Mitgliederversammlung der SPD Monschau

SPD Monschau: „Wir sind die einzige Opposition im Stadtrat“

Der SPD-Ortsverein Monschau traf sich am Donnerstagabend, 11. Oktober, im Hotel Jägersruh in Konzen zu einer Mitgliederversammlung. Themen aus der Kommunalpolitik wurden eifrig diskutiert, langjährige Mitglieder wurden geehrt.

Georg Alt, der Ortsvereinsvorsitzende, begrüßte die Genossen und auch die Gäste, die aus der Simmerather SPD gekommen waren. Es war ihm eine besondere Freude, Arndt Kohn zu begrüßen, dieser ist Mitglied des Europäischen Parlaments. Mit Spannung erwartete man den Besuch von Daniela Jansen, die für die Wahl zur Städteregionsrätin kandidiert.

Ortsverein und Ratsfraktion

Kurz fasste Georg Alt die Aktivitäten des Ortsvereins in diesem Jahr zusammen. „Wir wollen mit den Bürgern ins Gespräch kommen“ – dieses Ansinnen hatte die SPD mit Info-Ständen verfolgt, beispielsweise kurz vor Ostern oder auch beim Wirtschaftstag, als man aufgrund des sintflutartigen Regens jedoch eher schließen musste. Eine Narzissenwanderung zu weniger bekannten Narzissenwiesen und das Sommerfest im Belgenbachtal sind in sehr guter Erinnerung geblieben. Georg Alt sieht ein „gutes Miteinander im Vorstand“.

Aus der Ratsfraktion berichtete Gregor Mathar. „Wir sind die einzige Opposition im Stadtrat“, meinte er, „die anderen Parteien stimmen mit der CDU“. Der Benehmensherstellung zum Haushaltsentwurf 2019 der Städteregion Aachen habe die SPD nicht zugestimmt, erläuterte er. „Die Umlage, die die Stadt Monschau an die Städteregion zu leisten hat, ist einfach zu hoch. Dann müssten die Grundsteuer A und B sowie die Gewerbesteuer angehoben werden.“ Gregor Mathar erhofft sich von Daniela Jansen im Falle ihres Wahlsieges eine stärkere Vertretung für die Kommunen in der Städteregion, die hätten bisher zu wenig Einfluss. „Man muss die Kommunen auch leben lassen“, sagte er.

Themen der Jungsozialisten

Von den „Jusos Nordeifel“, die sich im Februar dieses Jahres gegründet haben, berichtete Niklas Offermann: „Mittlerweile sind wir fünf Personen im Vorstand. Wir haben Themen gesammelt und angefangen. Zum Beispiel glauben wir, dass es nötig und sinnvoll wäre, wenn Studenten die Abiturienten beraten würden.“ Dafür fand er viel Zustimmung bei den Genossen. Auch halten die Jusos die Mobilität in der Eifel für ein wichtiges Thema. „Wie kommt man zum nächsten Bahnhof?“, fragte Niklas Offermann und merkte an: „Da sind die Busverbindungen äußert dürftig.“

Europa für die Eifel

Arndt Kohn, der seit 2017 dem Europaparlament angehört, hielt der Versammlung vor Augen, dass „Europa vor der Haustür was für uns tut“. Als Beispiel nannte er den Waldspielplatz „Kölsch Kier“ unterhalb von Kalterherberg, der mit europäischer Förderung errichtet wurde. In seinem Arbeitsfeld befasse er sich mit der Thematik „Autonomes und vernetztes Fahren“. Dies höre sich zwar nach Zukunftsmusik an, doch lohne es sich, die Möglichkeiten zu erforschen. „Vielleicht fährt mal ein fahrerloser Kleinbus von Monschau nach Kall zum Bahnhof“, meinte Arndt Kohn.

Daniela Jansen

Die „zukünftige Städteregionsrätin“, wie Daniela Jansen von Georg Alt bezeichnet wurde, empfingen die Mitglieder mit Applaus. Dass sie sich der Eifel verbunden fühle, hörte man natürlich gerne. Daniela Jansen will bezüglich der hiesigen attraktiven touristischen Angebote enger mit der Stadt Aachen kooperieren. Sie formulierte ein klares Bekenntnis zum Standort Simmerath des Berufskollegs. Und auf der B258 müsse endlich etwas geschehen. „Die Menschen aus der Eifel, die zur Arbeit nach Aachen fahren, sollen nicht morgens und abends im Stau stehen.“ Sie lobte die jahrelangen Bemühungen des Landtagsabgeordneten Stefan Kämmerling, die aber bis jetzt leider nicht erfolgreich gewesen seien. „Ich werde mir nicht nur Freunde machen“, weiß sie jetzt schon.

Ehrungen

Zum Schluss nahm Georg Alt Ehrungen von langjährigen SPD-Mitgliedern vor: Annemarie Niessen ist seit 10 Jahren dabei, Ellen Fink bereits seit 25 Jahren, ebenso Eva Odenthal. Helmut Fink gehört der SPD seit 40 Jahren an. „SPD und Helmut Fink, das passt“, sagte Georg Alt und lobte das Engagement des ehemaligen Stadtrat-Mitglieds. Eine besondere Freude war es für ihn, dass Horst Krökel für 60-jährige Mitgliedschaft geehrt wurde; dieser war früher im Gemeinderat Imgenbroich und ist nach Auskunft seines Sohnes Roland immer noch sehr interessiert und nach seiner Erblindung „vorbildlich und aktiv zuhörend“.

(ale)
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