Monschau: Folgen des Klimawandels im Stadtwald

Wald im Wandel : Herausforderung für die Forstwirtschaft

Die Folgen des Klimawandels machen sich auch im Monschauer Stadtwald bemerkbar. Das wurde deutlich, als es jetzt im Umweltausschuss um den Forstwirtschaftsplan für das Jahr 2019 ging.

Der Klimawandel schaffe neue Voraussetzungen, die sich auch schon in den Jahren 2017 und 2018 bemerkbar gemacht hätten, erklärte Klaus-Jürgen Schmitz, der bei der Stadt Monschau für den Forst verantwortlich ist, den Politikern. „Der Klimawandel ist für uns Forstleute eine gewaltige Herausforderung, die uns in den nächsten Jahren und Jahrzehnten vor große und völlig neue Aufgaben stellt. Es gibt keine Erfahrungswerte für die Rettung von Wäldern im Klimawandel“, zitierte er den Leiter des Landesbetriebs Wald und Holz NRW, Andreas Wiebe.

Das Sturmtief Herwart habe Ende Oktober 2017 einige Baumwürfe hinterlassen, heißt es im Vorbericht zum Forstwirtschaftsplan 2019, den Schmitz vorgelegt hatte. Im Gegensatz zum nord- und mitteldeutschen Raum habe es im Stadtwald aber nur geringe Schäden angerichtet. Auch der Orkan Burglind habe zu Beginn des Jahres 2018 den Forstbetrieb einige Tage lang beschäftigt. Größere wirtschaftliche Schäden seien aber ausgeblieben. Mitte Januar habe der Orkan Friederike dann erneut für einzelne Baumwürfe und versperrte Wege im Stadtwald gesorgt. „Ökonomisch betrachtet blieb der Stadtwald Monschau im Gegensatz zu anderen Wäldern in Nordrhein-Westfalen, in Hessen und in Niedersachsen von gravierenden Folgen der Stürme verschont“, ist in dem Bericht zu lesen.

Heftige Niederschläge hätten dann Ende Mai und Anfang Juni erneut Schäden im Stadtwald hinterlassen, insbesondere an abschüssigen Waldwegen. Besonders betroffen gewesen seien das Dürholderbachtal, das Kluckbachtal sowie der obere Biesweg. „Die auf den Starkregen folgende, bis in den September andauernde Hitzeperiode ohne nennenswerte Niederschläge sorgte in der Land- wie in der Forstwirtschaft für erhebliche Probleme“, schreibt Schmitz in seinem Bericht. Dazu zähle unter anderem ein verstärktes Auftreten des Borkenkäfers. Inwieweit mit Folgeschäden zu rechnen sei, könne noch nicht genau bestimmt werden, allerdings seien sie im größeren Umfang zu befürchten.

Extreme Witterungsereignisse

Die durch die extremen Witterungsereignisse angefallenen Holzmengen hätten auch die Vermarktung des Rohholzes aus dem Stadtwald beeinflusst, so dass es bisher unmöglich gewesen sei, die gesteckten Vermarktungsziele wie üblich zur Jahresmitte oder spätestens zum Frühjahr zu erreichen. „Insgesamt betrachtet liegt ein sehr unruhiges, von zahlreichen nicht vorhersehbaren Ereignissen und ‚höherer Gewalt‘ beeinflusstes Forstwirtschaftsjahr hinter dem Betrieb“, heißt es in dem Bericht. Dennoch könne davon ausgegangen werden, dass die im Forstwirtschaftsplan 2018 gesetzten Ziele erreicht würden.

Es bestehe allerdings Grund zur Sorge, dass sich die Schäden auch auf das Forstwirtschaftsjahr 2019 auswirken würden und es spürbare Auswirkungen bei der Vermarktung des Holzes geben könnte. Für das kommende Jahr orientiere man sich trotzdem zunächst an den Preisen des Jahres 2018. Gegebenenfalls gelte es abzuwarten, bis das durch die Schadensereignisse angefallene Holz von den Sägewerken abgearbeitet sei, und so zu verhandeln, dass die gewünschten Preise erzielt werden können. Er sei zuversichtlich dies zu erreichen, falls nicht ein trockenes Frühjahr dazwischenkomme, erklärte Schmitz. Insgesamt sollen im kommenden Jahr 9635 Festmeter eingeschlagen werden.

Das Ziel für die kommenden Jahre müsse nun sein, widerstandsfähige Baumarten in den Stadtwald einzubringen und die jungen Pflanzen durch die ersten und empfindlichen Jahre zu bringen, erklärte Schmitz in der Sitzung des Umweltausschusses. Man betreibe bereits den Umbau des Waldes, „wenn sich der Klimawandel aber so schnell bemerkbar macht wie in diesem Jahr, dann ist das nicht zu schaffen“, sagte Schmitz. Insgesamt sollen im kommenden Jahr 13250 neue Bäume gepflanzt werden, die meisten davon werden Douglasien und Weißtannen sein.

Unterstützung erhielt Klaus-Jürgen Schmitz von seinem Kollegen Joachim Knoth vom Regionalforstamt Rureifel-Jülicher Börde. Das vergangene Jahr sei wirklich „Schwerstarbeit unter ausgesprochen schlechten Rahmenbedingungen“ gewesen. Trotzdem sei im Monschauer Stadtwald ein sehr gutes Ergebnis erzielt worden. Auch den Borkenkäferbefall habe man im Vergleich zu anderen recht gut in den Griff bekommen und Wertverluste weitgehend vermieden. Das sei einem gut aufgestellten Team zu verdanken, das flexibel reagiert habe, sagte Knoth.

Waltraud Haake (CDU) sprach den Forstarbeitern großen Dank aus. Bei den geplanten Holzverkäufen vertraue sie auf den Rat der Experten. „Wenn es andere Leute besser können als wir Politiker, dann sollten wir uns dort nicht einmischen“, sagte sie. Mit Blick auf den Klimawandel stellte sie fest: „Ich glaube, es kommt noch härter.“

Auch Roland Krökel (SPD) nahm den Bericht erfreut zur Kenntnis und dankte den Verantwortlichen. „Der Klimawandel hat uns voll ergriffen“, sagte Krökel. Hier sei das Verhalten jedes Einzelnen von Bedeutung. Bei der Entwicklung des Stadtwaldes habe auch er Vertrauen in die fachliche Kompetenz der Verantwortlichen.

Der Forstwirtschaftsplan für das Jahr 2019 wurde schließlich einstimmig beschlossen.

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