Monschau: Musikbühne Mannheim führt "Zwerg Nase" als Märchenmusical auf

20. Monschau-Festival auf der Burg : Ein gutes Ende für Jakob und Mimi

Für keinen Menschen ist es schön, aufgrund seines Aussehens ausgeschlossen oder gehänselt zu werden. Für den kleinen Jakob aus dem Märchen „Zwerg Nase“ wird dieser Albtraum jedoch bittere Wahrheit.

Als die Musikbühne Mannheim am Dienstag die Geschichte von Wilhelm Hauff als Musical aufführte, gab es aber ein „Happy End“ für Jakob – sehr zur Freude der 650 Kinder und Erwachsenen auf der Burg Monschau. Eigentlich stand das Märchen unter der Regie von Maxime Pacaud bereits im letzten Jahr als Kinderaufführung im Programm des Monschau-Festivals, doch damals erkrankte wenige Tage vor dem Gastspiel in der Eifel ein Hauptdarsteller, so dass man kurzfristig das flotte Musical „Rotkäppchen“ ins Programm nahm.

Die Geschichte beginnt auf einem Markt, wo der Junge seiner Mutter beim Verkauf von Obst und Gemüse – natürlich alles Bio - hilft. An einem Morgen kommt eine alte Dame am Stand vorbei. Ihre große Nase sticht Jacob sofort ins Auge, und er lässt ein paar flotte Sprüche los. Die alte Dame bittet Jakob, ihre Einkäufe nach Hause zu tragen. Dort angekommen, stellt sie sich als gemeine Hexe heraus. Sie behält ihn für sieben Jahre bei sich und bringt ihm das Kochen bei.

Als er 18 Jahre alt ist, lässt ihn die Hexe gehen, doch da sie noch immer so verärgert über Jakobs Benehmen auf dem Markt ist, hext sie ihm zum Abschied eine große, hässliche Nase ins Gesicht. Er bemerkt diese erst gar nicht, doch als er von seiner Mutter und seinem Vater nicht mehr wiedererkannt wird, wagt er einen Blick in den Spiegel. Auch er selbst erkennt sich nicht wieder… Doch statt Trübsal zu blasen, besinnt er sich auf seine wahren Stärken, nimmt seinen ganzen Mut zusammen und stellt sich am Hof des Herzogs als Koch vor. Hier muss er zeigen, was er wirklich kann, und tatsächlich stellt der Herzog ihn fest an seinem Hof ein. Jakobs Geheimzutat: das Bio-Salz.

650 kleine und große Musikfans verfolgten am Dienstag die Aufführung des Märchenmusicals "Zwerg Nase" auf der Burg. Viele Kinder waren mit ihren Eltern, Großeltern oder Freunden nach Monschau gekommen. Foto: Heiner Schepp

Eines Tages kommt die Fürstin an den Hof des Herzogs und will ebenfalls von Jakob bekocht werden. Sie bringt eine Gans vom Markt mit, die sie gerne zubereitet hätte. Die Gans stellt sich jedoch als von der Hexe verzaubertes Mädchen heraus. Die Fürstin verlangt nach einem besonderen Kraut für das Essen, denn nur mit diesem Kraut als Zutat ist sie rundum zufrieden. Gemeinsam mit der Gans Mimi geht Jakob nachts im Schlossgarten auf die Suche und dort finden sie das Kraut, das beide wieder zu „normalen“ Menschen werden lässt…

Die gesamte Musik des Stücks wurde von Clémence Leh, die auch als Erzählerin fungierte, live auf der Bühne gespielt. Dazu sangen sie selbst und die Darsteller, teils klassisch, teils aber auch poppig und gemeinsam mit dem Publikum. Zudem erzeugte Clémence Leh durch verschiedene Percussion-Instrumente passende Geräusche zu den mal witzigen, mal traurigen oder spannenden Situationen.

Ruth Breuer von der Monschau-Festival gGmbH bedankte sich nach der 75-minütigen Aufführung bei den Akteuren der Mannheimer Bühne und beim Publikum für die Aufmerksamkeit an diesem sonnigen Nachmittag. Die Darsteller erfüllten dann im Anschluss noch fleißig Autogrammwünsche vor allem des jungen Publikums.

(hes)
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