Monschau: Motorraddiebe schlagen erneut am Burgau-Parkhaus in Monschau zu

Monschau: Motorraddiebe schlagen erneut am Burgau-Parkhaus in Monschau zu

Erneut wurde am Wochenende in Monschau am Parkhaus Burgau ein Motorrad gestohlen. Nach aktuellem Kenntnisstand der Polizei war das nun schon der 14. Motorraddiebstahl seit dem 1. Januar 2017 an dieser Stelle.

Dieses Mal wurde eine BMW R1200 entwendet. Bemerkt wurde der Diebstahl am Samstag, 26. Mai, gegen 14 Uhr. Nach Auskunft der Polizei war ein Mann aus dem niedersächsischen Adelebsen mit Freunden unterwegs. Nachdem sie ihre Motorräder gegen 13 Uhr imParkhaus Burgau abgestellt, die Helme gesichert und die Maschinen abgeschlossen hatten, begaben sie sich zu Fuß in die Altstadt.

Zuvor seien ihm zwei Personen in Motorradkleidung aufgefallen, die an Motorrädern mit niederländischen Kennzeichen standen. Diese Personen seien ihnen dann gefolgt. Das habe bei ihm ein mulmiges Gefühl ausgelöst, was ihn veranlasste, zu seinem Motorrad zurückzukehren, berichtete der Geschädigte der Polizei. Doch als er wieder am Parkhaus Burgau ankam, war das Motorrad schon weg. Lediglich die Helme waren noch da, sie waren in einer Ecke des Parkhauses abgelegt worden.

Bereits am Sonntag, 6. Mai, wurde zwischen 15.30 und 16.30 Uhr eine Harley Davidson vom Typ „Fat Boy“ vom selben Parkplatz entwendet. In der Regel handele es sich um Maschinen der Marken BMW und Harley Davidson, die in Monschau gestohlen würden. Andere Marken seien eher die Ausnahme, erklärt die Polizei auf Anfrage.

Systeme leicht zu überwinden

„Dass diese beiden Marken gezielt ausgewählt werden, hat mit Sicherheit seinen Grund. Es sind renommierte Marken, aber vor allem haben die Unternehmen in den letzten Jahren als vermeintliche Sicherung sogenannte Keyless-Go-Systeme eingebaut. Wie sich herausstellt, sind sie vielfach eine Schwachstelle und alles andere als eine Sicherung.

Diese Systeme lassen sich mit Computertechnik leicht überwinden. Mit den entsprechenden Mitteln geht das ruckzuck. Wir wissen, dass einige Motorradbesitzer dieses System stillgelegt, beziehungsweiseausgeschaltet haben und ihre Motorräder wieder auf konventionelle Weise sichern — mit Lenkradschloss, Kralle und so weiter“, sagt Polizeisprecher Paul Kemen.

Die Polizei geht davon aus, dass die Diebe die Maschinen an Ort und Stelle selbst wegfahren und vermutlich später auf einen Transporter laden. Ob es sich dabei um eine Bande handelt, kann die Polizei noch nicht sicher sagen. „Die Tatumstände lassen aber den Schluss zu, dass es sich um eine Bande handelt. Letztendlich wissen wir dies, wenn wir die Täter haben oder ihnen auf der Spur sind“, sagt Kemen.

In den meisten Fällen hätten die Besitzer erst eine geraume Zeit später gemerkt, dass ihre Maschinen entwendet wurden. „Solch ein Zeitverzug — manchmal von mehreren Stunden — erschwert die direkte Fahndung immer enorm, ja, macht sie nahezu aussichtslos. Die Täter sind längst über alle Berge oder die Fahrzeuge sind bereits verladen“, erläutert Kemen.

Alle Polizeibeamten in diesem Bereich seien aber sensibilisiert, sie wüssten um den Schwerpunkt Burgau und kontrollierten ihn zu unregelmäßigen Zeiten sowohl in Zivil als auch uniformiert. Den Bereich ständig zu observieren oder gar die Ein- und Ausfahrt zu überwachen, sei aber nicht möglich, weder rechtlich noch personell.

Hier gelte es Klartext zu sprechen, sagt Kemen: „Beim Diebstahl mittels Keyless-Go ist nicht erkennbar, ob jetzt der Besitzer tatsächlich auf dem Motorrad sitzt oder ein Fremder. Es ist nicht leistbar und auch rechtlich nicht vertretbar, jeden Motorradfahrer, der Monschau verlässt, zu kontrollieren und letztendlich die Besitzverhältnisse zu überprüfen. Darum appellieren wir ununterbrochen, die Motorräder entsprechend ‚richtig‘ zu sichern. Bei unseren stetigen Kontrollen in der Eifel weisen wir stets auf die Problematik der Sicherung der Motorräder hin und kommen auch mit ‚potentiellen Opfern‘ ins Gespräch, die die besonders begehrten Maschinen fahren.“

Auch eine Videoüberwachung sei rechtlich nicht möglich und würde nicht weiterhelfen. Auch wenn am Parkhaus Burgau regelmäßig Motorräder gestohlen würden, sei der Bereich kein Kriminalitätsschwerpunkt. „Insgesamt wurden im Jahr 2017 in der gesamten Städteregion Aachen 494 Motorräder und Mopeds gestohlen, davon in Monschau, Simmerath und Roetgen alleine 26! Die Zahl verdeutlicht die Relation“, betont Kemen. Festzuhalten bleibt aber auch, dass etwa jedes zweite Kraftrad, das in der Nordeifel gestohlen wurde, am Parkhaus Burgau entwendet wurde.

Autoaufbrüche ein anderes Thema

In der Vergangenheit gab es in Monschau auch immer wieder Beschädigungen an Autos und Autoaufbrüche. Ein Zusammenhang sei hier aber nicht erkennbar. „Die Leute, die Autos aufbrechen oder sie beschädigen, haben völlig andere Beweggründe. Dabei geht es um Zerstörungswut auf der einen und um Kleinkriminalität, durchaus auch Drogenkriminalität, auf der anderen Seite“, sagt Kemen. 2016 gab es in Monschau 32 Sachbeschädigungen und Aufbrüche an Pkw, 2017 waren es 25. In der Städteregion waren es 2016 rund 4200 und 2017 etwa 3550.

Auch für die Stadt Monschau seien die Diebstähle unerfreuliche Nachrichten, sagt Bürgermeisterin Margareta Ritter. Die Stadt habe sich bei der Polizei informiert, und die Vorfälle seien am Dienstagabend auch in der Sitzung des Stadtrates thematisiert worden. Es gebe bereits erste Überlegungen, wie man die Monschauer Parkplätze sicherer machen könne.

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