Konzener Landfrauen besuchen die Ex-Kulturhauptstadt

Jahresausflug nach Essen : Konzener Landfrauen besuchen die Ex-Kulturhauptstadt

Zum Zweitagesausflug nach Essen, der Ruhrmetropole und viertgrößten Stadt NRWs, hatte die Vorsitzende des Landfrauenvereins Konzen, Doris Schütt, eingeladen. Für ein ausgiebiges Frühstück in einem Bauerncafé in Leichlingen war gesorgt.

In Essen-Schuir stand die Besichtigung des Hofbetriebes „Feldmann‘s Grüner Markt“ auf dem Programm. Über aktive Landwirtschaft mit Schweinemast und Gemüseanbau in langer Tradition und der Vermarktung der Produkte informierten die Feldmanns. Das Sortiment im Hofmarkt war erstaunlich.

Bei der zweistündig geführten Stadtrundfahrt durch Essen, Kulturhauptstadt Europas 2010, wurde den Landfrauen klar, wie groß und grün Essen ist und zu Recht 2017 zur „Grünen Hauptstadt Europas“ gekürt wurde. Es ging vorbei an Konzernzentralen von RWE, Evonik, Eon-Ruhrgas, Thyssen-Krupp, Karstadt, Hochtief und Aldi-Nord, dem Messegelände, der Universität Duisburg-Essen, der Universitätsklinik, der Funke-Mediengruppe, dem Regionalverband Ruhr und vielen anderen Sehenswürdigkeiten.

Nicht ausgelassen wurde natürlich das Unesco-Welterbe Zollverein, das sogenannte kulturelle Herz des Ruhrgebiets. 1986 war Schicht im Schacht der Zeche Zollverein. Doch unter dem Motto „Erhalt durch Umnutzung“ entstand neues Leben für Kreative und Kulturschaffende, auch in der Kokerei, die 1993 den Betrieb einstellte. Die Fahrt ging auch vorbei am Baldeneysee und sehr beschaulichen Stadtteilen wie der Gartenstadt Margaretenhöhe, die 1906 von Margarethe Krupp gestiftet wurde für menschenfreundliches Wohnen.

Die einstige Stahl- und Kohlestadt hat sich zu einem wichtigen Medien-, Handels-, Verwaltungs- und Dienstleistungszentrum entwickelt, dem „Schreibtisch des Ruhrgebietes“, wie die Stadtführerin berichtete. Sie ist heute Hightechmetropole im Bereich Energie und Medizin. Im riesigen Einkaufszentrum „RathausGalerie“ und den zahlreichen Geschäften und Einkehrmöglichkeiten der Innenstadt gab es ausgiebig Gelegenheit zum Bummeln.

Am nächsten Tag besuchten die Landfrauen das Museum Folkwang, eines der renommiertesten deutschen Kunstmuseen mit herausragenden Gemäldesammlungen, Skulpturen, Grafiken und Fotografien. Beeindruckt von den Originalen alter Meister wie Monet, Gauguin, Picasso, van Gogh und Matisse ging es zu einem weiteren Höhepunkt der Fahrt, zur Villa Hügel in Essen-Bredeney. Eine Führung durch den 1873 von Alfred Krupp erbauten Unternehmerwohnsitz mit 269 Räumen und 8100 Quadratmetern Wohn- und Nutzfläche, gelegen in einem 28 Hektar großen Park über dem Baldeneysee, lies erahnen, welche Stellung die Krupp-Familie gehabt hat. Man staunte nicht schlecht über dieses Anwesen, dass als Einfamilienhaus im Grundbuch eingetragen wurde. Vom heutigen Eigentümer, der Alfred-Krupp-von-Bohlen-und-Halbach-Stiftung, wird das Anwesen in Stand gehalten und ist der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt worden, besonders zur Förderung von Kunst, Wissenschaft und Kultur.

Letzter Programmpunkt war der Besuch des Grugaparks. Er gehört mit 600.000 Quadratmetern Fläche zu den größten und attraktivsten Freizeitparks Europas und ist aus der Großen Ruhrländischen Gartenausstellung 1929 hervor gegangen. Aktuell gab es einen großen Herbst- und Pflanzenraritätenmarkt. Im Musikpavillon sorgte eine Elvis-Cover-Band für Stimmung. Bei herrlichem Spätsommerwetter war die Zeit zu kurz. Die Tour endete mit einem Abendessen bei „Achim und Elke“ in Konzen. Alle waren begeistert von dem rundum informativen und schönen Programm.

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