Zertifizierung der Kita St. Ursula in Monschau zur Nationalpark-Kita

St. Ursula in Monschau : Mit Waldausflügen und Hochbeet zur Nationalpark-Kita

Die inklusive Kindertageseinrichtung St. Ursula in Monschau möchte Nationalpark-Kita werden. Für diese Zertifizierung werden mit den Kindern verschiedene Projekte zum Thema Natur veranstaltet. Darüber freuen sich vor allem die Füchse und Wanderfalken.

So werden die beiden Kindergruppen der Kita genannt, die jede Woche am Freitag ein Waldstück in der Nähe der Kita die Umgebung genauer unter die Lupe nehmen. Dabei untersuchen die jungen Forscher im Alter zwischen zwei und sechs Jahren tote Baumstämme, gucken nach den dort lebenden Tieren, fühlen ihr Lieblingsmoos oder bauen aus Ästen Tipis. Egal, ob bei Regen oder Sonne – jeder Freitag ist Waldfreitag.

Diese Aktion ist den Betreuerinnen besonders wichtig, nicht nur, weil es sich für einen Bewegungskindergarten gehört, die motorischen Fähigkeiten zu fördern, sondern weil die Ausflüge in den Wald auch für die Zertifizierung zur Nationalpark-Kita hilfreich sind. Den Kindern sollen hier Projekte angeboten werden, die die Naturverbundenheit ansprechen und sie mit den Themen Wasser, Wald, Wildnis vertraut machen.

Marion Braun, gelernte Kinderkrankenschwester, und Cornelia Beckers, Motopädin, arbeiten in der Einrichtung St. Ursula und sind wichtige Bezugspersonen für die 35 Kinder. Seit 2018 sind sie zudem die Ansprechpartnerinnen dafür, dass die Einrichtung auch das Aushängeschild „Nationalpark-Kita“ bekommt. Sie besuchen regelmäßig Fortbildungen und organisieren die verschiedenen Projekte. So auch die Walderkundungen.

„Wir haben im Rahmen der Zertifizierung im Mai eine ganze Woche veranstaltet, in der wir im Wald waren“, erklärt Beckers. „Der Ansporn kam von den Kindern. Wir haben nichts aus der Kita mitgenommen, alles was die Kinder an Material und Werkzeug brauchten, haben sie sich dort gesucht.“ Es sei auch wichtig, dass Regen kein Hindernis darstelle, sagt ihre Kollegin Braun. „Schlechtes Wetter gibt es ja nicht. Wir wollen die Natur mit allen Sinnen erfahren. Gerade bei Nässe riecht der Boden anders und fühlt sich anders an“, erklärt Braun.

Bald soll eine Kooperation mit dem Naturerlebnismuseum Monschau intensiviert und weitere Ausflüge geplant werden, um die eigenen Schätze vor der Haustür kennenzulernen, betonen die beiden Verantwortlichen.

Das neueste Projekt ist ein von den Eltern gebautes Hochbeet auf der Terrasse der Einrichtung. Nach dem Sommer soll dort Gemüse angepflanzt werden. Jetzt wachsen in den kleinen Kästen schon langsam die ersten grünen Stängel einer Bienenblumenwiese, die von den Kindern fleißig begossen werden. „Es ist die Liebe und die Wertschätzung für die Natur, weshalb wir so engagiert sind“, sagt Beckers und ergänzt: „Das wollen wir auch an die Kinder weitergeben.“ Bis August 2020 soll die Zertifizierung abgeschlossen sein, dann dürfte am Eingang das Schild „Nationalpark-Kita“ angebracht werden können.

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