Zwei Imgenbroicher machen Musiktheater

Alexander Jansen und Anno Schreier : Zwei Imgenbroicher machen Musiktheater

In Imgenbroich sind sie beide aufgewachsen und haben am Monschauer St.-Michaels-Gymnasium ihr Abitur abgelegt. Aber dann hat es sie in die weite Welt hinaus gezogen.

Alexander Jansen (49) war zunächst lange Zeit beim Theater aktiv; zuletzt als Chefdramaturg und stellvertretender Intendant am Mainfranken Theater in Würzburg. Dann wechselte er in den kirchlichen Bereich, ohne seine künstlerischen Ambitionen aufzugeben. Dies unter anderem mit Libretti (Textbüchern) für die Musiktheater-Projekte des anderen Imgenbroichers: Anno Schreier (39).

Anno Schreier gehört mittlerweile zu den bekannten Komponisten moderner Klassik. Zuletzt hat er auf sich aufmerksam gemacht durch seine große Oper „Schade, dass sie eine Hure war“ an der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf. Jetzt stehen weitere Aufführungen bevor. Und zwar drei Werke, deren Texte sämtlich von Alexander Jansen stammen. Alle diese Werke haben viel gemeinsam.

Unter anderem dies, dass sie sich auf literarische Klassiker aus dem Bereich der Phantastik beziehen. Vor allem gilt dies für das „Wunderland“ – ein etwa einstündiges, bereits mehrfach aufgeführtes musikalisches Märchen (die Autoren nennen es „Songzyklus“), das sich auf Lewis Carrolls „Alice im Wunderland“ stützt. Es wird aufgeführt am 13., 14. und 16. Juni im Pina-Bausch-Theater der Folkwang-Universität der Künste in Essen-Werden.

Die andern beiden Werke sind Uraufführungen. In der Kölner Philharmonie wird am 27. Juni, 12 Uhr, unter dem Titel „Singen mit Klasse“ eine musikalische Fassung von Selma Lagerlöfs berühmtem Buch „Nils Holgerssons wundersame Reise“ aufgeführt. Dies ist ein „Mitmachprojekt“ für 300 Kölner Zweitklässler, die das eigens für sie komponierte Werk unter Anleitung von Gesangspädagogen erarbeitet haben.

Und schließlich kommt im Spätherbst, am 8. Dezember, im Theater Aachen eine große „Familienoper“ zur Aufführung – „Der Zauberer von Oz“ nach dem weltberühmten, viel gelesenen und oft adaptierten Roman von Lyman Frank Baum. Das Aachener Theater bringt damit zum zweiten Mal eine Uraufführung von Anno Schreier. „Ebenso bunt und skurril wie die Figuren dieses Buches ist auch die Musik des Aachener Komponisten“, so schreibt das Theater in seiner Homepage. Nur eben, dass der „Aachener Komponist“ eigentlich ein Imgenbroicher ist. Und das Textbuch auch dieser Oper stammt von dem weiteren Imgenbroicher Alexander Jansen.

Hoffentlich lassen sich viele Musikfreunde aus dem Monschauer Land anregen, die Werke ihrer ehemaligen Mitbürger, die mit ihrer Heimat noch immer sehr verbunden sind, persönlich mitzuerleben.

(js)