Erneut drei Schafe im Stadtgebiet Monschau gerissen

DNA-Proben werden ausgewertet : Erneut drei Schafe gerissen

Erneut wurden in der Nordeifel drei Schafe gerissen. Der Vorfall ereignete sich bereits in der Nacht auf den 29. April auf einer Weide zwischen Imgenbroich und Mützenich in der Nähe des Vennbahnradweges.

Fahrradfahrer hatten die toten Tiere morgens entdeckt und ihre Beobachtung bei der Stadt Monschau gemeldet. Die verständigte daraufhin den Halter und den Wildtierexperten Hermann Carl. Er ist einer der Wolfsberater, die im Zuge des Arbeitskreises „Wolf in NRW“ vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (Lanuv) ausgebildet wurden. Carl machte sich vor Ort selbst ein Bild und nahm DNA-Proben, die er zur Auswertung an das Lanuv weiterleitete.

Insgesamt hätten sich rund 15 Tiere auf der Weide befunden. Diese sei zwar eingezäunt gewesen, dabei habe es sich aber nicht um einen wolfssicheren Zaun gehandelt, sagt Carl. Solche Zäune würden zur Vorschrift, wenn der Wolf zweifelsfrei in der Region nachgewiesen werde. Dann gebe es aber auch Zuschüsse für die Halter. Bei den gerissenen Schafen habe es sich um ein erwachsenes Tier und zwei Lämmer gehandelt.

Er habe den gleichen Eindruck gehabt wie am 11. April, als in Mützenich im Abstand von weniger als 20 Stunden zwei Schafe gerissen wurden. „Das war ein Profi“, sagt Carl. Auf jeden Fall handele es sich um ein Tier aus der Familie der Caniden (Hundeartige). Für einen Wolf spreche, dass zwei der Schafe mit gezielten Halsbissen getötet wurden. Auch dass zunächst die Innereien verzehrt wurden, sei typisch für einen Wolf. Außerdem seien Tage zuvor an der Monschauer Flora im Sandbett des Laufenbachs Spuren gefunden und von ihm untersucht worden, die auf einen Wolf hindeuten könnten. Um sicher zu sein, müsste man aber eine 100 Meter lange Spur verfolgen können. Das ist hier kaum möglich“, erklärt Carl.

Auf einer Weide am Vennbahnradweg zwischen Imgenbroich und Mützenich wurden die drei Schafe gerissen. Foto: Andreas Gabbert

Seiner Meinung nach könnte also tatsächlich ein Wolf für die Risse der Schafe verantwortlich sein. „Erwiesen ist das aber erst nach der Auswertung der Genproben, falls sie denn brauchbar sind“, sagt der Wolfsberater. Rein theoretisch könne es sich auch um einen großen, über lange Zeit verwilderten Hund handeln. „Die Wahrscheinlichkeit ist aber gering.“

Der Halter der Schafe habe Konsequenzen gezogen und seine Tiere nun nachts mit einem Elektronetzzaun geschützt. „Das könnte vorab auch ein Tipp für andere sein, die eventuell ähnliche Probleme bekommen werden – sei es durch einen Wolf oder durch einen Hund“, sagt Carl.

Die Auswertung der DNA-Proben kann bis zu sechs Wochen dauern. Deshalb liegen noch keine Ergebnisse vor, weder für den Vorfall am 29. April, noch für die Vorfälle am 11. April. Eine Übersicht der Nutztierrisse und der Ergebnisse der Untersuchungen ist unter www.wolf.nrw/wolf/de/management/nutztierrisse zu finden.

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