Mit Wasser der Perlenbachtalsperre in Belgien ausgeholfen

Wegen Trockenheit : Wasser aus Monschau hilft in Belgien aus

Die Gemeinde Bütgenbach ist am vergangenen Wochenende wieder mit Trinkwasser aus der Perlenbachtalsperre in Monschau versorgt worden. Das sei vorsorglich geschehen, erklärt der Betriebsleiter des Wasserwerks Perlenbach, Derk Buchsteiner, auf Anfrage.

Die Wasserreserven der Gemeinde seien aufgrund der Trockenheit zurückgegangen, außerdem habe es einen Rohrbruch gegeben, erläutert Bütgenbachs Bürgermeister, Daniel Franzen. „Wir wollten kein Risiko eingehen und haben mit Hilfe aus Monschau unsere Rohwasserbecken wieder aufgefüllt“, sagt er. Dafür habe man sechs Transporter organisiert, die das Wasser von Deutschland nach Belgien brachten. Nach dem Wochenende sei die Aktion wieder eingestellt worden, da sich die Lage nach Regenfällen stabilisiert habe und der Verbrauch der Haushalte gleichzeitig zurückgegangen sei. Außerdem seien die Regenzisternen der Haushalte nun auch wieder gefüllt, was zur Entspannung der Lage beitrage.

Eine ähnliche Situation gab es bereits im Oktober des vergangenen Jahres. Auch damals verkehrten Tanklastwagen zwischen Deutschland und Belgien, um die Wasserversorgung in Bütgenbach sicherzustellen. Dabei kamen auch das Deutsche Rote Kreuz (DRK) und das Technische Hilfswerk (THW) zum Einsatz.

Als sich die Gefahr abzeichnete, die Bevölkerung nicht mehr mit genügend Wasser aus den Brunnen und Quellen, aus denen die Gemeinde ihr Wasser bezieht, versorgen zu können, hatte die Gemeinde Kontakt zum Wasserwerk Perlenbach aufgenommen und um Unterstützung gebeten, falls sich die Situation nicht ändern sollte. Das Wasserwerk hatte seine Unterstützung kurzfristig zugesagt, obwohl hier erneut der Notbetrieb drohte. Seit Anfang September war als Folge der Trockenheit nämlich ein Wasserbezug vom WAG-Talsperrenverband Dreilägerbach-Kalltal-Obersee notwendig geworden, an einigen Tagen war das gesamte Versorgungsgebiet betroffen.

Die Mengen, die nach Bütgenbach abgegeben wurden, seien aber unerheblich gewesen und würden in der Gesamtbetrachtung keine Rolle spielen, hatte Buchsteiner im vergangenen Jahr erklärt. „Das sind gerade mal acht Prozent des täglichen Verbrauchs in unserem Versorgungsgebiet. Falls wir selbst wieder auf eine Notversorgung angewiesen sein sollten, würde das durch die Abgabe nach Belgien nur wenige Stunden früher der Fall sein. Das ist gelebte Nachbarschaftshilfe. Ich lasse keinen Nachbarversorger trockenfallen“, hatte Buchsteiner damals gesagt.

Zurzeit sei die Perlenbachtalsperre mit rund 450.000 Kubikmetern Wasser mäßig gefüllt, sagt Buchsteiner. Insgesamt fasse die Talsperre rund 760.000 Kubikmeter. Problematisch werde es bei einem Stand von 150.000 Kubikmetern. Diese Marke habe sich im vergangenen Jahr als kritisch erwiesen. Wenn es so weitergehe, könnte sie Mitte September erreicht werden, sagt Buchsteiner. Seine Sorge ist, dass es mit Blick auf veränderte klimatische Bedingungen künftig alle zwei Jahre zu einer ähnlichen Situation kommen könnte. „Wir werden uns entsprechend darauf vorbereiten, um dem Versorgungsauftrag in der Eifel gerecht zu werden. Das steht über allem“, betont der Betriebsleiter des Wasserwerks.