Eifelverein Konzen auf dem Mullerthal-Trail in der Luxemburgischen Schweiz

Eifelverein Konzen auf dem Mullerthal-Trail : Bizarr-schöne Gesteinsformationen und engste Felsspalten

Am letzten September-Wochenende machte sich die Ortsgruppe Konzen des Eifelvereins mit einer Wandergruppe von 27 Teilnehmern auf zur Erwanderung einer weiteren Etappe des Mullerthal-Trails in Luxemburg.

Der 112 Kilometer lange Trail ist aufgeteilt in drei schlaufenförmige Routen von je 37 bzw. 38 Kilometern Länge. Bereits im Oktober 2018 hatte man Route eins in voller Länge erwandert, hierbei aber die Erfahrung gemacht, dass eine Tageswanderung von rund 19 Kilometern in dem felsigen Gelände äußerst ambitioniert war. So wurde nach der rund 13 Kilometer langen ersten Etappe von Route zwei, die im April erwandert wurde, die jetzt anstehende zweite Etappe von Route zwei auf rund 15 Kilometer gekürzt.

Nach Anreise am Freitagnachmittag in Bollendorf machten sich die Teilnehmer am Samstagmorgen an der Heringer Millen auf den Weg. Nach einem knappen Kilometer erreichte man den als Schiessentümpel bezeichneten dreiteiligen kleinen Wasserfall der Schwarzen Enz. Nach einem ersten Anstieg war man bald in die bizarr-schöne Landschaft eingetaucht, in der sich schmale Pfade zwischen farnumwucherten Felsen hindurchschlängeln. Die Felsformationen haben Namen wie „Eilebuerg“, „Goldfralay“ oder „Goldkaul“, um die sich zahlreiche Legenden und Sagen ranken:

Nach einer Mittagsrast ging es weiter auf einem breiten Waldweg parallel des Härdbaches, und bald darauf, nach einem ansteigenden Pfad, ging es – im wahrsten Sinne des Wortes – wieder hinein in die Felsen. „Rittergang“ und „Déiwepëtz“ sind enge Felsspalten, in die kein nennenswertes Tageslicht eindringen kann. Für manche war der Durchgang zur Letztgenannten zwar hart an der Grenze des Machbaren, aber letztlich wagten sich alle, darunter je eine Wanderfreundin und ein Wanderfreund über 80 in den Spalt und kamen auch heil wieder ans Tageslicht. Bei der nach einiger Zeit parallel zum Trail auftauchenden „Kuelscheier“ waren diejenigen, die sich auch diesen circa 200 Meter langen stockfinsteren Spalt noch zutrauten, schon etwas geübt, wobei die jüngste Teilnehmerin – achtjährig – schneller als alle anderen war.

Besonders erwähnenswert auf dem Rest der Strecke ist der „Roude Léiw-Felsen“ (oder „Einsiedelei“) wegen der Abbildung des Luxemburger Wappentiers, dem roten Löwen, und der Inschrift „Mir wëlle bleiwe wat mir sinn“. Der Felsen wurde 1939 anlässlich des 100. Jahrestages der Unabhängigkeit des Großherzogtums von Bürgern gestaltet. Daneben finden sich die Namen dreier Männer aus Scheidgen, die an dieser Stelle ihre Freundschaft beschworen, bevor sie vom Naziregime in die Wehrmacht zwangsrekrutiert wurden. Scheidgen stellte auch das Ziel der Wanderung dar, das nach fast sieben Stunden erreicht wurde.

Am zweiten Tag ging es in den Naturpark Südeifel, wo in der berühmten „Teufelsschlucht“ eine geologische Führung organisiert war. Im Anschluss ging es in einer kurzen Wanderung zu den „Irreler Wasserfällen“, die in Wahrheit imposante Stromschnellen in der Nähe von Irrel sind, bei denen sich das Wasser der Prüm seinen Weg zwischen wild durcheinandergewürfelten Felsblöcken bahnt. Nach einem nochmals kräftigen Anstieg wieder hinauf zum Naturparkzentrum wurde bei einer Kaffeetafel das Wanderwochenende abgeschlossen.

Mit den erlebnisreichen Eindrücken im Gepäck und mit beginnender Vorfreude auf die Erwanderung der letzten Schlaufe, Route drei des Mullerthal-Trails, voraussichtlich im April 2020, begaben sich alle auf die Heimreise.

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