Simmerath: Mit kleinen Schritten gegen Atomkraft

Simmerath: Mit kleinen Schritten gegen Atomkraft

Man lernt ständig dazu. Seit Dienstag ist bekannt, dass man auf der Tour von Genf nach Brüssel quasi durch Simmerath muss. Denn die Organisation „Footprints for Peace” und das Netzwerk „Sotir du nucléaire”, der französische Dachverband für Atomausstieg, machten in der Eifelgemeinde Station.

Empfangen wurden sie von Martina „Tutti” Haase, Aachens wohl bekanntester Demonstrantin, samt Gitarre.

Es war eine kleine, bunte Schar, die sich mit Transparenten und Fahnen in Regenbogenfarben um den Brunnen vor dem Rathaus scharte, die Füße kühlte, der Musik lauschte und mit den wenigen Passanten, die Notiz von der Gruppe nahmen, über ihre Ziele diskutierte. Beobachtet von den Ordnungshütern, die mit einem Streifenwagen und zwei Beamten am Rande das Rathausplatzes Posten bezogen hatten. Sie brauchten nicht einzugreifen, der Protest gegen Atomkraft blieb absolut friedlich.

Die Palette des Protests ist groß. Es geht im Grundsatz um alle Risiken einer aus Sicht der Kritiker bis zum heutigen Tage nicht beherrschbaren Technologie und ihre nicht zu Ende gedachten möglichen Folgen, sei es der Uranabbau, Munitionstests mit Nukleargeschossen, Atommülltransporte, Atomstrom, Abgabe von radioaktiven Elementen durch die Verbreitung von Atomwaffen, ungeklärte Standorte und Sicherheitsfragen als Endlagerstätten für Brennstäbe usw.

Auf dem Weg durch die Region Aachen wollen die Demonstranten auch über die Gefahren informieren, die vom „hyperstrahlenden Alt-Reaktor” in Jülich ausgehen, „der bald in einem riskanten Kippmanöver komplett verlagert und in einer nicht gegen Flugzeugabstürze gesicherten Halle gelagert werden soll”.

Risiken gehen nach Aussage der Demonstranten auch vom belgischen Atomkraftwerk in Tihange aus, wo angeblich einer der drei Reaktoren Risse im inneren Kühlkreislauf und im Dampferzeuger aufweist.

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