Lesung und Malerei von Kai Savelsberg in der Mon-Art-Galerie

„Haller“ feiert zehnjähriges Bestehen : „Wahre Kunst“ in Wort und Bild

Die Literaturzeitschrift „Haller“ feiert in Monschau zehnjähriges Bestehen. Dazu gibt es eine Lesung und Malerei von Kai Savelsberg in der Mon-Art-Galerie.

Die jahrhundertealte Burgruine Haller oberhalb des „Halben Monds“ am Rahmenberg ist als eines der Monschauer Wahrzeichen ebenso gut sichtbar wie auch bekannt. Weniger bekannt, aber nicht weniger lohnenswert zu erkunden, ist eine in Monschau herausgegebene Literaturzeitschrift gleichen Namens.

Der Umfang des Druckerzeugnisses „Haller“ erinnert jedoch eher an ein Buch, das in diesem Jahr immerhin schon auf sein zehnjähriges Bestehen zurückblicken kann. 16 Ausgaben sind seit dem Jahr 2009 erschienen, und Herausgeberin Corinna Griesbach aus Monschau findet, dass die erste Dekade des Bestehens der Zeitschrift Haller ein Grund zum Feiern ist.

Sieht man einmal vom Namen der Publikation und dem Wohnort der Herausgeberin ab, verbindet den Haller allerdings nicht viel mit Monschau, aber selbstverständlich wird das kleine Jubiläum in der Monschauer Altstadt gefeiert. In der Mon-Art-Galerie in der Eschbachstraße finden am 20. und 21. September mehrere Lesungen statt, umrahmt von Musik und Kunst (s. Box).

Es war von Beginn an das Anliegen von Corinna Griesbach, im Haller Texte und Bilder zu den unterschiedlichsten Themen zu präsentieren. Deutschsprachige und internationale Autoren kamen bislang zu Wort, aber auch Fotografen, Illustratoren und Künstler gaben der Zeitschrift, die im Durchschnitt mit einer Auflage von rund 250 Stück gedruckt wurde, ihr Gesicht.

Die Jubiläumsausgabe Nummer 16 im Janusdruck mit über 300 Seiten trägt den Titel „Wahre Kunst – Du siehst was, was ich nicht sehe“. Sechs Autoren werden bei der Jubiläumsveranstaltung in Monschau aus ihren Beiträgen für den Haller lesen. Für Aufmerksamkeit dürfte aber auch der Maler Kai Savelsberg sorgen, der auf zwei Etagen in der Galerie eine Auswahl seiner Arbeiten präsentiert.

Der in Aachen geborene Künstler verknüpft zudem seine Malerei mit lyrischen Gedanken. Den 44-Jährigen verbinden viele Erinnerungen, Episoden und manchmal auch etwas Wehmut mit der Altstadt Monschau, führte er doch von 2000 bis 2013 ein Atelier in der Stadtstraße. „Es ist ein gutes Gefühl, wieder in Monschau zu sein“, sagt der inzwischen renommierte Künstler, der sich in den über 20 Jahren seines Schaffens und zahlreichen Ausstellungen auf internationalem Parkett nicht auf eine bestimmte Technik festlegen lässt. Dennoch sind seine Werke in ihrem Charakter unverwechselbar.

„Es heißt schon mal, dass meine Arbeiten eine gewisse Melancholie ausstrahlen“, sagt Savelsberg, der neben der klassischen Leinwand auch Nesseltuch, Holz, Tapeten oder auch alte Bodenbeläge mit Tusche, Aquarell oder Öl bearbeitet. Mit Farbe geht Kai Savelsberg eher sparsam um; dafür ist er ein Meister der Grauabstufungen. Da ist der Schritt zu Wehmut, Seelenschmerz und Trübsal eben nicht weit, aber auch Sanftheit und Mystik erreichen den Betrachter. Die Mischung, zum Haller-Jubiläum Literatur und Kunst zu verbinden, findet Kai Savelsberg sehr reizvoll, zumal die Galerie einen idealen Rahmen dafür biete.

Mon-Art-Galerie-Inhaber Guido Braun hofft auf „zwei spannende Tage“ mit Musik, Kunst und Lesungen, wobei er die Ausstellung von Kai Savelsberg als „schon etwas Besonderes“ bezeichnet. Ein Ziel der Veranstaltung sei es auch, „das kulturelle Angebot der Region mit Vielfalt zu bereichern“.

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