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Landschaftsschutzgebiet: Monschau sucht beim Hirsch Resort den Kompromiss

Landschaftsschutzgebiet : Monschau sucht beim Hirsch Resort den Kompromiss

Der Landschaftsschutz steht einer Erweiterung eines Hotelrestaurants im Wege. Monschau möchte den Tourismus in Kalterherberg weiter stärken.

Auf dem Papier und auf der Luft sieht alles so vielversprechend aus. 18 Gebäude mit jeweils zwei Appartments gruppieren sich entlang eines Rundwegs im Baum bestandenen Hang mit leichtem Ausblick auf das Tal der Rur. „Hirsch Resort“ nennt sich das Projekt, das einen Teil des Freiraums hinter der Bebauung an der Monschauer Straße (B399) zwischen Fedderbach und Bahnhofstraße touristisch in Wert setzen könnte.

Der Grundstückseigentümer ist der Inhaber des bekannten Hotel Hirsch in Kalterherberg. Einst spielte man hier im Garten Minigolf. Nun setzt die Eigentümerfamilie ganz dem touristischen Trend folgen und auf dem rückwärtigen Gelände sogenannte Lodges für den Natur- und Ökotourismus errichten. Mit solch einem zukunftsfähigen Konzept soll der Standort des Hotelrestaurants mit 58 Betten in 28 Gästezimmern gesichert werden. Der Betrieb orientiert sich bereits am naturnahen Tourismus mit Kutsch- und Planwagenfahrten, geführten Rad- und Mountainbiketouren, Fahrradverleih sowie als Bett & Bike-Station.

Mit einem Naturhaus und einer  Plattform zum Sternengucken sowie der Ausrichtung der insgesamt 36 Lodges in den Hang zum Rurtal würde das Konzept des Hirsch-Resorts die thematischen Klammer des Naturtourismus weiter spannen können.

Bauleitplanung erforderlich

Auch die Stadt Monschau zeigt sich gar nicht so abgeneigt von den Plänen des Hotelbetreibers. Zumindest empfiehlt Planungschef Stephan Dicks dem am 25. August tagenden Bau- und Planungsausschuss, die grundsätzliche Bereitschaft zur Einleitung eines Verfahrens zur Aufstellung eines Bebauungsplans zu dokumentieren. „Verwaltungsseitig wird eine funktionsfähige und nachfragegerechte touristische Infrastruktur als eine entscheidende Grundlage für die touristische Entwicklung gesehen“, heißt es in der öffentlichen Vorlage. „Die Optimierung bestehender Infrastruktur, die heute bereits eine entsprechend hohe touristische Relevanz besitzt und Nachfragepotenzial für die kommenden Jahre bietet, steht im Vordergrund.“

Neben der Schaffung und Sicherung von öffentlicher Infrastrukturen, möchte die Stadtverwaltung auch einzelne Tourismusprojekte der Privatwirtschaft unterstützen. „Ansässigen Hotel- und Gastronomiebetrieben sollten die Grundlagen für eine zukunftsfähige touristische Nutzung ermöglicht werden“, ist es Schwarz auf Weiß in der Vorlage der Verwaltung nachzulesen. Sie gilt als konsequente Förderin der touristischen Entwicklung, die Monschau zu einer der nachgefragtesten Destinationen in der Eifel selbst in kritischen Zeiten gemacht hat.

Allerdings gibt es im Falle des projektierten „Hirsch Resorts“ ein kleines Problem. Im Monschauer Flächennutzungsplans ist das Areal zwar der Landwirtschaft gewidmet, allerdings liegt es überwiegend im Landschaftsschutzgebiet. An der Anpassung der Regionalplanung und Aufstellung einer Bauleitplanung führt kein Weg vorbei.

Anfrage bei Bezirksregierung

Und bei einer ersten Anfrage bei der Bezirksregierung, ob an dieser Stelle ein solches Projekt mit dem Segen der Landesplanung machbar sein könnte, holten sich die Stadtenwickler erst ein. Die Ausweisung von Bereichen als Landschaftsschutzgebiet steht dem Projekt ebenso entgegen wie die ablehnende Haltung der Unteren Naturschutzbehörde bei der Städteregion. Da muss selbst Regierungspräsidentin Gisela Walsken passen. Dennoch gibt es einen Hoffnungsschimmer, verrät Stephan Dicks: „Sofern artenschutzrechtliche Belange der Planung nicht entgegenstehen“, bestehen durchaus Aussichten, dass einem Resort im deutlich abgespeckten Zustand eine Zustimmung durch die Naturschutzbehörden nicht verweigert würde.

In diesem Falle würde sich das „Hirsch Resort“ mit dem direkt hinter dem Hotel angrenzenden Flurstück bescheiden müssen. Damit müssten zwar auf mindestens sieben Gebäude mit jeweils zwei Lodges verzichtet werden, aber das Projekt käme ins Rollen. Neben der öffentlichen Beratung im Bauausschuss nächsten Dienstag soll es zudem Behördentermine mit der Bezirksregierung vor Ort geben.