Imgenbroich: Möbel- und Kleiderbörse in Imgenbroich wächst weiter

Imgenbroich : Möbel- und Kleiderbörse in Imgenbroich wächst weiter

Das Second-Hand-Kaufhaus am Erlenweg in Imgenbroich, die Möbel- und Kleiderbörse des Sozialwerks Eifeler Christen, ist in den vergangenen Monaten gewachsen und verfügt nun auf zwei Etagen über eine Verkaufsfläche von insgesamt 885 Quadratmetern. Damit wurde auf das stetig wachsende Angebot reagiert.

Zum Beispiel habe man aufgrund der Ausweitung der Kinderabteilung zwischenzeitlich auf ein Büro verzichten müssen. „Jetzt haben wir ganz andere Möglichkeiten“, sagt die Vorsitzende des Sozialwerks, Waltraud Haake aus Rohren.

Kein Geheimtipp mehr

Auf der rund 330 Quadratmeter großen zweiten Etage, die in Eigenleistung renoviert wurde, finden die Kunden nun eine große Kinderecke mit Kleidung und Spielsachen, eine umfangreiche Auswahl an Bettgestellen, Lattenrosten und Stühlen sowie eine Elektroabteilung und eine Bücherecke, in der es auch DVDs und CDs gibt. Auf der unteren Etage gibt es Schränke, Couchgarnituren, Küchen, Bilderrahmen, Dekoartikel, Haushaltswaren und eine beachtliche Auswahl an Kleidung.

„Bei uns darf jeder einkaufen, nicht nur Bedürftige“, betont Haake, um Missverständnisse auszuräumen. Dabei ist das Second-Hand-Kaufhaus längst kein Geheimtipp mehr unter Schnäppchenjägern. Attraktive Kleidungs- und Möbelstücke wechseln hier schnell den Besitzer. Wie in anderen großen Kaufhäusern, ist es auch hier inzwischen nötig, Diebe mit Videokameras und Schildern abzuschrecken, die darauf hinweisen, dass jeder Diebstahl zur Anzeige gebracht wird.

Beschäftigung von Arbeitslosen

Alle Waren stammen aus zweiter Hand und wurden dem Sozialwerk gespendet. Mit den Sachspenden und dem Einkauf in der Möbel- und Kleiderbörse wird das Projekt des Sozialwerks zur Beschäftigung, Bildung und Betreuung von Arbeitslosen unterstützt. Die Vermittlung von Arbeitslosen in den ersten Arbeitsmarkt ist das eigentliche Ziel des gemeinnützigen Vereins.

Für arbeits- und integrationswillige Menschen stellt er in seinem Zweckbetrieb Arbeitsplätze und die personelle Betreuung durch Betriebsleitung, Qualifizierungs- und Betreuungspersonal zur Verfügung. In dieser Betriebsstätte wird den Mitarbeitern die Integration in den Arbeitsprozess ermöglicht. Es wird eine Qualifizierung im jeweiligen Arbeitsfeld angeboten, die gegebenenfalls durch sozialpädagogische Maßnahmen unterstützt wird. „Zurzeit haben vier Frauen und vier Männer eine Beschäftigung bei uns gefunden. Außerdem kümmert sich eine Sekretärin um die Organisation“, erläutert Haake.

Zu einem weiteren Bereich des Zweckbetriebes gehören Dienstleistungen und Auftragsarbeiten. So werden für die Stadt Monschau die Glascontainerstellplätze gereinigt und die Grün- und Biocontainer im Stadtgebiet Monschau beaufsichtigt. Als Dienstleistung für die Katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB) Aachen werden die Altkleidercontainer geleert und gebrauchte Schuhe gesammelt.

„Diese Kleidung dürfen wir zwar nicht im Laden verkaufen, bekommen jedoch eine Vergütung dafür“, erklärt Haake. So finanziert sich das Projekt über die erwirtschafteten Erlöse, über die Zuwendungen der AWA-Entsorgung GmbH und aus dem Arbeitslosenfonds des Bistums Aachen sowie aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden.

Um den Bestand des Projektes zu sichern ist das Sozialwerk sehr auf Geld-, Möbel- und Kleiderspenden angewiesen. Möbelspenden schauen sich die Mitarbeiter grundsätzlich bei einem zuvor vereinbarten Termin an. Sollten sich die Möbel eignen, werden sie kostenfrei abgebaut und in das Ladengeschäft gebracht. Dabei kommt es manchmal zu Ärger bei den Spendern, wenn die Mitarbeiter des Sozialwerks gut erhaltene Möbelstücke nicht mitnehmen wollen. „Wir können nur Möbel annehmen, die auch verkauft werden können, sonst ist die Entsorgung später zu teuer“, sagt Haake und bittet um Verständnis.

Andere Sachspenden können während der Öffnungszeiten der Möbel- und Kleiderbörse (siehe Box) von den Spendern selbst abgegeben werden. Wer über kein eigenes Fahrzeug verfügt, kann die Sachen auch kostenfrei abholen lassen. Das Gleiche gilt für Spenden in einem größeren Umfang, deren Anlieferung mit dem eigenen Auto nicht möglich ist.

(ag)
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