Erntedankgottesdienst in Imgenbroich: „Lasst uns den Hunger in der Welt nicht vergessen“

Erntedankgottesdienst in Imgenbroich : „Lasst uns den Hunger in der Welt nicht vergessen“

Nicht wie gewohnt auf dem Bauernhof von Toni und Alice Klein im Hengstbrüchelchen, sondern in der Pfarrkirche St. Josef in Imgenbroich fand der diesjährige Erntedankgottesdienst statt.

Mit einem eindeutigen Hinweisschild, das vor dem Hof platziert worden war, wurde das Rätselraten über den Veranstaltungsort geklärt. Auf die besondere Atmosphäre auf dem Hof von Toni und Alice Klein mussten die Gottesdienstbesucher somit diesmal verzichten. „Wir haben lange überlegt, haben uns dann aber entschlossen, aufgrund der kalten und unbeständigen Witterung den Gottesdienst zur Pfarrkirche zu verlagern“, betonte Alice Klein.

Unter dem Motto „Danke sagen“ stand der Gottesdienst, der von Pfarrer Karl Schnitzler zelebriert wurde. Der Gottesdienst, der von Markus Berzborn an der Orgel musikalisch umrahmt wurde, diente dazu, für die eingefahrene Ernte zu danken. „Wir danken für die reiche Ernte auf unseren Feldern, an den Erfolg unserer Arbeit, an alle Liebe, Freundschaft, Freundlichkeit und Anerkennung, die wir erfahren haben. Wir danken für die Kraft, die Gott uns gegeben hat, um an seiner Schöpfung mitzuwirken. Die Erde schenkt uns eine ganze Menge, und wir sollten lernen, uns das Teilen anzueignen“, betonte Pfarrer Schnitzler zu Beginn des Gottesdienstes.

In den Händen von Sonja Lennartz, Daniela Schreiber und Marita Wald lag die Vorbereitung des Gottesdienstes. Die herbstliche Dekoration mit Symbolen der Ernte wie Brot, Kürbisse, Bohnen, Gurken, Mais, Kartoffeln, Pflaumen, Möhren, Porrée, Paprika, Radieschen, Äpfel und Weintrauben war von Alice Klein vor dem Altar platziert worden. Ein Strohballen durfte ebenfalls nicht fehlen.

„Die Schulkinder stehen schon in den Startlöchern, um uns allen vor Augen zu führen, was das Wort Erntedank eigentlich für eine Bedeutung hat“, sagte Schnitzler. Neun Kinder hielten die Buchstaben E (Erde), R (Regen), N (Nahrung), T (Trinkwasser), E (Ernte), D (Dank), A (Arbeit), N (Natur) und K (Kartoffel) in die Höhe und verdeutlichten den Besuchern mit einigen Worten die Elemente, die den Dank für die Ernte ausmachen.

In den Fürbitten gingen einige Kinder auf die Bedeutung von Samen und Kräuter, Butter und Marmelade, Kaffee, Obst, Gewürze, Tee und Reis, Blumen und Wasser sowie Brot und Trauben ein. Eine leere Schale verinnerlichte, dass in den hiesigen Regionen viele Menschen in den Genuss von Essen und Trinken gelangen, jedoch in anderen Ländern dies nicht immer der Fall ist.

Im Schlussgebet wurden auf die armen Menschen eingegangen, die während und nach dem Krieg lediglich über eine trockene Scheibe Brot und eine Schale Milch verfügten. „Herr, hilf uns, dass das Wort Danke in der übersättigten Zeit nicht nur zu einer leeren Phrase wird. Lasst uns den Hunger in der Welt nicht vergessen, wenn wir satt sind.“

Nach dem Gottesdienst trafen sich die Besucher bei einer gemütlichen Agape mit  Wein, Wasser, Säften und Brot noch zu einem Gedankenaustausch.

(ame)