Inklusiv: Ausstellung im Aukloster Monschau

Ausstellung im Aukloster Monschau : Bei der Kunst klappt die Inklusion

„Kunst kann Inklusion“, lautet das Motto einer außergewöhnlichen Ausstellung, die am Wochenende im Aukloster Monschau eröffnet wurde. Viele Einrichtungen und Initiatoren fanden auf künstlerischer Ebene einen gemeinsamen Nenner und trugen die sehenswerte Ausstellung mit rund 30 mitwirkenden Künstlern und Künstlerinnen zusammen.

Nachdem die Gemeinschaftsausstellung bereits vor anderthalb Jahren in der Abtei Rolduc in Kerkrade, dann vor einem Jahr in den Räumen der Hodiamont-Stiftung im belgischen Baelen zu sehen war, endet die Kunstreise nun in Monschau, vor Ort unterstützt vom Veranstalter, dem Kunst- und Kulturverein Haus Troistorff. Martha Angelika Felicitas (MAF) Räderscheidt aus Schleiden und Antonio Nunez aus Aachen begleiteten die kreativ tätigen Künstlergruppen der Lebenshilfe Aachen (Willsosein“) , der Kokobe Nordeifel („Miteinander“) und der Caritas-Werkstatt Imgenbroich beim Entstehungsprozess der Bilder, und sie zeigen auch selbst eine Reihe ihrer Arbeiten.

Zahlreiche Gäste fanden sich zur Vernissage im Kreuzgang des Auklosters ein. „Vielerorts hat die Inklusion ja nicht funktioniert, aber bei der Kunst hat sie geklappt.“, freut sich Dr. Hajo Peters, der Vorsitzende des Kunst- und Kulturvereins Haus Troistorff über das gelungene Projekt des gemeinsamen Malens. „Die freie künstlerische Entfaltung war für uns der wichtigste Gedanke“, unterstreicht MAF Räderscheidt. Deshalb suche man auch vergeblich nach Titeln und Namen unter den Werken, womit der Gemeinschaftsgedanke der Ausstellung unterstrichen werden solle.

Die Lebenshilfe Aachen bietet seit Jahren zwölf künstlerisch tätigen Menschen einen Ganztagsplatz mit einem kreativen Beschäftigungsfeld in der Einrichtung an, betont Werkstattleiterin Barbara Geier. Die Künstlergruppe in der Kokobe in Höfen wird von Andrea Hein betreut, und Anke Pauls ist die Fachbereichsleiterin der Künstlergruppe in der Imgenbroicher Caritas-Werkstatt. Sie sprach bei der Vernissage von einem „Sprung ins kalte Wasser“ für die Teilnehmer. Mit Spannung könne man den Entstehungsprozess der Bilder verfolgen, in denen Ausdauer und Spontanität zusammengeführt würden. Aus den Arbeiten spreche eine eigene Form der Kommunikation, sagte sie.

Beim Rundgang durch die Ausstellung stellt der Besucher mit Erstaunen fest, mit welcher Kraft, Ehrlichkeit und Offenheit die Künstlergruppe ihrer Kreativität Ausdruck verleiht und damit gleichzeitig auch Einblick in die persönliche Bewältigung des Alltags gewährt. Für so manchen Teilnehmer dürfte diese Form der künstlerischen Betätigung die Phantasie anregen, das Selbstbewusstsein stärken und nicht zuletzt auch den unverstellten Blick auf das Innerste des Menschen freigeben.

(P.St.)