Auch neuer Elektro-Kleinlaster an den Bauhof in Monschau übergeben

Neue Schnellladesäule am Burgau : Volltanken am Tor zur Altstadt Monschau

Auf den ersten Blick war es ein ganz normaler Bauhof-Transporter, der da am Dienstagmorgen auf das Parkdeck am Burgau rollte. Doch schon die leise Anfahrt machte deutlich, dass die Stadt Monschau hier ein Stück mobile Zukunft präsentierte.

Denn der nigelnagelneue, leuchtend orange Klein-Lastwagen wird in Zukunft anstelle eines alten Diesel-Kleintraktors durch die Altstadt rollen und hier unter anderem den Abfall wegschaffen.

Die offizielle Übergabe des neuen Fahrzeugs an Bauhof-Leiter Bruno Schreiber hatte die Stadt ganz bewusst auf das Parkdeck am Burgau gelegt, denn auch hier gibt es etwas Neues, etwas Zukunftsträchtiges zu sehen: Ab sofort können die Besitzer von Elektroautos an einer neuen Stromladesäule neuen Saft für ihren fahrbaren Untersatz tanken – auf Wunsch und wenn die technischen Voraussetzungen am Fahrzeug stimmen, sogar innerhalb von nur 20 Minuten.

Die technischen Feinheiten der Ladesäule, die über drei verschiedene Anschlüsse verfügt und an der gegebenenfalls auch zwei Autos gleichzeitig ihre Batterie wieder aufladen können, erläuterte David Lulley, Sprecher des Aachener Energieversorgers Stawag, der seit 2013 auch das Stromnetz in der Stadt Monschau gemäß Konzessionsvertrag bis 2032 betreibt. „Das ist ein wichtiger Standort für die Stadt Monschau und auch für die vielen Touristen, die nach hier kommen“, meinte Lulley.

Der Stawag-Sprecher verwies darauf, dass man „hier in nur 20 Minuten und nicht wie bisher üblich in vier bis sechs Stunden sein Auto aufladen“ könne und es am Burgau vorerst den Strom für das E-Auto noch kostenlos gebe. „Das wird naturgemäß nicht so bleiben“, kündigte er einen Umstieg auf bezahlten Fahrstrom im dritten oder vierten Quartal 2019 an. Man sei derzeit dabei, ein entsprechendes Abrechnungssystem zu entwickeln.

Mit dem neuen Standort in Monschau verfüge die Stawag nunmehr in Aachen und Monschau über insgesamt 17 Ladesäulen, sagte David Lulley und hatte ein Lob parat: „Das funktioniert von der ersten Überlegung bis zur Funktionstüchtigkeit der Säule nirgendwo so schnell wie in der Eifel. So kann man Infrastruktur aufbauen“, sagte der Stawag-Sprecher, der von bereits zehnjährigen Bemühungen der Stawag um die Elektromobilität sprach.

Stawag-Sprecher David Lulley erläuterte die Technik der Schnellladesäule der neuesten Generation am Burgau. Der blaue DC-Anschluss kann ein Elektrofahrzeug innerhalb von nur 20 Minuten zu 80 Prozent aufladen. Foto: Heiner Schepp

Diese Aufbauarbeit sei auch zwingend nötig, meinte Bürgermeisterin Margareta Ritter und berichtete von erster Kritik aus Reihen der Verbraucher wegen fehlender Ladestationen im hiesigen Raum. „Wenn wir die Elektromobilität nach vorne bringen möchten, dann müssen wir auch etwas dafür tun“, meinte Ritter.

Das hat Hans-Jürgen Kirch, der in Höfen ein Autohaus mit Tankstelle betreibt, sehr früh erkannt. „Er hat die erste Schnellladesäule in der gesamten Städteregion bei sich installiert“, wusste die Bürgermeisterin. Deshalb kommt es nicht von ungefähr, dass das neue Bauhof-Fahrzeug ein Transporter aus dem Autohaus Kirch ist. „Es war das bessere von zwei Angeboten auf die entsprechende Ausschreibung der Stadt Monschau“, erläuterte Ritter, und Hans-Jürgen Kirch freute sich, dass nach Städten wie Erkelenz, Heimbach, Euskirchen und Aachen nun auch der Bauhof der Stadt Monschau mit einem Fahrzeug des japanischen Autoherstellers unterwegs sei.

Die Transporter-Variante des Nissan e-NV200 bietet seit dem Modelljahr 2018 eine auf 40 kWh erstarkte Batterie und fährt mit einer Ladung bis zu 280 Kilometer am Stück – 100 Kilometer mehr als beim Vorgänger. Der 80 kW (109 PS) starke Elektroantrieb sorgt für eine Beschleunigung von Null auf Hundert in 14 Sekunden, maximal sind 123 km/h möglich. 51.000 Euro hat das Neufahrzeug gekostet, doch die Stadt Monschau wurde bei der Anschaffung aus dem Elektromobilitätsprogramm des Landes NRW unterstützt.

Unternehmen, Gewerbetreibende, Vereine und Verbände mit einem Standort in Nordrhein-Westfalen können nämlich zusätzlich zur Kaufprämie des Bundes (Umweltbonus) eine weitere Kaufprämie für ein Fahrzeug oder mehrere gewerblich genutzte Kraftfahrzeuge erhalten, wie Jürgen Dosquet, Verkaufsleiter beim Autohaus Kirch, erläuterte. Voraussetzung: Die geförderten Fahrzeuge müssen überwiegend (80 Prozent der Fahrleistung) in Nordrhein-Westfalen eingesetzt werden. Durch die Kombination der NRW-Förderung mit dem Umweltbonus des Bundes ist eine Unterstützung von bis zu 12.000 Euro möglich.

Der neue orangefarbene Flitzer des Bauhofs wird weitgehend in der Altstadt zum Einsatz kommen, wie Leiter Bruno Schreiber erklärte. „Bisher sammeln wir den Abfall mit einem kleinen Diesel-Traktor hier ein; künftig brauchen wir die Bewohner und Gäste in der Stadt nicht mehr mit Abgasen zu belästigen“, freute sich Schreiber. Im Winter können seine Mitarbeiter morgens in ein warmes Fahrzeug steigen, denn beim Laden der Batterie wird auch die Standheizung versorgt. „Das Laden wird auch weiterhin am Bauhof erfolgen und nicht hier am Burgau“, versicherte die Bürgermeisterin, die ansonsten aber alle, die bereits auf Elektromobilität umgestiegen sind, einlud, die neue Infrastruktur am Burgau zu besuchen und zu nutzen.

Informationen zu Zuschüssen bei der Anschaffung eines Elektrofahrzeugs und auch beim Bau einer eigenen Ladesäule privat oder im Betrieb finden verbraucher auf entsprechenden Internetseiten des Landes NRW und der Stawag.

www.elektromobilitaet.nrw

www.stawag-emobil.de

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