Simmerath: „Müllblitze” ist Fall für die Mülltonne

Simmerath: „Müllblitze” ist Fall für die Mülltonne

Der Blitzer in der Mülltonne ist bereits ein Fall für dieselbe: Städteregionsrat Helmut Etschenberg hat am Freitag in der Sitzung des Verkehrsausschusses auf eine Forderung der CDU-Fraktion im Städteregionstag reagiert und erklärt, dass sein Haus von den Plänen Abstand nehmen werde, als Mülltonnen getarnte Radarfallen zu kaufen.

Noch seien keine Verträge abgeschlossen, hieß es. Ob der ursprünglich bis zum 8. Oktober geplante Probebetrieb fortgesetzt wird, war am Freitag indes nicht zu erfahren.

Aufgeschreckt durch die Berichterstattung dieser Zeitung hatte der Monschauer CDU-Abgeordnete Alexander Lenders unter Applaus der anderen Fraktionen von zahlreichen Bürgern berichtet, die sich abgezockt fühlten: „Für diese Form der Verkehrsüberwachung fehlt die Akzeptanz.” Nicht ohne Grund hätten viele Bundesländer diese Radarfallen inzwischen wieder abgeschafft. Etschenberg akzeptierte die Argumentation, betonte aber die Wichtigkeit von Tempokontrollen.

83 Temposünder im Testbetrieb geschnappt

83 Mal in gut zweieinhalb Stunden hatte die Radarfalle im Testbetrieb der Städteregion Aachen in Simmerath-Kesternich auf der B.266 zugeschnappt.

Tempo 30 ist dort, in unmittelbarer Nähe zu Grundschule und Kindergarten, erlaubt. „Traffipax Speedoguard” heißt die neueste Errungenschaft der Städteregion Aachen.

„Um die Möglichkeiten der Verkehrsüberwachung weiter zu optimieren, wurde nach „Messalternativen” zu den mobilen Fahrzeugen mit Heckanlagen gesucht”, berichtete Detlef Funken, Sprecher der Städteregion. Da es in vielen Bereichen Parkprobleme gebe - Gehwege, schraffierte Linien, zu kurze Parkplätze -, habe sich „die Alternative eines transportablen und wetterfesten Messstativs in einer grauen Vollkunststofftonne” angeboten, so der Tenor vom Donnerstag, der am Freitag bereits Geschichte war.

Das Land Brandenburg hat die Mülltonnenblitzer 2006 wieder abgeschafft, „da sie dem Image der Polizei und Ordnungsbehörden schaden”, wie es damals hieß.

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