Wegen Personalmangel: Monschaus „Lebende Krippe“ fällt aus

Wegen Personalmangel : Monschaus „Lebende Krippe“ fällt aus

Zwischen 3000 und 4000 Besucher erfreuen sich seit über 30 Jahren jährlich an den Aufführungen der „Lebenden Krippe“, die eine ideale Ergänzung zum Monschauer Weihnachtsmarkt darstellt. Viele Gäste kommen sogar eigens wegen der Lebenden Krippe; der anschließende Bummel über den Weihnachtsmarkt ist für sie zweitrangig.

Auf die beliebten Aufführungen müssen die Besucher aber in diesem Jahr verzichten. Die Höfener Laienspieler haben alle 24 Aufführungen an den vier Adventswochenenden abgesagt. Der Grund: Es fehlt an Personal, um die Rollen zu besetzen. Daher sehe man sich „leider gezwungen“, das Krippenspiel in diesem Jahr ausfallen zu lassen, erklärt Bernhard Stein, Vorstandsmitglied der Krippenfreude Höfen. „Diese Entscheidung ist uns sehr schwer gefallen“, fügt er hinzu.

Rund 20 Personen erfoderlich

Nur noch wenige Personen seien in der Lage oder dazu bereit, sich für das seit 1985 stattfindende Krippenspiel an den Wochenenden im Advent ehrenamtlich einzusetzen, erläutert Stein. In vielen Betrieben sei Samstags- und Sonntagsarbeit inzwischen an der Tagesordnung, „was den ehrenamtlichen Einsatz im Verein verhindert“. Zudem falle in der Adventszeit ausgerechnet der Spielleiter aus gesundheitlichen Gründen aus. Man habe „alles Mögliche“ zur Gewinnung neuer Darsteller und Helfer versucht, „aber die Bemühungen waren bisher leider erfolglos“, sagt Bernhard Stein enttäuscht.

Auch Christoph Dosquet, Schatzmeister beim 100 Mitglieder zählenden Krippenverein Höfen, bedauert die Entwicklung. Um eine Absage abzuwenden und neues Personal zu gewinnen, sei man bei Vereinen und Schulen vorstellig geworden. „Leider ohne Erfolg“, sagt Dosquet. „Kaum einer ist noch bereit, das Wochenende für unser Krippenspiel zu opfern.“

Mindestens zehn Laienspieler (Maria und Josef, Engel, Könige und Hirten) werden für eine Aufführung benötigt. Um die Arbeit auf möglichst viele Schultern zu verteilen, gibt es zwei unterschiedliche personelle Besetzungen. Mit Ordnern, Technikern, Budenpersonal und Verantwortlichen für die Kostüme und die Tiere seien pro Aufführungen sogar rund 20 Personen erforderlich, rechnet Dosquet vor.

Weil vor einigen Jahren ein verschärftes Sicherheitskonzept gefordert wurde und nur noch maximal 200 Besucher pro Aufführung zugelassen wurden, entschloss sich der Krippenverein, samstags und sonntags je drei Aufführungen (statt bisher zwei) anzubieten. Knapp 1000 Besucher wurden im vergangenen Jahr pro Wochenende gezählt.

Vorstand und Verein würden nun weiterhin „mit aller Kraft versuchen“, für nächstes Jahr genügend Darsteller und Helfer zu finden, um die Lebende Krippe wieder in gewohnter Weise aufführen zu können, ist man sich im Vorstand einig.

Nach dem Bekanntwerden der neuen Situation trafen bereits die ersten Hilfsangebote ein. „Wir hoffen nun, dass neue Aktive nachrücken werden“, sagt Christoph Dosquet: „Ich bin zuversichtlich, dass wir 2018 wieder spielen werden.“

Die Geschichte der Lebenden Krippe begann 1985 in Höfen. In den leer stehenden früheren Betriebsgebäuden der Firma Pekrun (heute Nationalparktor) war zu dieser Zeit eine internationale Krippenausstellung, die „Krippana“, zu sehen, die 1986 wegen erheblicher Probleme mit den gesetzlichen Brandschutzvorschriften nach Losheim verlegt wurde.

Die Initiatoren der Krippe hatten zuvor im bayrischen Kloster Andechs in der Vorweihnachtszeit ein Krippenspiel mit lebenden Darstellern gesehen und diese Idee als Ergänzung zur Krippenausstellung mit nach Höfen gebracht.

Die Karnevalsgesellschaft Biebesse Höfen griff die Idee auf, und im Jahr 1985 war es dann soweit: Im hinteren Bereich des Krippana-Geländes wurde eine Spielstätte hergerichtet. Ochs, Esel und eine kleine Herde Schafe stellten Höfener Bürger zur Verfügung, die Kostüme wurden bei verschiedenen Theatern entliehen. Die erste Aufführung startete am 1. Dezember 1985 um 16 Uhr.

Hauptdarsteller als Maria und Josef waren Monika und Christoph Dosquet, die im Jahr 1985 gleichzeitig auch das amtierende Prinzenpaar der KG Biebesse stellten und 13 Jahre beim Krippenspiel mitwirkten. Der Engel (Ute David) war damals als Tanzmariechen des Vereins aktiv. Auch die anderen Darsteller kamen aus den Reihen der KG. Ein Jahr später musste das Krippenspiel ausfallen: Maria war schwanger geworden. Nach einem Abstecher ins Pfarrzentrum zog die Lebende Krippe 1989 auf die Burg Monschau. Hier blieb sie 20 Jahre.

Als eine feste Bühne mit Holzboden installiert werden sollte, befürchtete der Verein, dass viel Atmosphäre verloren gehen könnte, und schaute sich nach einem neuen Spielort mit natürlicher Umgebung um. Fündig wurde man auf dem Gelände der ehemaligen Felsenkeller-Brauerei in Monschau, wo die Aufführungen seit 2009 stattfinden.