Monschau: Monschau möchte Kritik des Strikt-Ausschusses ernst nehmen

Monschau: Monschau möchte Kritik des Strikt-Ausschusses ernst nehmen

Für Stefan Dicks von der Stadt Monschau und Gutachter Rainer Schmidt-Illguth von der BBE war die jüngste Sitzung des so genannten Strikt-Ausschusses kein guter Tag. Denn die Stadt Monschau wurde allseits für ihre Pläne im Bebauungsplangebiet Imgenbroich-West, das erweitert werden und unter anderem einen großen SB-Markt aufnehmen soll, kritisiert.

Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter will diese Kritik ernst nehmen, möchte Konflikte mit Strikt vermeiden, betont allerdings, Monschau sei laut der Landesplanung ein Mittelzentrum und wolle sich dieser Tatsache stellen.

Einer der Hauptkritikpunkte aus dem Strikt-Ausschuss, der sich um städteregionale Einzelhandelskonzepte kümmert, aber nur beratende Funktion hat, jedoch nichts entscheiden oder gar anordnen kann: Das Großprojekt an der Trierer Straße (B 258) gegenüber dem Himo habe mit Nahversorgung nichts zu tun.

Für Strikt-Vorhaben müsse die Einwohnerzahl der jeweiligen Kommune zugrundegelegt werden. In Monschau rede man über 12 000 Einwohner.

Die kalkulierte Kaufkraft an der B258 sei indes auf 42 000 Einwohner ausgerichtet, mehr als das Dreifache. Damit würden keine Aspekte der Nahversorgung gedeckt, sondern weit darüber hinaus, heißt es im Protokoll der jüngsten Strikt-Sitzung, das der Lokalredaktion vorliegt.

Wie der Real-Markt liege das geplante Großprojekt an einem peripheren Standort in Monschau. Die Monschauer Bevölkerung könne nur weniger als 50 Prozent des Umsatzes sichern. Auch die kalkulierten Kunden aus Belgien könnten die vorhandene Kaufkraft nicht decken. Die fehlende Kaufkraft müsse sich aus den Nachbarkommunen generieren.

Nicht nachvollziehbar

Moniert wurde in diesem Zusammenhang, dass die Umsatzverteilung aus dem Gutachten nicht nachvollziehbar sei. Demnach werde aus Roetgen abfließende Kaufkraft zukünftig nach Imgenbroich gezogen. Dabei ist die Gemeinde Roetgen selbst gerade auf dem Weg, sich überzuversorgen und auf Kundschaft von außerhalb zu hoffen.

In diesem Zusammenhang führte Dirk Meyer laut Protokoll von der Roetgener Verwaltung den „Präzedenzfall Vennhof” an. Vor diesem Hintergrund sei die aktuelle Diskussion zu hinterfragen, weil das Vorhaben in Imgenbroich nicht passe und zu groß sei.

Soweit nur einige der zahlreichen Kritikpunkte, wobei es auch um einen eventuellen Bestandsschutz für den Real-Markt an seinem jetzigen Standort geht, der dort nach vorliegenden Informationen einen noch beinahe zwölf Jahre laufenden Mietvertrag hat.

Aus diesem Mietvertrag will die Stadt ihn herausholen und die Verantwortlichen des Unternehmens „höchstgradig motivieren”, an die Bundestraße zu wechseln.

Denn, so Monschaus Bürgermeisterin Margareta Ritter: „An der Bundesstraße liegt die Zukunft”. Laut Ritter nehme man die Kritik aus dem Strikt-Ausschuss „sehr ernst”, arbeite an Alternativvorschlägen und habe Verständnis dafür, dass die Vertreter der anderen Kommunen besonders kritisch hinschauten, weil das Projekt nicht im zentralen Versorgungsbereich liege. Allerdings, so die Verwaltungschefin weiter, sei Monschau nach den Vorgaben der Landesplanung Mittelzentrum. „Damit dürfen wir überregional versorgen!”

„Nicht mehr zeitgemäß” seien der augenblickliche Standort und der bauliche Zustand des Real-Marktes. Verständnis habe man im Rathaus für die Bedenken kleinerer Fachmärkte.

Deshalb werde man dafür Sorge tragen, dass solche Märkte an der Bundesstraße nicht vertreten seien. Ritter: „Da werden wir nachbessern. Wir glauben allerdings, dass wir für einen Baumarkt Platz schaffen müssen.”

„Monschau macht ernst!”

Überdies wolle die Stadt Monschau keine „Marktbereinigung” betreiben, indem sie an der Bundesstraße einen zweiten SB-Markt ansiedele. Ritter: „Wenn es zwei gibt, stirbt einer.”

Man sei bemüht, sich Strikt-konform zu verhalten, versichert die Monschauer Bürgermeisterin, auch wenn man sich darüber im Klaren sein müsse, dass man „nicht jeden Anbieter am Markt glücklich machen” könne. Auch wenn man nichts überstürzen werden, so Margareta Ritter, so stehe doch eines fest: „Die Stadt Monschau macht jetzt ernst!”