Musikwoche in Monschau: Gute Stimmung in der Altstadt

Musikwoche in Monschau : Mehrere Ensembles bringen gute Stimmung in die Altstadt

Zum 39. Mal veranstaltete die Musikvereinigung Montjoie 1926 ihre Musikwoche in Monschaus Altstadt. Diesmal wurde sie von wunderschönem Sommerwetter unterstützt.

Am Donnerstagabend eröffneten die Musiker des Gastgebers das Musikevent mit der Titelmusik aus „Fackeln im Sturm“. Gabriela Heinen, die das Orchester leitet, begrüßte die vielen Gäste zu „Musik, die Freu(n)de macht“, und lud sie ein, den Musikern auf eine Reise in den Wilden Westen zu folgen. Berühmte Filmmelodien erklangen: „The Good, the Bad and the Ugly“ von Ennio Morricone und das unvergleichliche „Lied vom Tod“. Swingend und ziemlich unmilitärisch kam der „St. Louis Blues March“ daher; hier glänzten die Holzbläser und das Schlagzeug in besonderen Passagen.

Welch breite Palette die MV Montjoie beherrscht, davon überzeugten sich die Zuhörer. Leise Töne konnte man genießen und auch voluminösen Klang, der die ganze Altstadt zu erfüllen schienen. Viel Applaus gab es für Potpourris aus der Schlagerwelt: Udo Lindenberg ließ grüßen und Peter Maffay, Dschingis Khan und Udo Jürgens. Mit dem ehrenwerten Haus verabschiedeten sich die Aktiven.

„Les Poissansnez“ nennt sich das Quartett aus Belgien, das schon mehrfach auf Einladung der Musikvereinigung in Monschau aufgetreten ist. Die eigenwillige Mischung von Chansons nennen die Vier „Belgisch Folk“. Die starke Stimme des Sängers „Fisch“, Jean-Marc Gering, fand optimale Begleitung durch den Gitarristen Alain Flas, Yogi Wilfried Scheen an der Percussion und dem vielseitigen Gerd Zilles, der mal zum Akkordeon griff und mal zur Klarinette.

Voller Überraschungen steckte das Konzert der Vier, ein Walzer schien aus Paris zu kommen, ein anderes Mal klang es irisch, und den „Streets of London“ hatten sie eine völlig neue, rhythmische Interpretation verpasst – ein Hörgenuss für die Musikfreunde.

Die Show- und Swingband Melano aus Steckenborn ist Stammgast beim Musikevent in Monschau. Der Vorsitzende der Musikvereinigung, Hilmar Weber, begrüßte am Freitag – in Anspielung auf regenreiche Musiktage in der Vergangenheit – die Musiker: „Diesmal dürft ihr in Monschau bei schönem Wetter spielen, man glaubt es kaum!“

Bei den gefühlvollen Songs von Tina Turner „I don’t wanna lose you“ und „Private Dancer“ konnten sich die Saxophone mit sanftem Sound einschmeicheln. Und die Zuhörer wiegten sich im Takt. Dann ging es mit mehr Rhythmus zur Sache: Bei „Er gehört zu mir“ und „Hang on Sloopy“ standen Gäste aus England und den Niederlanden nicht mehr still. Sie tanzten fröhlich und animierten die eher reservierten Monschauer mitzumachen. Bei „Stayin‘ Alive“ gab’s kein Halten, immer mehr Tänzer tobten sich auf dem Pflaster aus. „Down Town“ sangen die englischen Touristen lauthals mit, sie machten kurzerhand „Monschau“ daraus.

Es gab La Ola für Melano, und die Musiker gaben ihr Bestes. Auf der Brücke und auf den benachbarten Terrassen saßen und standen die Zuhörer, während die Bürgerschützen die schwitzenden Tänzer eifrig mit Bier versorgten. Die holländischen Gäste hatten inzwischen ein wichtiges deutsches Wort hinzu gelernt „Zugabe“ riefen sie, und man wollte Melano nicht gehen lassen. „Mama Loo“ von Les Humphries Singers wurde von allen hüpfend, singend und armeschwenkend genossen; nach „In unserm Veedel“ gingen die Lichter aus.

Offensichtlich hatte es sich herumgesprochen, dass es auf der Brücke an der Stadtkirche ordentlich was auf die Ohren gab, am Samstag bemühten sich schon vor Beginn viele Fans um einen Platz. Es war die Steve-Mandel-Band, die die Mischung komplett machte. „Wir haben euch einige olle Klamotten mitgebracht“, kündigte Steve Mandel den Ritt durch alten Rock an. Da war für jeden Rockfan etwas dabei, unsterbliche Songs der Beatles und Stones, von Eric Clapton und Neill Young – viele sangen mit. Frank Vecqueray, Gitarre, Steve Mandel, Leadsänger und Gitarrist, die Sängerin Juliane Krott, „Pittes“ Ernst am Cajon und der Bassgitarrist Chris verausgabten sich und lieferten ein mitreißendes Oldie-Programm.

Hilmar Weber bedankte sich für den regen Besuch, besondere Dankesworte richtete er an die Helfer aus befreundeten Vereinen, des TuRa, der Freiwilligen Feuerwehr und der Bürgerschützen.

(ale)