CDU Monschau macht sich für ein Modellprojekt stark

Neue Projekte : Netliner soll in Zukunft auch nach Eupen fahren

Die Zahlen des Landesbetriebs Information und Technik (IT NRW) klingen alarmierend: Um rund 15 Prozent wird die Bevölkerung von Monschau bis zum Jahr 2040 schrumpfen. Auch zwei Wochen nach der Veröffentlichung ärgert sich Micha Kreitz über die negative Prognose, die sich rein auf statistische Daten stützt.

„Bei uns ist so viel in Bewegung, dass man das über einen so langen Zeitraum gar nicht verlässlich voraussagen kann“, sagt Monschaus CDU-Partei- und Fraktionsvorsitzender.

Tatsächlich sei die Eifel als Lebensraum auch für junge Menschen attraktiv wie nie. Das belege die weiter steigende Nachfrage nach Bauland auch in Ortschaften wie Höfen, Rohren oder Kalterherberg – Dörfern, die es aufgrund der größeren Entfernung zum Oberzentrum Aachen früher traditionell schwerer gehabt hätten. Beispiel Rohren: Rund 20 Baugrundstücke umfasst das Neubaugebiet Branderheld. Bereits zum Jahreswechsel wolle man dort in den Verkauf der Grundstücke gehen. „Wir rechnen damit, dass etwa ein Drittel davon unmittelbar im kommenden Jahr bebaut wird. Und das in Rohren, wo man vor einigen Jahren vielleicht noch gesagt hätte: Warum soll ich dorthin ziehen!“

Der Boom habe alle Dörfer erfasst: von Konzen (25 Grundstücke im Gebiet Feuerbach), Monschau (10 Grundstücke im Gebiet Haag), Imgenbroich (25 Grundstücke, Bruchzaun) bis nach Mützenich, Höfen und Kalterherberg, wo derzeit die Nachfrage für weiteren Baugrund ermittelt werde. „Es tut sich verdammt viel!“ Dies gelte auch für die Altstadt, die in den vergangenen Jahren einen Boom im Bereich der Ferienwohnungen erlebt habe. „Die Altstadt soll kein leeres Museum werden, deshalb müssen wir uns auch um die Interessen der dort lebenden Menschen kümmern“, sagt der CDU-Chef.

Die Attraktivität der Eifelkommunen für Familien sei auch das Ergebnis einer Vehrkehrspolitik, die dem Busverkehr neue Impulsve verliehen habe. „Neben der besseren Taktung der Schnellbusse Richtung Aachen ist es der Netliner, der von den Kunden sehr gut angenommen wird“, sagt Kreitz. Deshalb wolle die CDU den Netliner, der Fahrgäste nur auf Abruf befördert, mittelfristig weiter ausbauen. So gebe es einerseits Anträge aus Konzen und Mützenich, das Gebiet deutlich auszuweiten. Konkret in Plaung sei auch ein grenzüberschreitender Verkehr Richtung Eupen.

„Kein Grund zum Pessimismus“: Micha Kreitz, CDU-Chef in Monschau. Foto: Marco Rose

So gab es bereits im Mai ein erstes Treffen von CDU-Vertretern mit belgischen Kollegen, worauf eine gemeinsame Probefahrt auf der bestehenden Linie Wetzlarbad/Busbahnhof/Bahnhof im Juni folgte. „Das Potenzial ist groß, das Interesse auf beiden Seiten auch“, sagt Kreitz, der ein Modellprojekt spätestens im Sommer 2020 realisiert sehen möchte. „Es gibt einerseits viele Monschauer, die gerne nach Eupen fahren. Umgekehrt besteht in Eupen ein handfestes Interesse an Imgenbroich als Einkaufsstandort und natürlich an der Altstadt.“

Die Christdemokraten wollen schließlich auch die Frage nach der Erreichbarkeit des Schleidener Raumes weiter diskutieren – vor allem in den südwestlichen Ortsteilen ist das immer wieder ein Thema. „Realistischer ist allerdings die Verbindung nach Eupen. Das muss man ehrlicherweise sagen“, meint Kreitz.

(mar)
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