Unterschiedliches Echo auf Vereinsgründung in Simmerath

Verein Silent Rider gegründet : Auch Monschau begrüßt Kampagne gegen Lärm

Die Kampagne Silent Rider wird künftig als eingetragener Verein gegen Motorradlärm in der Natur und in den Dörfern der Eifel und darüber hinaus vorgehen. Die Nachricht von der Vereinsgründung und die Forderungen der Kampagne sind indes, wie erwartet, auf ein unterschiedliches Echo gestoßen.

Während die einen Kommentatoren die Aktion ausdrücklich begrüßen, halten andere den Kampf gegen Motorradlärm für komplett überflüssig. „Okay, dann bitte jetzt noch einen Verein gegen Kreissägen, Motorsägen und -sensen, Quads, Traktoren, laute Autos (z.B. Audi RS oder auch viele Oldtimer) und dann natürlich gegen Nachbarn, die ihre Gartenabfälle und weiß der Kuckuck was noch verbrennen“, schrieb eine Facebook-Leserin aus Simmerath.

Trotz aller Beteuerungen führe eine solche Kampagne „automatisch zu einer Stigmatisierung aller Motorradfahrer, egal ob legal unterwegs oder nicht“. Andere verwiesen auf die klare Zielrichtung der Aktion in Richtung der wenigen Fahrer von Zweirädern, aber auch Autofahrern, die eine ganze Branche in Verruf brächten: „Eine Erholung im Garten ist bei schönem Wetter immer überschattet von viel zu lautem Motorenlärm – Lärm, den die wenigen auf ihrem Zweirad oder in ihrem Auto cool finden, der aber riesige Bereiche zumüllt“, hieß es da.

Mit einer umfassenden, zielorientierten und professionellen Informations-, Image-, und Aktionskampagne gegen Motorradlärm, die ab Anfang 2020 bundesweit realisiert wird, will Silent Rider die Thematik in die breite Öffentlichkeit tragen, um so Druck auf die Politik aufzubauen und Veränderungen zu erwirken. Bereits im nächsten Jahr plant der Verein, dem Petitionsausschuss der Bundesregierung eine Petition überreichen zu können.

„Wer sich an die Verkehrsregeln hält, nicht rast, sein Motorrad nicht manipuliert und somit Grenzwerte nicht überschreitet, ist nach wie vor auch in Naherholungsgebieten herzlich willkommen. Daher ist es dem Verein Silent Rider wichtig, gemeinsam mit der Motorrad-Community Lösungen zu finden, die die Situation für alle Beteiligten erträglicher machen“, heißt es in einer gemeinsamen Presseerklärung der Unterstützer. Die Devise von Silent Rider laute:„Kommunikation statt Konfrontation“. Deshalb, so die Initiatoren, kämen auf der neuen Website (www.silent-rider.de) nicht nur betroffene Anwohner oder kommunale Vertreter zu Wort, „sondern auch Motorradfahrer, die die Initiative unterstützen und als positive Beispiele voran gehen möchten“.

Indes hat auch die Stadt Monschau, die als einzige Eifelgemeinde nicht zu den Gründungsmitgliedern des Vereins gehört, eine Unterstützung der Kampagne in Aussicht gestellt. „Grundsätzlich sind Motorradfahrer in Monschau willkommen, daher waren wir bisher auch nicht aktiv bei verkehrsumlenkenden Maßnahmen. Die Kampagne Silent Rider wird aber begrüßt, weil sie Motorradfahrer nicht ausschließt, sondern sensibilisiert. Insoweit ist eine spätere Mitgliedschaft vorstellbar“, sagte Bürgermeisterin Margareta Ritter auf Anfrage.

(hes)
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