Heiner Sauren: „Die Mützenicher Kinder konnten das Teilen des Mantels im Lichte des Feuerscheins bewundern.”

Dennoch, so Sauren, bewerte die Feuerwehr die Sache kritisch und weise in den eigenen Reihen auf die Gefahr beim Entzünden von Feuer hin. Auch Ortsvorsteherin Jacqueline Huppertz ist froh, dass die Sache glimpflich ausgegangen ist. Da habe es jemand „etwas zu gut gemeint, und das ist dann richtig dumm gelaufen”.