Konzen: Mitmachzirkus: Volle Konzentration in der „Feuergruppe”

Konzen: Mitmachzirkus: Volle Konzentration in der „Feuergruppe”

„Unsere Mamas haben sehr viel Angst, weil wir in der Feuergruppe sind. Aber wir sagen immer, dass uns nichts passiert.” Tim ist neun Jahre alt, Tobias sieben. Auch Eva und Franka leben derzeit nicht ganz ungefährlich, denn sie sind mehr auf dem Einrad unterwegs als zu Fuß.

Alle vier sind in dieser Woche trotz Schulferien sehr beschäftigt, denn seit Montag studieren sie täglich von 9 bis 15 Uhr im und um das Zelt des Zirkus „Zappzarap” in Konzen eine Zirkusshow ein.

„Ich habe keine Geschwister und wir fahren dieses Jahr nicht in Urlaub. Dann dachte ich, Zappzarap könnte ein guter Zeitvertreib sein,” erläutert Eva, die seit vier Jahren Einrad fährt. „Das war eine gute Idee. Ich würde es jedem weiterempfehlen, denn vor allem gegen Langeweile ist der Zirkus sehr gut”, ist sie sich sicher.

Jedes Kind durfte sich zu Beginn dieser Ferienmaßnahme zwei Workshops aussuchen, in denen es nun gemeinsam mit anderen Kindern und Betreuern einen Showact einübt. Tim und Tobias haben sich neben der Feuershow fürs Zaubern entschieden. „Das macht so viel Spaß, wir wollen nächstes Jahr wieder mitmachen.”

Bereits im vierten Jahr macht der Mitmachzirkus in den Sommerferien Halt in Konzen. Die Initiative, die von „Onkel Ralf” - Ralf Pauli vom Amt für Kinder, Jugend und Familienberatung der Städteregion - ins Leben gerufen wurde, kommt bei den rund 150 Kindern im Alter zwischen sechs und 13 Jahren, aber auch bei den Eltern und den 25 ehrenamtlichen Betreuern sehr gut an.

„Eigentlich sollte diese Maßnahme nur einmalig sein. Dann war es aber so einmalig schön, dass alle begeistert waren und gesagt haben,
das wollen wir wieder”, erklärt Ralf Pauli. „Die Kinder lernen hier spielerisch Dinge, die sie wahrscheinlich noch nie gemacht haben und wir können täglich eine große Entwicklung bei jedem einzelnen beobachten. Wenn sie am Anfang der Woche noch nicht auf einem Ball stehen können, schaffen sie es am Samstag, mit dem Ball durch einen Gymnastikring zu springen.”

Am Samstag bei den Vorführungen, die um 11 und 14 Uhr für geladene Gäste stattfinden, zeigen die kleinen Clowns, Leiterakrobaten, Einradfahrer, Feuerspucker und viele mehr ihren Eltern und den Sponsoren des Zirkus, was sie die ganze Woche über gelernt haben.

„Am Tag der Aufführungen herrscht immer eine ganz besondere Stimmung. Alle sind zu Tränen gerührt, glücklich, dass alles geklappt hat und traurig, dass es vorbei ist. Die Kinder wachsen einem schon sehr ans Herz”, blickt Ralf Pauli auf die vergangenen Jahre zurück.

„Nicht nur für die Kinder, auch für uns als Betreuer ist diese Woche eine ganz besondere. Viele der kleinen Artisten sind sehr schüchtern, aber nach einer Woche laufen sie zum Beispiel ganz selbstbewusst über Scherben. Andere reißen den Mund vorher weit auf und merken dann, dass es doch schwieriger ist als es aussieht”, beobachtet Danja Waldeck, eine der ehrenamtlichen Betreuerinnen und Betreuer, die vom Zeltaufbau bis zum Abbau mit dabei ist.

Ralf Pauli betont noch einmal die Bedeutung der Sponsoren und der Ehrenamtler: „Ohne die Motivation, die Betreuung und Begleitung der Ehrenamtler, die aus den verschiedensten Berufen stammen, wäre das alles nicht möglich. Schließlich wolle man die Teilnehmerbeiträge so gering wie möglich halten können.”

Im nächsten Jahr wird der Zirkus wieder stattfinden und zwar in der ersten Woche der Sommerferien. Die Anmeldung ist erst ab Beginn des nächsten Jahres möglich. Für den Abbau nach den Aufführungen am Samstag in Konzen sucht Ralf Pauli noch Helferinnen und Helfer. Wer sich beteiligen möchte, kann sich unter Telefon 0241/51982292 melden.