Katja Maxrath-Brang ist die neue Direktorin des Amtsgerichts Monschau

Offiziell ins Amt eingeführt : „Je größer unsere Präsenz, desto größer unsere Wirksamkeit“

Für die neue Direktorin des Amtsgerichts Monschau war es eine ungewohnte Aufgabe, vor einem Mikrofon zu stehen und einige Worte an geladene Gäste zu richten, als sie jetzt im Rahmen eines Festaktes offiziell in ihr Amt eingeführt und ihr Vorgänger Peter Lüttgen verabschiedet wurde.

Katja Maxrath-Brang war im Juni 1998 in den richterlichen Dienst des Landes Nordrhein-Westfalen (NRW) eingetreten. Im April 2002 wurde sie dann zur Richterin am Amtsgericht in Schleiden ernannt. Nach ihrer Erprobung in einem Zivilsenat des Oberlandesgerichts Köln nimmt sie nun seit November 2018 beim Amtsgericht Monschau die Aufgaben als Direktorin wahr. Neben ihren Aufgaben in der Behördenleitung bearbeitet sie sowohl Familien- als auch Betreuungs-, Freiheitsentziehungs- und Unterbringungssachen. Die 48-Jährige lebt in der Nähe von Jünkerath in Rheinland-Pfalz, sie ist verheiratet und Mutter von drei Kindern.

„Ich bin jetzt seit gut neun Monaten an diesem Gericht, das mir in dieser kurzen Zeit bereits sehr ans Herz gewachsen ist“, sagte sie in ihrer Ansprache. Das Amtsgericht Monschau, das durch seine Bauweise architektonisch unter all den Amtsgerichten sicherlich eine besondere Rolle einnehme, sei das kleinste Amtsgericht des Bezirks und das drittkleinste in NRW. Immer wieder stelle sich die Frage, ob und wie lange sich die öffentliche Hand diese kleinen Gerichte noch leisten könne. „Doch unser Staat ist ein Rechtsstaat, und ein Rechtsstaat zeichnet sich aus durch Justizgewährung“, betonte Maxrath-Brang.

Dies sei eine staatliche Aufgabe, und für die Rechtspflege seien der Zugang zu den Gerichten und die Erreichbarkeit der Verhandlungsorte entscheidend und von großer Bedeutung. „Die Sicherung der Grundwerte unserer rechtsstaatlichen Demokratie ist zur wesentlichen Aufgabe unserer heutigen Zeit geworden. Es ist wichtig, dahingehendes Bewusstsein in der Bevölkerung zu stärken und bestehendes Vertrauen der Gesellschaft in eine unabhängige Justiz nicht zu enttäuschen. Und hier gilt – wie in so vielen anderen Bereichen: Je größer unsere Präsenz, desto größer unsere Wirksamkeit“, sagte Maxrath-Brang. Kostenmotivierte Entscheidungen hin zur Zentralisierung und Personaleinsparung hätten sich oftmals als nicht wirklich gewinnbringend für die Gesellschaft erwiesen.

In den Räumen des kleinen Amtsgerichts wurde es recht eng, als die neue Direktorin offiziell in ihr Amt eingeführt wurde. Zu der feierlichen Veranstaltung waren zahlreiche Vertreter der Justiz, der regionalen Politik, der Verwaltung und der Wirtschaft erschienen. Foto: Andreas Gabbert

Vor diesem Hintergrund komme gerade auch dem kleinen Amtsgericht Monschau eine wesentliche Bedeutung zu. „Unser Amtsgericht zeichnet sich aus durch eine große Bürgernähe und Effizienz. Ich glaube sagen zu dürfen, dass jedem Rechtsuchenden hier im Haus das Gefühl vermittelt wird, in seinem Anliegen ernst genommen zu werden und sich seinem Bedürfnis nach Regelung einer für ihn unklaren oder schwierigen Situation zeitnah anzunehmen“, erklärte die neue Direktorin. Nicht nur ihre in den vergangenen neun Monaten gesammelten eigenen Erfahrungen, sondern auch die Rückmeldungen von Stellen, mit denen das Gericht zusammenarbeitet, Institutionen und Personen würden diesen Eindruck bestätigen.

Kurze Wege, direkte Ansprechpartner, fachlich versiertes und überaus engagiertes Personal, schnelle Vorlagen und zeitnahe Bearbeitung würden in großem Maße dazu beitragen, den rechtsuchenden Bürgern ein Gefühl von effektivem, schnell zu erreichendem Rechtsschutz zu vermitteln. „Es ist mir und der gesamten Belegschaft ein großes Anliegen, dieses Vertrauen in uns als Behörde aufrechtzuerhalten und zu stärken“, sagte Maxrath-Brang.

Dieses Engagement und den Willen zur guten und effektiven Zusammenarbeit zeige die Behörde jedoch nicht nur nach außen. „Es ist das freundliche Miteinander, das mich stets aufs Neue begeistert, das weit über eine gute Kollegialität hinausgeht und das mich jeden Tag – trotz der nicht unerheblichen Anreise – gerne nach Monschau kommen lässt. Ich bin hier vom ersten Tag an nicht nur freundlich, sondern überaus herzlich aufgenommen worden und habe seitdem eine Hilfsbereitschaft und ein Miteinader erleben dürfen, wie man sie wahrscheinlich vielerorts vergeblich suchen wird“, freute sich die neue Direktorin.

Zu der feierlichen Veranstaltung im Amtsgericht Monschau waren zahlreiche Vertreter der Justiz, der regionalen Politik, der Verwaltung und der Wirtschaft gekommen, so dass es an diesem Nachmittag recht eng in den Räumen des kleinen Amtsgerichts wurde. Nach der Begrüßung durch die Präsidentin des Landgerichts, Christiane Fleischer, hatte zunächst Monschaus Bürgermeisterin, Margareta Ritter, das Wort. Anschließend sprachen der Vertrauensnotar der Notare des Landgerichtsbezirks Aachen, Dr. Heiner Romer, sowie Raimund Löhrer als Vertreter der Rechtsanwälte und Diana Jansen als Vertreterin der Belegschaft ihre Grußworte. Die Rednerinnen und Redner richteten sich nicht nur an die neue Direktorin, sondern natürlich auch an ihren Vorgänger im Amt.

Peter Lüttgen zeigte sich überwältigt von den Worten, die anlässlich seiner Verabschiedung an ihn gerichtet wurden und ließ seine Zeit in Monschau kurz Revue passieren. Er habe die Entscheidung, nach Monschau zu kommen, nie bereut, sagte Lüttgen und dankte für die große Unterstützung. Der Vater von drei Kindern hatte die Aufgabe des Direktors des Amtsgerichts im Mai 2014 übernommen. Inzwischen wurde er zum weiteren Aufsicht führenden Richter ernannt und ist seitdem beim Amtsgericht Düren tätig.