Eifelverein Konzen sorgt für Instandsetzung des Rochus-Kreuzes

Umfassende Restaurierung : Ein Stück Geschichte vor dem Verfall bewahrt

Als deutlich wurde, dass das Rochus-Kreuz zwischen Imgenbroich, Mützenich und Konzen saniert werden musste, gingen die Mitglieder der Ortsgruppe Konzen des Eifelvereins davon aus, dass das innerhalb weniger Wochen mit etwas Farbe und einem finanziellen Zuschuss der Stadt erledigt sein würde.

Das war im Spätsommer des Jahres 2017. Zwei Jahre später ist es nun geschafft. Das Kreuz wurde restauriert und instand gesetzt. „Das hat viel länger gedauert als zunächst geplant, weil das Kreuz und der Korpus einen höheren Denkmalwert haben als gedacht“, erklärte Micha Kreitz als Heimat- und Kulturwart der Ortsgruppe Konzen, als jetzt das frisch sanierte Denkmal präsentiert wurde.

Nach intensiver Vorarbeit war eine umfassende Restaurierung von Kreuz und Korpus in Zusammenarbeit von Denkmalpflege, Fachfirmen und Ehrenamtlern des Eifelvereins erfolgt. Nachdem der Korpus zunächst grünbraun, dann gelbgrau, dann cremeweiß und schließlich in den letzten Jahrzehnten weiß gefasst war, erstrahlt er nun in einem leicht abgetönten, gedeckten sogenannten „Kitt-Weiß“.

Das Projekt wurde mit Mitteln der Denkmalpflege gefördert. Die Kosten betrugen insgesamt rund 7000 Euro. „Sowas geht nur mit vielen Ehrenamtlern. Hier konnten sie viel machen, aber nicht alles“, erklärte Kreitz und lobte die gute Zusammenarbeit mit den Behörden und Fachfirmen. Einer der Ehrenamtler, die sich um dieses Kreuz besonders verdient gemacht haben, ist Karl Call. Er pflegt das Kreuz schon seit vielen Jahren. Weitere Unterstützung leisteten Ernst Palm, Reinhold Krings und der Vorsitzende der Ortsgruppe des Eifelvereins, Karl-Heinz Huppertz.

„Der kleine Platz bei Stillbusch unten auf der Hardt ist eine historische Stätte. Dort, wo sich zwei alte Wege (von Imgenbroich nach Mützenich und von Monschau nach Konzen) kreuzen, wird ein Stück Geschichte lebendig, das von Not und Elend der Menschen berichtet, aber auch von der Hoffnung, das Leid zu überwinden. Das Rochus-Kreuz bei Stillbusch erinnert an jene Zeit, da hier in der Eifel die Pest wütete. Das Kreuz erinnert daran, dass dort bei Stillbusch eine kleine Kapelle stand“, so formulierte es vor einigen Jahren der langjährige Leiter der Lokalredaktion dieser Zeitung und ehemalige Heimat- und Kulturwart des Eifelvereins Konzen, Raimund Palm.

An der Stelle des heutigen Kreuzes stand zuvor eine kleine Kapelle. Auf deren Altar stand eine kleine Statue des Heiligen Rochus, was wiederum die Namensgebung erklärt. Gerade dieser Heilgenname, Rochus war der Pestheilige, nährt allerdings die Vermutung, dass die Kapelle des Jahres 1703 bereits einen Vorläuferbau hatte, vielleicht wiederum ein Wegekreuz? Trost, Zuflucht und Fürbitte suchten die Menschen nämlich beim Heiligen Rochus. So erinnert die Namensgebung an jene schreckliche Zeit, in der die verheerende Seuche in ganz Europa wütete. Umherziehende Söldnerscharen hatten während des 30-jährigen Krieges (1618 bis 1648) die Pest eingeschleppt. Von den zwölf Millionen Toten, die der Krieg dahinraffte, waren mehr Menschen Opfer der Pest als der Waffen geworden.

Nach Aufgabe der Kapelle im Jahr 1793 verfiel diese rasch. So war zu Beginn des 20. Jahrhunderts zwar der ehemalige Standort der Kapelle noch bekannt, im Gelände aber zeugte keinerlei Spur mehr davon. Die Rochus-Statue war zwischenzeitlich in die Pfarrkirche verbracht worden, wo sie das 19. Jahrhundert, wohl aber nicht den Zweiten Weltkrieg überdauern sollte.

1930 schließlich ließ Pfarrer Pontzen dann ein großes Kreuz mit geschnitztem Korpus errichten, dass nach Beschädigungen im Jahr 1937 und Instandsetzungen noch im gleichen Jahr den Menschen heute noch in gleicher Weise vertraut ist. Inzwischen ist das Kreuz zum Symbol für Frieden und Freiheit geworden: Seit 1962 pilgern Gläubige aus den Orten ringsum jährlich zum Rochus-Kreuz, um dort am Vorabend des 17. Juni (von 1954 bis 1990 Tag der Deutschen Einheit) ursprünglich für die friedliche Wiedervereinigung und dann nach der Deutschen Einheit für den Frieden in der Welt zu beten.

Jetzt soll noch eine Tafel mit Informationen zur Geschichte des Kreuzes aufgestellt werden.

Mehr von Aachener Nachrichten