Monschau: „MonCanto“: Chöre aus der Eifel mit musikalischer Darbietung

Monschau : „MonCanto“: Chöre aus der Eifel mit musikalischer Darbietung

„MonCanto“ — ein griffiger und zugleich hintergründiger Titel kündigte Neues an. Der Monschauer Chor „Maranatha“ hatte am Samstagabend sieben weitere Chöre der Nachbarschaft zu einem gemeinsamen Konzert eingeladen, das eine Art Vorstellungs- und Leistungsschau der Eifeler Musikkultur sein sollte.

Wie man hörte, waren die Organisatoren während der Vorbereitung nicht wenig nervös. Aber — das Experiment ist auf wunderbare und hinreißende Art gelungen. Natürlich waren alle Plätze in der Monschauer Aukirche besetzt, nicht zuletzt durch die Chöre und deren Anhängerschaft selbst.

Allein schon die logistische Leistung, so viele Chorsängerinnen und —sänger vor und nach ihren Auftritten „kollisionsfrei“ im Kirchenraum zu bewegen, war bewundernswert. Dazu kam eine musikalische Darbietung auf durchweg hohem und anrührendem Niveau.

Verschiedene Traditionen

Jedes Chorensemble führte jeweils drei bis vier Stücke auf, deren jedes eine einzelne Würdigung verdienen würde. Hervorzuheben ist freilich die Unterschiedlichkeit und Farbigkeit der Beiträge. Das ist auf die ganz verschiedenen Traditionen der Ensembles zurückzuführen.

Da waren etwa die drei Kirchenchöre aus Rohren, Raeren und Elsenborn, die noch auf das 19. Jahrhundert zurückgehen, wohingegen der „Eifelchor“ des Musikerehepaares Sylvia Noël und Daniel Wiegand gerade erst im Jahr 2017 gegründet wurde. Dass dies eine unterschiedliche musikalische Herangehensweise bewirkte, lässt sich denken. Aber eben dies brachte an diesem Abend einen musikalischen Gesamteindruck hervor, der die Aufmerksamkeit der Zuhörer keine Minute erlahmen ließ.

Im Grunde ist es erstaunlich, dass das Monschauer Land und seine nähere Umgebung in Ostbelgien offenkundig so viel musikalisches Potenzial bereithält, wie es sich an diesem Abend präsentierte. Dies einmal zum Bewusstsein zu bringen und mit dem Gesang Gemeinschaft zu gestalten, auch über Grenzen hinweg, war wohl das Motiv des Monschauer Chors „Maranatha“ mit seinem unermüdlichen Dirigenten und Mentor Ralf Dederichs und seinen Helfern und Helferinnen, von denen er vor allem Elke Bourgeret als Organisatorin und Irene Huppertz als Moderatorin des Abends hervorhob.

Dass mit der Freude an der Musik auch und vor allem Glaubensfreude vermittelt werden kann, — mit dieser Grundmotivation waren sich offenkundig alle Mitwirkenden einig. So war denn auch der akustisch wundervolle Raum der Aukirche nicht etwa nur ein zufälliger Rahmen der Veranstaltung. Alle Chöre boten neben „weltlichen“ Kompositionen eben auch tiefgehende Interpretationen geistlicher Stücke dar.

Hervorzuheben sind in dieser Hinsicht besonders der erschütternde Klagegesang „Eli, eli“ des ungarischen Komponisten György Bárdos (interpretiert vom Kirchenchor Lammersdorf) sowie der 150. Psalm („Laudate Dominum“) in der Vertonung des Brasilianers Ernani Aguiar (virtuos dargeboten vom Königlichen Kirchenchor Elsenborn).

Die Fülle der Kostbarkeiten macht es ansonsten schwer, Einzelnes herauszustellen. Man könnte von den sorgsamen, beinahe kammermusikalisch ausgearbeiteten Darbietungen des „kleinen, aber feinen“ Kirchenchors von Rohren sprechen, von der mitreißenden Vitalität des „Eifelchors“, von den besonders vielseitigen Fähigkeiten des Schmidter „Laudate“-Chors, der anrührenden Darbietung des Elsenborner Vokalensembles „Arnikas“ (vor allem mit „Gabriellas Gesang“), dem außerordentlich klangstarken Männerchor aus Raeren und eben nicht zuletzt auch dem gastgebenden „Maranatha“-Ensemble, das den Abend begann und beendete.

Letzte klangliche Kostbarkeit

Zum Schluss dirigierte Ralf Dederichs alle Chöre sowie das Publikum mit einer eigenen Bearbeitung von „Der Mond ist aufgegangen“ — noch eine letzte klangliche Kostbarkeit.

Das Leitungsteam von „Maranatha“ dankte schließlich allen teilnehmenden Chören in Gestalt ihrer Dirigentinnen und Dirigenten und sagte auch der Schirmherrin der Veranstaltung, Bürgermeisterin Margareta Ritter, einen besonders herzlichen Dank.

Mehr von Aachener Nachrichten