Anja und Shorty sind Deutsche Meister im „Showmanship at Halter“

Im „Showmanship at Halter“ : Anja und Shorty sind Deutsche Meister

„Shorty The Coolman“ ist ein echt cooler Typ: gelassen, zuverlässig, vielseitig einsetzbar. Er ist ein American Quarter Horse, er gehört Anja Krings, und sie wurde mit ihm Deutsche Meisterin im „Showmanship“.

Wenn Shorty im Stall der „Rode-Ranch“ genüsslich an seinem Heusack rupft, sieht man ihm gar nicht an, was er so alles kann. Der 13-jährige Wallach hatte seinen großen Auftritt bei den Deutschen Meisterschaften, die die Erste Westernreiter-Union Deutschland in Kreuth in Bayern im September durchführte.

Anja Krings aus Kalterherberg verbrachte dort zehn Tage mit ihrem Pferd und präsentierte ihren vierbeinigen Sportkameraden in mehreren Disziplinen: Beim „Western Riding“ werden fliegende Wechsel verlangt, wohlgemerkt am langen Zügel, worüber die Fans der klassischen Reitkunst ins Staunen geraten. Beim „Ranch Riding“ zeigt sich die Durchlässigkeit des Pferdes, die Zügel werden in einer Hand gehalten, geschmeidige Übergänge der Gangarten werden verlangt und der zackige „Stopp“. Der „Horsemanship“ ist eine Art Dressuraufgabe „in leichter Aufrichtung“, wie Anja Krings sagt. Und schließlich wird beim „Super Horse“ in einer fünf- bis sechsminütigen Vorstellung eine Mischung aus verschiedenen Disziplinen gezeigt. „Diese anspruchsvolle Prüfung macht mit Shorty sehr viel Spaß“, sagt Anja Krings, „hier zeigt sich, dass er ein echter Allrounder ist.“

Die Deutsche Meisterschaft errang das Paar aber im „Showmanship at Halter“: Hierbei gelang den Beiden eine derart harmonische Vorstellung, dass sie mit Abstand die meisten Punkte bekamen. Anja Krings ließ ihren Shorty rückwärts gehen, ein exzellentes „Set Up“ (gleichmäßiges Stehen auf allen vier Füßen) zeigen, und die Beiden liefen im gleichen Takt – ohne dass Anja Krings ihr Pferd berührte. „Er reagierte auf meine Stimme, auf meine Körperhaltung und meine Bewegungen“, erzählt sie.

„An die Klasse von Anja Krings reichte im Finale der Showmanship an diesem frühen Freitagmorgen keine heran“, ist in einem Fachorgan zu lesen. Gerne denkt Anja Krings an die Turniertage in Kreuth zurück: „Es ist eine wunderschöne Anlage; auf dem weitläufigen Gelände konnte ich mit Shorty zwischen den Prüfungen Spaziergänge machen. Das Turnier ist bestens organisiert; Richter beobachten das Geschehen auch außerhalb der Wettbewerbe und überzeugen sich davon, dass es den Pferden in jeder Hinsicht gut geht. Natürlich gibt es auch Dopingkontrollen.“

Nach den ereignisreichen, aber auch anstrengenden Tagen und der weiten Fahrt hat Shorty nun Pause. Er verbringt seine Freizeit fast ständig draußen. Jedoch muss er „geschmeidig gehalten werden“, dazu macht Anja mit ihm Gymnastik und leichte Übungen. „Hier auf der Rode-Ranch gibt es tolle Bedingungen für Pferde, genügend Wiese, einen Außenplatz und eine kleine Halle.“ Angefangen hat ihre Reiterei übrigens im Kindesalter, da bekam sie den hier allgemein üblichen Reitunterricht, und nahm auch an kleinen Wettbewerben wie Führzügelklasse, Reiterwettbewerb und Dressurprüfungen teil. „Aber mir gefiel es nicht mehr, wie man die Pferde festhält“, erklärt sie ihr Unbehagen gegenüber der klassischen Dressurreiterei.

„Ich bin dann ein Jahr lang nur ausgeritten und fand schließlich durch einen Tipp zum Westernreiten. Mit einem braven Araber-Haflinger-Mischling und einer älteren Quarterstute habe ich viel gelernt und Freude am Westernreiten bekommen.“ Sie findet es faszinierend, wie Pferde für diese Art der Reiterei ausgebildet werden, wie Vertrauen aufgebaut wird. „Es ist ein Teamwork zwischen Reiter und Pferd. Es wird am langen, losen Zügel geritten; die Einwirkung des Reiters geschieht durch Gewichtsverlagerung, mit den Beinen, der Hüfte und mit der Stimme. Man muss sehen, dass das Pferd freiwillig mitmacht.“ Im nächsten Jahr möchte sie wieder mitmachen, zunächst bei den Rheinischen Meisterschaften und dann wieder bei den „German Open“ in Kreuth, wo sich die Besten zu „Europas größtem Westernreitturnier“ treffen.