Neuer Trainer findet eine junge, gut organisierte Abteilung vor

Fußballfrauen des TV Konzen : Auch im achten Jahr oben mitmischen

Es hat schon ein paar Tage gebraucht, ehe Thomas Kreutz zumindest die Vornamen seiner neuen Schützlinge einigermaßen intus hatte. Schließlich tummeln sich beim TV Konzen Woche für Woche über 30 Fußballerinnen auf dem Kunstrasenplatz am Windrad.

An diesem Sonntag startet die erste Frauenmannschaft des TVK mit einem Pokalmatch in die Pflichtspiel-Saison. „Ich habe eine sehr gut organisierte Truppe mit sehr vielen talentierten Spielerinnen gefunden“, lobt Thomas Kreutz seinen Vorgänger Bernd Falter, der Ende letzter Saison aus persönlichen Gründen die Trainerbank der Konzener Frauen verlassen hatte. Für Kreutz war es „eine Ehre und eine Überraschung“, als im Mai die Anfrage aus Konzen kam, die Landesliga-Frauen zu übernehmen.

„Da musste ich nicht lange überlegen und habe in zwei Treffen mit den Mannschaftsverantwortlichen Carmen Leuther und Jacqueline Strauch schnell festgestellt, dass die Chemie stimmte“, blickt der 54-Jährige zurück und machte von Anfang an große Unterschiede zu seiner bisherigen Trainertätigkeit aus: „Beim Burtscheider TV, wo ich sieben Jahre lang die Kreisliga-Frauenmannschaft trainiert habe, war ich praktisch Alleinunterhalter und für alles zuständig – vom Training über die Kühlbox bis zur Ballpumpe“, meint er lachend. In Konzen dagegen fand er hervorragende Bedingungen und praktisch zwei komplette, gut strukturierte Mannschaften vor, die gemeinsam trainieren und ab dem übernächsten Wochenende in der Landesliga und in der Frauen-Kreisliga auf Punktejagd gehen.

Der Frauenfußball beim TV Konzen ist schon eine ordentliche Erfolgsgeschichte, denn seit der Gründung der Frauenmannschaft im Jahr 2009 hat die erste Mannschaft noch nicht ein einziges Mal die Erfahrung machen können, wie es ist, in einer Tabelle unten zu stehen. In den Spielzeiten 09/10 und 10/11 belegte die aus einer hervorragenden Juniorinnenabteilung (u.a. mit einer U17-Mittelrheinligamannschaft) neu gegründete Faruenmannschaft Mittelfeldplätze und verpasste in den folgenden Spielzeiten 11/12 und 12/13 jeweils nur knapp den Aufstieg in die Bezirksliga. Dann aber ging alles ganz schnell: Im Juni 2014 feierte man als souveräner Kreisliga-Meister den ersehnten Aufstieg in die Bezirksliga und marschierte in der Folgesaison 14/15 gleich durch in die Landesliga.

Seither mischen die Ladies in Schwarz-Gelb in dieser Liga alle Jahre wieder um den Aufstieg mit – im ersten Jahr gleich als Neuling, die folgenden drei Jahre als etablierte Kraft in Deutschlands fünfthöchster Frauen-Spielklasse. Dass es vor allem im Mai nicht zum Sprung in die Mittelrheinliga reichte – es fehlte am Ende nur ein Tor –, stört am Windrad kaum jemanden, denn in der höheren Klasse wäre der Aufwand für die Mannschaft mit vielen Studentinnen, die nur einmal wöchentlich trainieren können, ungleich höher und wären die Fahrten noch weiter.

Auch in der nun startenden Saison werden unter anderem mit Vera Schrouff, Sophie Wever und Annika Palm gute Spielerinnen aus beruflichen Gründen nicht oder kaum zur Verfügung stehen, doch Trainer Kreutz hofft, dies mit den vielen aufgerückten Talenten aus der U17 des Jugendfördervereins FC Eifel (unter dessen namen die Eifeler Fußballmädels seit 2017 kicken) kompensieren zu können. „Wir möchten schon gerne wieder oben mitspielen“, verrät Thomas Kreutz und kündigt Offensivfußball an: „Die Mannschaft ist ja weitgehend zusammengeblieben und ist ziemlich gut eingespielt.“

Das gilt auch schon für Sonntag, wenn es in der ersten Pokalrunde zu den Frauen von Germania Freund geht: „Wir werden sicherlich nicht überheblich an die Sache herangehen, aber alles andere als ein klarer Sieg wäre schon eine Enttäuschung“, sagt der neue Coach. Frühestens am Sonntagabend beschäftige man sich dann im Siegfalle mit der nächsten Runde, die bei den Frauen ja schon das Halbfinale ist.

Pokalgegner Freund bekommt es dann ab dem 8. September mit der zweiten Mannschaft der TVK-Frauen zu tun. Auch die Konzener Zweite möchte in einer sehr überschaubaren Kreisliga mit nur sechs Teams das tun, was Konzener Frauenteams eigentlich schon immer getan haben: oben mitspielen...

(hes)
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