Theaterverein: Videotechnik in gottverlassener Provinz

Theaterverein : Videotechnik in gottverlassener Provinz

Das Musik- und Kulturzentrum war am vergangenen Wochenende Schauplatz von zwei Aufführungen des Konzener Theatervereins. An beiden Abenden war die Aufführung „Landeier - Bauern suchen Frauen“, eine Komödie in drei Akten von Frederik Holtkamp, ausverkauft. Besonderer Kniff: Aufgewertet wurde die Vorstellung mit Videoelementen.

Einen neuen Weg suchte der Konzener Theaterverein, um schon im Vorfeld auf die Aufführungen aufmerksam zu machen. In einem Trailer, der auf der Internetseite des Vereins zu finden war, waren einige Passagen in einem dreiminütigen Videoclip als Werbung für die Theateraufführung zusammengestellt worden.

Des Weiteren diente die Kulisse des Bauernhofs Steffens in Hürtgen als Drehort für einige Aufnahmen, die im Rahmen der Aufführung im Musik- und Kulturzentrum Verwendung fanden. „Es hat sehr viel Spaß gemacht, die Dreharbeiten auf dem Bauernhof, die immerhin insgesamt vier Stunden dauerten, durchzuführen. Die Familie Steffens hat uns dabei tatkräftig unterstützt. Unser Mitglied Stefan Herbst konnte die technischen Voraussetzungen schaffen, damit die Aufnahmen auch zu einem vollen Erfolg wurden“, betonte Egon Kell, der die Spielleitung und Regie des Theaterstücks übernommen hatte.

Mit den Proben zu dem Erwachsenenstück, das traditionell einmal jährlich vom Konzener Theaterverein durchgeführt wird, begannen die sechs vorgesehenen Darsteller zu Beginn dieses Jahres. „Zweimal wöchentlich wurde im Musik- und Kulturzentrum geprobt. Die Proben waren sehr intensiv, fanden aber auch in sehr lockerer Atmosphäre statt. Jeder hatte ein Ziel vor Augen, für das man sich ins Zeug legen musste. Es wurde viel ausprobiert und experimentiert. Die Darsteller brachten wie selbstverständlich ihre persönlichen Ideen mit in das Stück ein“, wusste Kell zu berichten.

Fernab vom Stadt-Trubel

Das Theaterstück spielte in einem gemütlichen, aber auch in die Jahre gekommenen Schankraum einer Gastwirtschaft in einem kleinen Ort in der Eifel. In tiefer und gottverlassener Provinz, fernab von hektischem Stadt-Trubel, führen die Helden dieser Komödie, die Jungbauern Micha (Alexander Preiss), Jupp (Christoph Lützeler) und Richard (Markus Offele), ein beschauliches Dasein. Aber etwas Entscheidendes fehlt: der passende Deckel zum Topf, sprich Frauen. Aber woher nehmen? Sind Kontaktanzeigen noch angesagt? Sollte man Partnervermittlungen mit Niveau ausprobieren? Oder bieten Chatrooms und Videoportale im Internet die zeitgemäße Möglichkeit, Frauen für das Landleben samt ihrer Ureinwohner und deren Zeitvertreibe à la Treckertuning zu begeistern?

In dieser an komischen Momenten und ein paar ganz und gar menschlichen Einsichten reichen Komödie begeisterten die Charaktere ebenso wie die Dialoge. Das wirkliche Leben hätte es nicht witziger schreiben können. Fast wünschte man den drei Jungbauern, dass sie keine Frauen finden, damit der Theaterabend nie aufhören würde.

In weiteren Rollen spielten Josef Werker, der Gastwirt, der als ruhender Pol in Erscheinung trat, Marina Hamel als Postbotin Gertrud und Ramona Kaulard als Studentin Catharina. Im Hintergrund des Theaterstücks agierten Marianne Huppertz und Susanne Klein (Souffleusen), Stefan Herbst (Videoaufnahmen und Bearbeitung), Marina Hamel (Requisite/Kostüme), Eva Damoiseaux (Maske), Stephanie Krings (Frisuren), Rudolf Huppertz, Ernst Kaulard, Sabine Skoupy und Gerd Breuer (Bühnenbau), Tim Gillessen sowie Nikolai und Saskia Huppertz (Technik), Caroline Palm (Plakat- und Flyergestaltung) sowie Stefan Herbst und Tim Gillessen (Logo, Videos und Fotos).

Weitere Aufführungen des Theaterstücks „Landeier - Bauern suchen Frauen“ finden am 29. März, 19 Uhr und am 31. März, 18 Uhr im Musik- und Kulturzentrum in Konzen statt. Eintrittskarten zu einem Preis von 7 Euro können noch unter www.theaterverein-konzen.de erworben werden.