Monschau: Modernes Mädchen mit cooler, roter Mütze beim Monschau-Festival

Monschau : Modernes Mädchen mit cooler, roter Mütze beim Monschau-Festival

Isegrim hat der Monschauer Burg einen Besuch abgestattet. Zusammen mit Rotkäppchen ließ der manchmal listige Wolf am Dienstag zahlreiche Kinderaugen strahlen. Auch wenn es zwischenzeitlich nach Regen aussah, ließ der Wettergott die kleinen und großen Zuschauer des von der Musikbühne Mannheim inszenierten Kinderstücks „Rotkäppchen“ beim Monschau-Festival nicht im Stich.

Stattdessen strahlte die Sonne mit den Zuschauern um die Wette. Schon längst ist das Rotkäppchen, das da auf der Bühne steht, nicht mehr das kleine, naive Kind, sondern ein modernes Mädchen mit Musik auf den Ohren und einer coolen, roten Wollmütze auf dem Kopf. Und weil die Großmutter an Zahnschmerzen leidet, macht Rotkäppchen sich kurzer Hand mit Kuchen und Wein auf den Weg. Sie begegnet dem vermeintlich schlauen Wolf Rolf, zeigt sich von ihm aber sichtlich unbeeindruckt und tauscht ihre Mütze gegen die Kappe des Wolfs. Dadurch ermöglicht sie ihm aber auch unbemerkten Zugang zu Großmutters Haus.

Selten war das Kindermärchen der Brüder Grimm so flippig und amüsant. Kombiniert mit poppigen Liedern und unterhaltsamen Texten brachten die Darsteller eine gelungene Aufführung in die historische Altstadt — auch für Erwachsene.

Mit bunten und lebhaften, aber trotzdem kindgerechten Texten fesselten Rotkäppchen und Co die Zuschauer, die fast beide Tribünen vollständig füllten.

Oma macht Bratkartoffeln

Neben Rotkäppchen sorgt auch die Großmutter für einen ziemlich coolen Auftritt. Im geblümten Rüschenkleid liegt sie entspannt in ihrem pinkfarbenen Bett und liest Zeitung. Angst vor Isegrim hat sie nicht und legt ihm stattdessen eine vegetarische Ernährung ans Herz. Das sei viel gesünder. Und so gibt es kurzerhand Bratkartoffeln für Rolf den Wolf.

Er bleibt stets sympathisch, so dass er den Kindern keine Angst macht, sondern sie zum Lachen bringt, auch als er die Großmutter schließlich frisst.

Auch Rotkäppchen zeigt keine Angst vor dem haarigen Tier. Sie sei ja auch Karate-Kämpferin. Schließlich macht sie ihn mit Heidelbeerwein schläfrig. Da bedarf es auch keinen Jäger, um die Großmutter zu retten. In der heutigen Zeit wird „Frauenpower“ nämlich groß geschrieben.

Der Mix aus Pop, Rap und Hip-Hop bereicherte das Kindermusical bis zum Schluss und sorgte für einen gelungenen Nachmittag für die Besucher auf der Monschauer Burg — und zum Schluss gab es für die Kleinen sogar noch Äpfel, Nussecken, Gummibärchen und Getränke umsonst.

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